Solides Ergebnis der WWZ-Gruppe im ersten Halbjahr 2021

Andreas Widmer
Andreas Widmer, CEO WWZ. (Foto: zvg)

Zug – Der Nettoerlös der WWZ-Gruppe ist im ersten Halbjahr 2021 um 6 Prozent auf CHF 120,5 Mio gestiegen. Der höhere Stromabsatz, die kühle Witterung und der Ausbau der Fernwärme trugen zur Umsatzsteigerung bei. Das betriebliche Ergebnis erhöhte sich um 4,5 Prozent auf CHF 17,4 Mio. Der Finanzertrag war aufgrund der guten Entwicklung der Kapitalmärkte sehr hoch. WWZ erzielte im ersten Halbjahr einen Konzerngewinn von CHF 20,0 Mio.

Der Ausbau der klimafreundlichen Fernwärme schreitet planmässig voran. Die Energiezentralen Metalli, Lüssi und Grafenau des Energieverbunds Circulago sind in Betrieb. Der Baustart des Wärmeverbunds Ennetsee, das zweite grosse Fernwärmeprojekt von WWZ, ist erfolgt. Erste Kundinnen und Kunden werden voraussichtlich Ende 2022 mit Wärmeenergie aus der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia beliefert werden können. WWZ investierte im ersten Halbjahr insgesamt CHF 52,7 Mio. in die Wachstumsbereiche und den Unterhalt der Versorgungsinfrastruktur. Zur Finanzierung des weiteren Ausbaus der Fernwärme will WWZ Fremdkapital aufnehmen und plant, im Herbst eine kotierte Anleihe in der Grössenordnung von CHF 100 Mio. herauszugeben.

Stromabsatz gestiegen
Nach der schwachen Vorjahresperiode stieg der Stromabsatz im ersten Halbjahr 2021 wieder an. Bei den gebundenen Kunden in der Grundversorgung erhöhte sich die Nachfrage um rund 4 Prozent, und auch bei den Marktkunden ausserhalb des Versorgungsgebiets steigerte WWZ den Absatz. Der Nettoerlös aus dem Stromverkauf stieg um 10 Prozent.

Ausbau des Telekomnetzes auf 1 Gbit/s praktisch abgeschlossen
WWZ betreibt eigene Telekomnetze und bietet darauf digitale Telekomdienste an. Die Abozahlen konnten im ersten Halbjahr insgesamt weiter gesteigert werden. Während interaktives Fernsehen und Mobiltelefonie zulegten, gaben Festnetztelefonie und Grundanschlüsse weiter nach. Der Preisdruck war unverändert hoch. Der Nettoerlös im Segment Telekom blieb trotz des Mengenwachstums auf Vorjahresniveau. Die hohen Infrastrukturinvestitionen in die Datennetze und Betriebssysteme führten zu höheren ordentlichen Abschreibungen.

Wärmegeschäft profitierte von der kühlen Witterung
Die kühle Witterung führte im ersten Halbjahr zu einer höheren Nachfrage nach Heizenergie. Der Absatz an Erdgas stieg. Infolge von Preissenkungen blieb der Nettoerlös aus dem Verkauf von Erdgas mit CHF 17,2 Mio. jedoch knapp unter Vorjahr. Der Absatz der Fernwärme stieg um 10 auf 28 MWh. Der Nettoerlös der Fernwärme erhöhte sich um 46 Prozent auf CHF 3,3 Mio.

Investitionsschwerpunkt Fernwärme
Umweltfreundliche Wärmeversorgungslösungen bilden den Wachstumsschwerpunkt von WWZ. Das Unternehmen baut hier zurzeit zwei Grossprojekte. Der Wärme- und Kälteverbund Circulago wird weite Teile der Stadt Zug und von Baar-Süd mit CO2-armer Energie aus dem Zugersee versorgen. Die Energiezentralen Grafenau, Lüssi und Metalli sind bereits in Betrieb, der weitere Ausbau des Energieverbunds schreitet planmässig voran. Das zweite Projekt, der Wärmeverbund Ennetsee, wird das Gebiet Rotkreuz-Hünenberg-Cham mit CO2-freier Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia versorgen. Der Baustart ist erfolgt, erste Kundinnen und Kunden werden voraussichtlich Ende 2022 beliefert. Die beiden Projekte haben ein Investitionsvolumen im Endausbau von über CHF 200 Mio. und sparen jährlich bis zu 37’000 Tonnen CO2 ein.

Emission einer kotierten Anleihe geplant
Ein Teil der Investitionen in die Fernwärme soll mit Fremdkapital finanziert werden. Dazu ist eine kotierte langfristige Anleihe in der Grössenordnung von CHF 100 Mio. geplant. Die Eigenfinanzierung der WWZ-Gruppe bleibt auch mit der Anleihe überdurchschnittlich hoch und die Verschuldung tief.

Schwächeres zweites Halbjahr erwartet
Das erste Halbjahr 2021 hat von der kühlen Witterung profitiert. Dieser Effekt wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr wegfallen. Die Beschaffungspreise für Strom und Erdgas sind im Verlauf des 2021 stark gestiegen. Wir erwarten im zweiten Halbjahr tiefere Bruttomargen. Der Wettbewerb im Segment Telekom ist intensiv. Die Abschreibungen und Aufbaukosten der Fernwärme bleiben hoch, jedoch stärkt WWZ damit ihre Position im Bereich klimafreundlicher Energie weiter. (WWZ/mc)


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