Ringier wieder auf Kurs: Gewinn verdreifacht

Marc Walder

Ringier-CEO Marc Walder.

Zürich – Nach einem enttäuschenden Jahr 2009 hat sich das Schweizer Medienhaus Ringier im letzten Jahr wieder deutlich erholt. Es konnte seinen Gewinn 2010 mehr als verdreifachen, von 17,2 Mio CHF auf 61,8 Mio CHF. Zum guten Ergebnis beigetragen haben ein Sparprogramm und gestiegene Marktanteile in der Schweiz sowie in den für Ringier wichtigen Märkten in Mittel- und Osteuropa.

Der Umsatz ist im letzten Jahr jedoch leicht gesunken, um 2,5% von 1,3 Mrd CHF im Jahr 2009 auf 1,26 Mrd CHF im 2010. Grund dafür sind unter anderem die negativen Währungsentwicklungen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Für das laufende Jahr erwartet das Familienunternehmen weiteres Wachstum, allerdings vor allem im Internet. Ringier plant in diesem Bereich einige Zukäufe.

Eigener Fernsehsender angepeilt
Das Medienhaus Ringier möchte mit einem eigenen Fernsehsender auf den Markt zu kommen. Der Wunsch besteht schon länger, in diesem Jahr soll er nun aber «konsequent weiterverfolgt werden», wie Ringier-Chef Marc Walder am Mittwoch in Zürich ankündigte. Der Schweizer Fernsehmarkt sei leider sehr reglementiert, was einen Einstieg mit einem neuen Sender schwierig mache, sagte Walder anlässlich einer Medienkonferenz. Eine Übernahme sei daher eher wahrscheinlich.

Tele Züri und 3+ «auf dem Radar»
Er habe bereits zwei Sender «auf dem Radar», sagte Walder weiter. «Theoretisch kommen die Sender 3+ und Tele Züri in Frage.» Weitere Angaben wollte der Ringier-Chef zu diesem Thema nicht machen. Tele Züri gehört dem Zürcher Medienhaus Tamedia und konnte in den vergangenen Jahren nicht mit guten Ergebnissen glänzen. Ringier zählt bereits heute zu den grössten privaten Fernsehproduzenten der Schweiz. Neben zahlreichen eigenen Formaten wie etwa «Gesundheit Sprechstunde» und «cashTV» besitzt das Familienunternehmen eine 50-Prozent-Beteiligung an Sat.1 Schweiz sowie eine 30-Prozent-Beteiligung an Teleclub. (awp/mc/ps/upd/ss)

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