Prepaid-Preise purzeln – und keiner merkt’s

SMS

(Foto: Robert Kneschke – Fotolia.com)

Zürich – Im letzten Halbjahr sind die Preise für Prepaid-Angebote so massiv gesunken wie seit vielen Jahren nicht mehr. Dies zeigt der Telecom-Index des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch. Aldi und Sunrise bieten viel günstigere Angebote an. Auch bei den Abos gibt es gute Nachrichten für die Nutzer: Neue Tiefpreis-Abos und Verträge ohne Mindestlaufzeit.  

Gute Nachrichten für Prepaid-Nutzer: Die Preise für die günstigsten Angebote sind seit dem letzten Telecom-Index vom November 2013 massiv gesunken. Statt 25.20 Franken zahlt ein «Wenignutzer» für das günstigste Angebot mit mobilem Internet nur noch 15.90 Franken und somit 37 Prozent weniger. Noch stärker ist die Preissenkung für «Durchschnittsnutzer», die mobil surfen: Sie zahlen neu für das günstigste Paket 19.10 Franken statt 40.50 Franken – also gerade mal halb so viel. Auch für den «Vielnutzer» halbieren sich die Kosten auf 64 statt wie bisher 128.25 Franken.

Bewegung im Prepaid-Markt
Grund für diese drastische Preissenkung bei den Prepaid-Angeboten: Aldi hat die neuen Optionen «Smart 50» und «Smart 100» eingeführt. Es handelt sich um Pakete, welche Kunden per SMS hinzubuchen können. Im jeweiligen Paket sind eine bestimmte Menge Minuten, SMS und MB enthalten. Für den «Wenignutzer» und den «Durchschnittsnutzer» ist das Angebot unschlagbar günstig. Für «Vielnutzer» gab es ebenfalls einen Preissturz durch die neue Sunrise-Flatrate. Auch hinter den Aldi-Angeboten steht Sunrise.

Die neuen Aldi-Pakete wurden weder breit kommuniziert noch offensiv beworben. «Es ist erstaunlich, dass Aldi die Preise so still und heimlich gesenkt hat», sagt Telecom-Experte Ralf Beyeler vom Internet-Vergleichsdienst comparis.ch. «Es gab eine Bewegung im Telecom-Markt, wie man sie in den letzten Jahren nicht gekannt hat.»

Preissenkungen auch bei den Abos
Bei den bestehenden Anbietern von Abos hat sich nicht viel getan. Allerdings ist vor wenigen Wochen UPC Cablecom in den Markt eingetreten. Der Kabelnetzbetreiber hat Abos lanciert, mit denen der «Wenig-» und der «Durchschnittsnutzer» monatlich massiv weniger bezahlen als mit anderen Angeboten. Die Einschränkung: Nur bestehende Kunden des Anbieters UPC Cablecom erhalten die Billig-Abos.

Die Mitbewerber haben bisher nicht auf die Tiefpreis-Offensive von Aldi, Sunrise und UPC Cablecom reagiert. Telecom-Experte Ralf Beyeler von comparis.ch nennt zwei Gründe: «Der Schweizer Mobilfunkmarkt ist träge, zudem vermarktet der Kabelnetzanbieter das Angebot noch sehr zurückhaltend.»

Kundenfreundlichere Verträge
Eine weitere Entwicklung: Orange und Sunrise haben die Knebelverträge abgeschafft, die sich nach Ablauf der Vertragsdauern automatisch verlängerten. Swisscom hat dies schon vor einigen Jahren getan. «Die Knebelverträge wurden von den Kunden immer weniger gutgeheissen», sagt Beyeler. Sunrise geht gar noch weiter und bietet seit einigen Wochen nur noch Abos ohne Mindestlaufzeit an. In diesem Zusammenhang hat Sunrise auch seine Abos vom Kauf eines Handys entkoppelt. «Die Bedingungen für die Abo-Kunden haben sich verbessert, bei den Preisen hat sich aber wenig getan», bilanziert Ralf Beyeler.  (comparis.ch/mc/ps)

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