Trotz Corona-Paketflut: Post erwirtschaftet weniger Gewinn

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Paketzentrum der Schweizerischen Post. (Foto: Post)

Bern – Die Corona-Krise wirkt sich auf das Halbjahresergebnis der Post aus: Der Konzerngewinn im ersten Halbjahr dieses Jahres beträgt 30 Millionen Franken, 163 Millionen Franken weniger als im Vorjahr – dies obwohl die Paketmenge wegen des boomenden Onlinehandels um 22 Prozent zunahm.

Das Halbjahresergebnis werde wegen der Corona-Pandemie mit rund 120 Millionen Franken belastet, teilte die Post am Donnerstag mit. Das Betriebsergebnis (Ebit) habe im ersten Halbjahr 61 Millionen Franken betragen, das seien 208 Millionen weniger als im Vorjahr.

Bei der Paketverarbeitung sei es zwar zu einem Rekord gekommen, der aber letztlich die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf das gesamte Konzernergebnis nicht ausbügeln konnte. Das Betriebsergebnis von Postlogistics habe sich im ersten Halbjahr auf 108 Millionen Franken belaufen, es liege damit 40 Millionen Franken über dem Vorjahreswert.

Allein im April 2020 wurden laut Mitteilung 17 Millionen Pakete verarbeitet – noch nie seien es in der 170-jährigen Geschichte der Post in einem Monat so viele gewesen.

Im ersten Halbjahr habe die Paketmenge insgesamt um rund 22 Prozent zugenommen, so habe die Post von Januar bis Ende Juni 87 Millionen Pakete versendet (Vorjahr: 71 Millionen). Zum Betriebsergebnis hätten aber auch Versicherungszahlungen und die Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Überfall auf einen Geldtransporter im Jahr 2019 beigetragen.

Die Corona-Zeit beschleunigte aber auch den Trend zur Digitalisierung beschleunigt, deshalb musste das Briefgeschäft ein Minus von 7,8 Prozent hinnehmen, wie es weiter heisst.

Vor allem bei Werbesendungen kam es zu einem starken Rückgang: Das führte bei den adressierten Briefen und Sendungen ohne Adresse zu einem Ertragsrückgang von 72 Millionen Franken. Postmail erwirtschaftete im ersten Halbjahr ein Betriebsergebnis von 110 Millionen Franken und unterschritt damit den Vorjahreswert um 84 Millionen.

Zahlungsverkehr in Filialen eingebrochen
Auch das Postnetz fuhr wegen der Pandemie Einbussen im Kerngeschäft ein: Der Zahlungsverkehr in den Filialen sank um 15 Prozent. Bei der Briefaufgabe ging der Umsatz um 11 Prozent zurück.

Weil im Vorjahr aufgrund der Organisationsentwicklung 20 Millionen Franken zurückgestellt wurden, verbesserte sich das Betriebsergebnis dennoch um eine Million Franken. Postnetz erzielte im ersten Halbjahr einen Betriebsverlust von 72 Millionen Franken.

Postauto reduzierte wegen des Coronavirus das Angebot vorübergehend. Deshalb sank der Verkehrsertrag im Vergleich zum Vorjahr um 17,8 Prozent. Der operative Gewinn erreichte 393 Millionen Franken nach 414 Millionen im Vorjahreszeitraum. (awp/mc/ps)

Schweizerische Post

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