Schlatter kehrt zu schwarzen Zahlen zurück

Werner Schmidli
Werner Schmidli, CEO Schlatter Industries. (Foto: Schlatter)

Werner Schmidli, CEO Schlatter Industries. (Foto: Schlatter)

Schlieren – Die Schlatter Gruppe verzeichnete 2013 einen Bestellungseingang von CHF 84,0 Mio. (2012: CHF 104,6 Mio.). Sie erzielte einen Nettoerlös von CHF 96,9 Mio. (CHF 115,5 Mio.) und verfügte per Ende Berichtsjahr über einen Auftragsbestand von CHF 27,1 Mio. (CHF 40,0 Mio.). Mit dem positiven Betriebsergebnis (EBIT) von CHF 0,6 Mio. (CHF –22,0 Mio.) wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Für die Berichtsperiode weist die Schlatter Gruppe ein Konzernergebnis von CHF 0,02 Mio. (CHF –22,4 Mio.) aus.  

In den Zahlen zeigten sich einerseits die Auswirkungen der Redimensionierung der Schlatter Gruppe und der Aufgabe von Geschäftsaktivitäten, anderseits spiegle sich darin aber auch die abneh­mende Investitionsbereitschaft der Kunden in der zweiten Jahreshälfte des Geschäftsjahrs, heisst es dazu in einer Mitteilung des Anlagebauers vom Donnerstag.

Marktumfeld nach wie vor verhalten
Die europäischen Kernmärkte der Schlatter Gruppe im Produktbereich Draht sind nach wie vor von den Auswirkungen der Wirtschafts- beziehungsweise Finanzkrise betroffen. Auch für die nächsten Jahre kann nicht von einem substanziellen Aufschwung in diesen Regionen ausgegan­gen werden. Die Investitionsbereitschaft liess im zweiten Halbjahr 2013 nochmals nach oder kam teilweise ganz zum Erliegen. Eine hohe Nachfrage nach Gitterschweissanlagen ist in einigen süd- und zentralamerikanischen Ländern wie Brasilien oder Mexiko, teilweise in Asien und zu­nehmend in Russland zu verzeichnen. Das Wachstum in diesen Regionen ist jedoch bedeutend geringer, als dass es den Rückgang in Europa kompensieren könnte. Dazu kommt, dass in den neuen Regionen oft andere, günstigere Anlagenkonzepte nachgefragt werden als früher in West­europa.

Die erwartete Abkühlung der Nachfrage nach Webanlagen für die Papierindustrie in China sowie für Schienenschweissanlagen ist im Berichtsjahr eingetreten. Im Segment Weben dürften einige grossen Kunden Ersatzinvestitionen tätigen, ihre Kapazitäten aber nicht bedeutend ausbauen. Im Produktbereich Schienenschweissen erwartet Schlatter eine konstante Nachfrage, wobei die chinesische Regierung ihre Projekte für den Bau von Hochgeschwindigkeits-Zuglinien teilweise redimensioniert hat. Das Geschäft mit Ersatzteilen und Servicedienstleistungen hat sich erfreulich entwickelt und steuert einen bedeutenden Anteil zum Nettoerlös der Schlatter Gruppe bei.

Redimensionierung zeigt Resultate
An den beiden Standorten Schlieren und Münster wurde im Berichtsjahr eine umfassende  Redimensionierung umgesetzt. In Münster (Segment Weben) hat sich der Nettoerlös mit CHF 23,2 Mio. (CHF 45,1 Mio.) nahezu halbiert. Dank einer flexiblen Kostenstruktur und des frühzeitig eingeleiteten Kostensparprogramms konnte 2013 ein ausgeglichenes operatives Ergebnis gehalten werden. In Schlieren (Segment Schweissen) wurden substanzielle operative Verbesserungen umgesetzt. Der Nettoerlös des Segments Schweissen hat sich um 4,7% bzw. von CHF 70,4 Mio. auf CHF 73,7 Mio. erhöht; das operative Ergebnis beträgt CHF 0,6 Mio. (CHF –20,9 Mio.).  Um die Gruppe auch langfristig erfolgreich zu positionieren, ist eine Reihe weiterer Aufgaben zu erledigen. Insbesondere muss Schlatter wieder wachsen, um global tätig sein zu können. Im Be­reich Drahtanlagen für die Armierungsgitterindustrie gilt es, den in den vergangenen Jahren  verursachten technologischen Rückstand so schnell als möglich aufzuholen. Dies ist umso wich­tiger, als die Armierungsgitterindustrie das grösste Marktsegment der Schlatter Gruppe darstellt. Im Berichtsjahr wurde deshalb eine umfassende Produkt- und Entwicklungsroadmap erarbeitet, die in den nächsten Jahren konsequent umgesetzt wird. Daneben wurde eine Reihe von Projek­ten initiiert, mit denen die Bruttomarge, die Effizienz, Produktivität und Flexibilität erhöht werden sollen.

Keine Dividende
Die Schlatter Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Nettoerlös langfristig wieder substanziell zu steigern, damit das operative Ergebnis weiter verbessert werden kann. Wegen des tiefen Auf­tragsbestands per Jahresende wird im ersten Halbjahr 2014 ein Verlust anfallen, für das Ge­schäftsjahr 2014 gehen der Verwaltungsrat und das Management jedoch von einem positiven Ergebnis aus.  Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung vom 6. Mai 2014 beantragen, auf eine Divi­dendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2013 zu verzichten. (Schlatter/mc/ps)

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