Produzenten- und Importpreise im Juni steigen zum Vorjahr weiter um 6,9 Prozent

Produzenten- und Importpreise im Juni steigen zum Vorjahr weiter um 6,9 Prozent
(Bild: © Binkski / AdobeStock)

Neuenburg – Der Preisanstieg für Unternehmen hat sich im Juni zumindest auf Jahresbasis nicht weiter verstärkt. Die Jahresinflation auf Stufe Produzenten- und Importpreise lag im Juni – wie schon im Mai – bei 6,9 Prozent. Mineralölprodukte wurden zum Vormonat aber erneut teurer.

So stieg der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise (PPI) im Juni 2022 gegenüber dem Mai 2022 um 0,3 Prozent und erreichte den Stand von 109,8 Punkte, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgeht.

Importpreise legen 12,1% über dem Vorjahr
Vor allem die Importpreise legten zum Vormonat erneut um 0,6 Prozent zu und lagen damit auf Jahresbasis um 12,1 Prozent über dem Stand vom Juni 2021. Preiserhöhungen gegenüber dem Mai 2022 registrierte man insbesondere für Mineralölprodukte. Teurer wurden laut BFS ausserdem Automobile und Automobilteile, Produkte der Bauschreinerei und des Innenausbaus, Computer, sonstige Fahrzeuge, Lederwaren und Reiseartikel. Sinkende Preise zeigten hingegen Metalle und Metallhalbzeug sowie Erdöl und Erdgas.

Für den Anstieg des Produzentenpreisindexes gegenüber dem Vormonat (+0,2%) waren vor allem die höheren Preise für Produkte der Bauschreinerei und des Innenausbaus sowie für Mineralölprodukte verantwortlich. Steigende Preise zeigten auch Gas und Milchprodukte, billiger wurde dagegen Schrott. Im Jahresvergleich liegen die inländischen Produzentenpreise damit um 4,4 Prozent höher.

Vorlaufindikator für die Entwicklung der Konsumentenpreise
Der Preisauftrieb des PPI-Index hat sich damit erstmals seit langem auf Jahressicht nicht weiter erhöht. Davor hatte er nur eine Richtung gekannt, und zwar noch oben. Noch im März 2021 war er leicht im Minus gelegen. Die durchschnittliche Jahresteuerung bei den Produzenten- und Importpreisen hatte 2021 im Durchschnitt noch 2,7 Prozent betragen. Im Jahr 2020 hatte sie im Durchschnitt dagegen noch bei -3,0 Prozent gelegen.

Der PPI gilt als Vorlaufindikator für die Entwicklung der Konsumentenpreise, da die Kosten der Produktion normalerweise auf die Konsumentenpreise abgewälzt werden. Er hat allerdings deutlich höhere Ausschläge und ist aufgrund der hohen Abhängigkeit von Rohstoffen viel volatiler. (awp/mc/pg)

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