Schlatter erleidet im Halbjahr Umsatzeinbruch und schreibt Verlust

Werner Schmidli
Werner Schmidli, CEO Schlatter Group.. (Foto: Schlatter)

Schlieren – Der Maschinenbauer Schlatter ist im ersten Semester 2020 wie angekündigt in die roten Zahlen gerutscht. Und auch für das zweite Semester stellt das Unternehmen einen Verlust in Aussicht. Eine Erholung der Märkte wird erst für 2021 erwartet.

Der Umsatz lag in der Periode von Januar bis Juni mit 36,6 Millionen Franken um einen Drittel unter dem Niveau des Vorjahres, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Beim Bestellungseingang fiel das Minus mit rund 9 Prozent auf 39,1 Millionen geringer aus.

Auf Stufe Betriebsgewinn (EBIT) resultierte ein Verlust von 3,6 Millionen, nach einem Gewinn von 1,9 Millionen im Vorjahr. Und das Reinergebnis war mit -4,0 Millionen ebenfalls negativ, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 1,4 Millionen erwirtschaftet worden war.

Man sei trotz tieferem Auftragsbestand positiv ins Geschäftsjahr gestartet, heisst es zum Semesterverlauf. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten jedoch zu einem deutlichen tieferen Nettoerlös als erwartet und zu einem operativen Verlust geführt, dies in beiden Segmenten.

Im grösseren Segment Schweissen brach der Umsatz um knapp einen Drittel auf noch 30,0 Millionen ein. Schlatter begründet dies mit den ab März weltweit umgesetzten Corona-Schutzmassnahmen. Zahlreiche Kundenwerke im Bereich Gitter hätten den Betrieb über längere Zeit stilllegen müssen, was zu einem Einbruch im Bereich von Anlagen und Ersatzteilen geführt habe. Und der nochmals stärkere Franken habe die Profitabilität zusätzlich belastet.

Umzug nach Münster führt zu Produktionsstopp
Im Segment Weben hätten diverse Projekte vor Verkaufsabschluss gestanden, seien aufgrund der Lockdowns aber zeitlich verschoben worden. Hier fiel der Umsatz um etwas über einen Drittel auf 6,6 Millionen Franken. Der Umzug an den neuen Standort in Münster sei erfolgt, was erwartungsgemäss mit einmaligen Kosten und einem zeitlich beschränkten Produktionsstopp verbunden gewesen sei. Dadurch würden künftig aber die Produktionsprozesse vereinfacht und die Produktivität gesteigert.

Mit Blick in die Zukunft spricht Schlatter von einem nach wie vor „unsicheren und volatilen“ Marktumfeld. Es hänge stark vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Mit einer Erholung der Märkte sei erst für 2021 zu rechnen. So stellt das Unternehmen für das zweite Semester erneut einen Verlust in Aussicht. (awp/mc/ps)

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