Sensirion schafft im Halbjahr Sprung in die schwarzen Zahlen

Marc von Waldkirch
Sensirion-CEO Marc von Waldkirch. (Foto: Sensirion)

Stäfa – Sensirion hat im ersten Halbjahr 2020 den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft. Insgesamt sei es durch die Coronapandemie ein besonderes Jahr gewesen, teilte der Sensorenhersteller am Mittwoch mit. Bereits im Juni hatte das Unternehmen den Ausblick für das Gesamtjahr erhöht und eine recht konkrete Guidance für den Halbjahresumsatz abgegeben.

Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres um knapp 36 Prozent auf 113,7 Millionen Franken. Der um Sondereffekte bereinigte EBITDA, an dem das Unternehmen seine Profitabilität misst, wurde auf 22,5 Millionen mehr als verdoppelt. Damit stieg die Marge auf 19,7 Prozent (VJ 10,0%). Unter dem Strich erwirtschaftete Sensirion einen Gewinn von 11,1 Millionen Franken, nach einem Halbjahresverlust von 1,9 Millionen im Vorjahr.

Mit den aktuellen Zahlen hat Sensirion die Schätzungen der Analysten leicht übertroffen. Der AWP-Konsens war von einem Umsatz von 113,0 Millionen Franken ausgegangen, beim adj. EBITDA waren 21,5 Millionen erwartet worden. Unterm Strich hatten zwei Analysten mit 10,3 bzw. 10,8 Millionen gerechnet.

Medizintechnik schiebt Umsatz an
Besonders im Medizinaltechnikgeschäft profitierte der Sensorenhersteller von der Corona-Pandemie, denn die Flusssensoren für Beatmungsgeräte hätten sich einer grossen Nachfrage erfreut, hiess es bereits im Juni. Allein 24 Millionen Franken des Umsatzes stammten aus diesem Geschäft – im Vorjahr hatte Sensirion hier gerade einmal 2,6 Millionen umgesetzt. Insgesamt wurde der Umsatz im Medizintechnikgeschäft auf 42,8 Millionen mehr als verdoppelt.

Aber auch im Industriemarkt lag der Umsatz mit 36,8 Millionen Franken um 5,4 Prozent über dem Vorjahr. Hier sei das Neugeschäft mit CO2- und PM2.5-Sensoren für Anwendungen in Haushaltsgeräten der Haupttreiber gewesen. Insgesamt habe sich die Nachfrage hier trotz Covid-19 als relativ robust erwiesen.

Im Automobilmarkt gab es zwar aufgrund der zahlreichen Produktionsschliessungen im zweiten Quartal bei Erstausrüstern (OEMs) im bestehenden Geschäft mit Sensorkomponenten einen Umsatzrückgang. Durch den Marktstart des ersten Feinstaubsensormoduls sei dieser Rückgang aber mehr als kompensiert worden, was unterm Strich zu einem Umsatzplus von 2,1 Prozent auf 25,5 Millionen Franken führte. Auch im Consumermarkt sorgten neu anlaufende Projekte mit Feuchtigkeitssensoren für ein kräftiges Plus von 27 Prozent.

Ausblick positiv
Bereits Mitte Juni hatte Sensirion den Ausblick für das Gesamtjahr angesichts des positiven Markttrends sowie des Covid-19-Sondereffekts erhöht. Nun wird der Umsatzausblick auf 210 bis 230 Millionen Franken (zuvor 200-240 Millionen) konkretisiert. Stabile Wechselkurse und einen moderaten weiteren Pandemieverlauf vorausgesetzt dürfte die Bruttomarge sowie die bereinigte EBITDA-Marge 2020 in etwa auf dem Niveau der ersten Jahreshälfte liegen. Angesichts des unklaren Verlaufs von Covid-19 und des Einflusses auf die Wirtschaft sei der Ausblick aber weiter volatil und schwierig abzuschätzen, hiess es.

Mittel- und langfristig schätzt das Unternehmen seine Wachstumsaussichten weiterhin gut ein, die Treiber seien intakt und Sensirion breit nach Märkten und Regionen diversifiziert. (awp/mc/pg)

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