Roche scheitert mit Phase-III-Studien bei Alzheimer und Brustkrebs

Roche-CEO Severin Schwan. (© Roche)

Basel – Der Pharma-Konzern Roche muss ungewohnt schlechte News vermelden: Zwei Produktkandidaten sind in Phase-III-Studien gescheitert. Abgebrochen wurde einerseits die Studie «SCarlet RoAD» für den Produktkandidaten Gantenerumab zur Therapie der Alzheimer-Erkrankung im Frühstadium. Andererseits zeigte Kadcyla bei der Behandlung von HER2-positivem fortgeschrittenen Brustkrebs in den Tests keine statistisch signifikanten Ergebnisse.

Bereits Mitte Jahr scheiterte der Pharma-Konzern mit einem anderen Alzheimer-Produktkandidat – mit Crenezumab – in einer Phase-II-Studie. Allerdings zeigte das Prüfmedikament bei Studien-Teilgruppen und in der kleineren «BLAZE»-Studie eine gewisse Wirkung.

Die Entscheidung zur Einstellung der Tests mit Gantenerumab beruhe auf den Resultaten einer vorab geplanten Zwischenanalyse und der Empfehlung des unabhängigen Gremiums zur Beurteilung der Studiendaten, teilte Roche am Freitag mit. Die Daten der Tests sollen trotzdem der medizinischen Fachwelt vorgestellt werden, wobei die Erkenntnisse aus der Studie in zukünftige Forschungsprogramme, Therapieansätze und klinische Studiendesigns einfliessen würden, heisst es.

Enttäuschung – aber andere Studien laufen weiter
«Wir sind enttäuscht über diese Studienresultate, weil Patienten mit Alzheimer im Frühstadium neue Medikamente benötigen, die das Fortschreiten der Erkrankung verzögern,» wird Sandra Horning, Chief Medical Officer und Leiterin der globalen Produktentwicklung, in der Mitteilung zitiert. «Wir werden uns weiter dafür einsetzen, neue Medikamente für diese schwere Erkrankung (Alzheimer) zu erforschen.»

Gantenerumab wird laut Mitteilung nach wie vor in der Phase-III-Studie Marguerite «RoAD» bei einem späteren Stadium der Alzheimer-Krankheit (leichte Demenz infolge von Alzheimer) geprüft. Zudem befänden sich zwei weitere Prüfmedikamente in Phase II der klinischen Entwicklung: Crenezumab (Anti-Amyloid-Antikörper) und RG1577 (Monoaminooxidase-B-Hemmer).

Kadcyla ohne Vorteile in Erstlinien-Brustkrebstherapie
Schlechte News kommen auch für das Brustkrebsmedikament Kadcyla. In der Phase-III-Studie «MARIANNE» wurde der Endpunkt bezüglich Überlegenheit in Therapieschemen mit dem Medikament als Erstlinien-Behandlung nicht erreicht. Die Tests hätten ergeben, dass drei Behandlungsschemen zu ähnlich langen Zeitspannen für das Überleben (PFS) geführt hätten, heisst es in einer zweiten Mitteilung vom Freitag.

Damit sei zwar der von einem unabhängigen Überprüfungsgremium beurteilte Endpunkt der Nicht-Unterlegenheit erreicht worden. Allerdings habe keine der mit Kadcyla ergänzten Therapieschemen eine signifikante Verbesserung des PFS gegenüber Herceptin und Chemotherapie erreicht.

In der Studie wurden drei gezielt gegen HER2 gerichtete Therapieschemen geprüft: Kadcyla (Trastuzumab-Emtansine) plus Perjeta (Pertuzumab), Kadcyla allein sowie Herceptin (Trastuzumab) plus Taxan-Chemotherapie. Die Studiendaten sollen an einer Fachtagung präsentiert werden.

Die Resultate haben laut Mitteilung keinen Einfluss auf die zugelassenen Anwendungen von Kadcyla und Perjeta bei fortgeschrittenem, HER2-positivem Brustkrebs. Kadcyla ist für Patientinnen mit vorbehandeltem Brustkrebs zugelassen (Zweitlinientherapie und spätere Therapielinien), Perjeta ist in Kombination mit Herceptin und Chemotherapie für Menschen mit nicht vorbehandeltem Brustkrebs zugelassen (Erstlinientherapie).

Die Roche-Papiere dürfte aufgrund der negativen Studien am Freitag schwach tendieren. Vorbörslich ist der GS einziger SMI-Wert im Minus (-1,3%). (awp/mc/ps)

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