Rothenbühler prov. Sachverwalter bei Swissmetal

Swissmetal-Werk Dornach

Swissmetal-Werk in Dornach steht still.

Bern – Fritz Rothenbühler ist als provisorischer Sachwalter für den Kupferprodukte-Hersteller Swissmetal Industries AG eingesetzt worden. Seine Aufgabe besteht darin, die Geschäftstätigkeit des konkursbedrohten Unternehmens zu beaufsichtigen. Ausserdem wird er die Vermögens-, Ertrags- und Einkommenslage von Swissmetal beurteilen.

Bis Mitte September muss er dem zuständigen Nachlassrichter des Richteramtes Dorneck-Thierstein einen Bericht dazu abliefern, wie der Sachwalter am Montag mitteilte. Rothenbühler und sein Stab hätten bereits erste Gespräche mit der Geschäftsleitung, den Vertretern der Banken sowie den Arbeitnehmern geführt, heisst es in der Mitteilung weiter.

Nachlassstundung gewährt
Am vergangenen Donnerstag war Swissmetal für die Aktivitäten in Dornach SO und Reconvilier BE wegen Überschuldung für zwei Monate die provisorische Nachlassstundung gewährt worden. Während dieser Zeit ist das Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt.

Swissmetal will Konsultationsverfahren mit Sozialpartnern verlängern
Am Montagabend teilte die Holding von Swissmetal mit, dass sie das Konsultationsverfahren mit den Sozialpartnern bis zum 19. August verlängern wolle. Die Zeit solle unter anderem dazu genutzt werden, «weiter alle Optionen zu prüfen», die einen «Fortbestand ganz oder in Teilen ermöglichen», hiess es in der Mitteilung.

Maschinen in Dornach stehen still
Seit dem 4. Juli stehen im Swissmetal-Werk in Dornach die Maschinen still, nachdem die Banken das dortige Materiallager blockiert hatten. Das Unternehmen erklärte damals, man bereite eine Massenentlassung der 290 Mitarbeiter in Dornach vor und werde darüber mit den Gewerkschaften Konsultationsgespräche führen.

Neuer Investor gesucht
Swissmetal hat zudem mehrfach erklärt, um wenigstens einen Teil des Unternehmens zu retten, brauche es einen neuen Investor. Seit Mitte Juli werden Gespräche mit dem französischen Unternehmen Le Bronze Industriel geführt. Ziel sei, die Schweizer Aktivitäten unter ihrem Dach weiterzuführen. Am Montagabend hiess es von Seiten von Swissmetal dazu, es lägen derzeit «noch keine konkreten Ergebnisse» vor.

Neben den Werken in der Schweiz betreibt Swissmetal auch je einen Betrieb in den USA und in Deutschland. Insgesamt hat der Kupferprodukte-Produzent nach eigenen Angaben 626 Vollzeitstellen.

Drei Jahre in Folge mit roten Zahlen
Swissmetal ist in finanzieller Schieflage. Das Unternehmen fuhr im Geschäftsjahr 2010 ein Minus von 21,9 Mio CHF ein – der dritte Jahresverlust in Folge. Vor diesem Hintergrund nahmen die Banken, die bei der Swissmetal einen Kredit von knapp 25 Mio CHF ausstehend haben, ihr Pfandrecht auf das Materiallager in Dornach wahr und blockierten es. (awp/mc/pg)

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