Roche plant Stellenabbau in Entwicklungssparte

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(Bild: Roche)

Basel – Der Pharmakonzern Roche setzt in seiner Entwicklungssparte den Rotstift an. Wie der «Blick» am Donnerstag berichtete, soll die Belegschaft in der Entwicklungsabteilung bis zum Ende des Jahres um 5 bis 7 Prozent reduziert werden.

Das Blatt beruft sich dabei auf Aussagen vom Roche-Entwicklungschef Levi Garraway in einer Videobotschaft, die der «Blick» online verfügbar machte. Laut Garraway sind etwa 300 bis 400 Stellen weltweit betroffen.

Roche selbst bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, dass es zu einem Abbau von Stellen in der Sparte kommen werde. Über den Umfang stand in der Stellungnahme allerdings nichts.

Roche sei bestrebt, einen möglichst grossen Nutzen für Patientinnen und Patienten zu erzielen und dabei die Kosten für die Gesellschaft nachhaltig zu gestalten. «Um dies zu erreichen, muss sich unser Geschäft kontinuierlich mit dem sich schnell verändernden Umfeld weiterentwickeln», hiess es in dem Statement weiter.

«Da dies eine Neupriorisierung der Arbeit erfordert, können die Verschiebungen in unserer Organisation zum Abbau von Stellen führen», erklärte Roche. Man habe in dieser Woche mit den Mitarbeitenden über die entsprechenden Pläne geredet.

Basel und San Francisco stark betroffen
Laut «Blick» dürften auch die Standorte Basel und San Francisco von den Arbeitsplatzabbau betroffen sein, wo über die Hälfte der Entwicklungsabteilung angesiedelt ist.

Wie der «Blick» weiter berichtet, haben die Gewerkschaften von den Abbauplänen noch nicht erfahren. Gegen aussen habe Roche bisher kein Wort kommuniziert. Wie es in der aktuellen Stellungnahme des Konzerns hiess, werde man alle betroffenen Mitarbeiter unterstützen.

Ab August soll Klarheit herrschen
«Es wurden derzeit keine weiteren Entscheidungen getroffen und es sind aktuell keine weiteren Details verfügbar. Sobald sich die Pläne konkretisieren, wird Roche eng mit den Arbeitnehmervertretungen zusammenarbeiten.»

Wie aus der Video-Ansprache von Garraway hervorgeht, sind vor allem Projektmanager, administrative Mitarbeiter, Coaches von den Sparplänen betroffen. Eine Personalmanagerin erklärte in dem Video, ab August werde klar sein, wer das Unternehmen verlassen müsse.

Kritik von Gewerkschaft Unia
Das Vorgehen von Roche sei «respektlos gegenüber Beschäftigten und Sozialpartnern», hiess es in einer Mitteilung der Gewerkschaft Unia vom Donnerstagabend. Sie fordert von Roche den Verzicht auf Entlassungen und eine «sofortige Gesprächsaufnahme» mit der Unia.

Als «höchst profitabler internationaler Grosskonzern» gebe es für Roche keinen Grund, mitten in der Corona-Pandemie «hunderte Arbeitnehmende vor die Tür zu setzen», so die Gewerkschaft. (awp/mc/ps)

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