Richemont mit 29 Prozent mehr Umsatz im Halbjahr

Johann Rupert

Richemont-CEO Johann Rupert.

Genf – Der Luxusgüterkonzern Richemont hat im ersten Halbjahr 2011/12 (per Ende September) Rein- und Betriebsgewinn deutlich gesteigert. Dabei lag vor allem die EBIT-Marge klar über den Marktschätzungen. Das Umsatzwachstum schwächte sich derweil zu Beginn des zweiten Halbjahres etwas ab. Mit Blick auf die weltweite konjunkturelle Abkühlung und die hohen Umsätze im Vorjahr rechnet der Konzern mit sinkenden Wachstumsraten, erwartet aber für das Gesamtjahr einen klar höheren Gewinn.

In den Monaten April bis September stieg der Reingewinn der Gruppe um 10% auf 709 Mio EUR, je Aktie (EPS) waren es +11% auf 1,266 EUR. Der Betriebsgewinn (EBIT) erhöhte sich um 41% auf 1,08 Mrd EUR und die entsprechende Marge verbesserte sich um 220 Basispunkte auf 25,5%.

Währungsverluste

Das im Vergleich zum EBIT-Anstieg etwas tiefere Plus beim Reingewinn wird auf einen Bewertungsgewinn im Vorjahr im Zusammenhang mit der Übernahme des Online-Portals Net-a-Porter zurückgeführt. Diese hatte das Nettoergebnis im Vorjahr mit 102 Mio EUR begünstigt. Weiter hätten in der Umrechnung Währungsverluste auf Finanzanlagen von netto 153 Mio und Absicherungsverluste von 113 Mio den Gewinn belastet. Insgesamt wuchsen die Finanzkosten auf 287 Mio von zuvor 160 Mio an. Auf operativer Stufe seien die negativen Auswirkungen des starken Frankens teilweise durch Preiserhöhungen aufgefangen worden, heisst es weiter. Dazu hätten sowohl die Preismacht der „Maisons“ (Marken) sowie der gestiegene Anteil eigener Verkaufsstandorte massgeblich beigetragen. Die Finanzposition bleibt mit einer Netto-Cash-Position von 2,60 Mrd nach 2,59 Mrd Ende März stark. Der Cash Flow erhöhte sich zum Vorjahr um 8 Mio auf 606 Mio.

Weiter starkes Umsatzwachstum in Asien
Der Umsatz konnte in der Berichtsperiode um 29% gesteigert werden auf 4,21 Mrd EUR, in Lokalwährungen waren es gar 36%. Der Bruttogewinn legte dabei um 26% zu auf 2,67 Mrd EUR, die Bruttogewinnmarge sank leicht auf 63,2% (VJ 64,8%. Richemont habe eine sehr solide Leistung im ersten Halbjahr erzielt, wird Johann Rupert, Executive Chairman und CEO, in der Mitteilung vom Freitag zitiert. Die Maisons mit den Schmuckmarken Marken Cartier und Van Cleef & Arpels oder Uhrenmarken wie IWC, Jaeger-LeCoultre oder Piaget hätten vom guten Handelsumfeld profitiert. Starkes Umsatzwachstum sei von den Regionen Asien-Pazifik und Nord- und Südamerika ausgegangen. So wuchs Richemont in Asien-Pazifik in der Berichtswährung Euro um 48% und in Lokalwährungen gar um 60%, in Amerika stieg der Umsatz um 23% (+35% in LW), in Europa um 20% (+22%) und in Japan um 8% (+9%).

Hohe Margen mit Schmucken und Uhren

Der Schmuckumsatz erhöhte sich um 34% auf 2,17 Mrd EUR, die-EBIT Marge konnte dabei auf 33,9% (von 33,4%) verbessert werden. Die Uhrenumsätze legten um 30% auf 1,17 Mrd zu, mit einer EBIT-Marge von 26,6% (VJ 28,8%). Höhere Kosten und der starke Schweizer Franken hätten hier auf die Marge gedrückt. Mit den Schreibwaren (Montblanc) setzte Richemont 10% auf 334 Mio mehr um, die Marge lag bei 16,2% (15,8%). Der Bereich Übrige mit den Accessoire-Marken Dunhill und Chloe oder dem Online-Portal Net-a-Porter wuchs mit 25% auf 544 Mio, musste aber einen operativen Verlust von 17 Mio EUR ausweisen (VJ -19 Mio). Goodwillabschreibungen auf Net-a-Porter hätten Verluste von 22 Mio ausgelöst, heisst es dazu.

Leichte Abschwächung

Der Trend in der Umsatzentwicklung aus dem ersten Halbjahr habe sich im Oktober fortgesetzt, so der Richemont-Chef weiter. Im ersten Monat des zweiten Halbjahres wuchs der Umsatz in Euro um 28% und in Lokalwährungen um 26%. Dabei sei das Wachstumsmomentum sowohl im Retailgeschäft als auch im Grosshandel gut gewesen. Für das zweite Halbjahr sei die Ausgangslage mit Blick auf die weltweiten konjunkturellen Probleme und aufgrund der hohen Vorjahresbasis in der Umsatzentwicklung schwierig, so Rupert. Dennoch werde es der Gruppe gelingen, für das Gesamtjahr 2011/12 ein gegenüber der Vorperiode „signifikant höheres“ operatives Ergebnis auszuweisen. Langfristig soll weiter in das bestehende Geschäft investiert werden. (awp/mc/upd/ps)

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