Shopping Center: Kreative Konzepte gegen rückläufige Umsätze

Shopping Center: Kreative Konzepte gegen rückläufige Umsätze

Zürich – Die Wincasa-Shopping Center Analyse für das dritte Quartal ist durch einen erneuten Umsatzrückgang gekennzeichnet. Doch die Einkaufszentren wissen dem Negativtrend mit kreativen Konzepten entgegenzuwirken.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal haben die Shopping Center im dritten Quartal 2016 einen nominalen Umsatzrückgang von 3.8% und real von 4,2% zu verkraften. Dies ergibt sich aus dem aktuellen Retail Snapshot des Immobilien-Dienstleisters Wincasa. Besonders die Bekleidungsbranche trägt ihren Teil zur negativen Umsatzdynamik bei. Die Herbst-/Wintermode fand aufgrund milder Spätsommertemperaturen erst spät ihren Weg in die Einkaufstaschen der Konsumenten. Die Center hoffen nun auf ein gutes Weihnachtsgeschäft.

Der Detailhandel insgesamt bleibt unter Druck. Online-Shopping und Einkaufstourismus reduzieren die Umsätze im stationären Handel. Um dem Trend zum Online-Shopping entgegenzuwirken, setzen die Shopping Center vermehrt auf das Einkaufen als emotionales Rundum-Erlebnis mit Mehrwerten, die ein Einkauf im Web nicht bieten kann. Dies wird beispielsweise beim Shopping Center Sihlcity in Zürich sichtbar: „Regelmässige Events wie die Fashionweek, Konzerte und unser beliebtes Fonduechalet, ziehen mehr Besucher an“, erklärt Nina Schaller, Leiterin Marketing bei Sihlcity.

Auch Daniel Zimmermann, Centerleiter vom St. Jakob-Park Basel, setzt auf Events und beim Angebotsmix bewusst auf Shops mit Anziehungskraft, die erst in wenigen Centern präsent sind. Zudem seien Dienstleistungsangebote zentral, um sich vom Angebot des Online-Handels zu differenzieren. Im St. Jakob-Park Basel sind dies beispielsweise die 24h-Paketautomaten der Post oder der Dienst von Eco Dry Clean, der die Fahrzeugreinigung während des Shoppings ermöglicht.

Von der Einkaufswelt zum „Third Place“
Erfolgreiche Shopping Center sind zunehmend mehr als reine Konsumtempel – sie werden zu Orten der Begegnung, die Menschen neben dem Zuhause und dem Arbeitsplatz als „dritte Orte“ dienen. „Für die Kreation eines solchen „Third Place“ braucht es den richtigen Angebotsmix. Das Shopping Center wird zu einem Dach, unter dem viele Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden wie Einkaufen, Essen und das Treffen von Freunden parallel bedient werden können“, so Philipp Schoch, Bereichsleiter Center Management bei Wincasa. In Sihlcity tragen ergänzende Angebote wie das neue Migros Fitnesscenter und Eventräumlichkeiten wie der Papiersaal oder die Kinos auf dem Areal dazu bei, dass die Besucher gerne und oft auf dem Areal verweilen.

Hoffen auf Weihnachten
Die Umsatzhoffnungen der Center liegen auf dem vierten Quartal, das dank dem Weihnachtsgeschäft bessere Ergebnisse erzielen soll. Besonders um die Weihnachtszeit schaffen kreative Konzepte aus den Shopping Centern beliebte Treffpunkte im Weihnachtsrummel. Das Stücki Shoppingcenter in Basel bietet seinen Besuchern beispielsweise während der Weihnachtszeit eine eigene Kunsteisbahn, Glühweinstände und für die Kleinen einen Märliwald, in dem Weihnachtsgeschichten erzählt werden.

Die Analyse der Research & Strategy Abteilung von Wincasa basiert auf Zahlen von zehn Shopping Centern mit rund 550 Geschäften auf einer Gesamtfläche von 250‘000 m2. Der Retail Snapshot erscheint quartalsweise.

Wincasa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.