Standortpromotion 2015: Leicht weniger Firmen, aber mehr Jobs

Christoph Brutschin

Regierungsrat Christoph Brutschin, Präsident VDK-Steuerungsgruppe Landesmarketing. (Foto: wsu.bs.ch)

Bern – Mit 264 Unternehmensansiedlungen und 1 082 neu geschaffenen Arbeitsplätzen schliesst die Statistik der Standortpromotion im 2015 grundsätzlich positiv ab. Obschon die Anzahl der Firmenzuzüge gegenüber 2014 etwas tiefer liegt, kann bei den neu geschaffenen Arbeitsplätzen im 2015 ein Plus von 38 Prozent verzeichnet werden. Dieses Resultat sei positiv zu würdigen und stärke das Bild einer Standortpromotion, die auf Mehrwert und nicht auf Masse setzt, heisst es dazu in einer Mitteilung der Konferenz Kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren (VDK) vom Montag. Auch das neue nationale Mandat 2016 bis 2019 unterstützt diese Strategie aktiv.  

Firmen-Ansiedelung: leichtes Minus – Arbeitsplätze: sattes Plus  
Einmal pro Jahr erhebt die Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz die Zahlen für neue Ansiedelungen ausländischer Firmen, welche den Weg in die Schweiz mit einem wesentlichen Beitrag der Standortpromotion durch Bund, Regionen und Kantone gefunden haben, und die damit geschaffenen Arbeitsplätze in der Schweiz. Für das Berichtsjahr 2015 waren dies 264 Firmen und 1 082 neue Arbeitsplätze (im 2014: 274 Firmen und 780 Arbeitsplätze). Während bei den zugezogenen Unternehmen ein leichtes Minus zu verzeichnen ist, überwiegen die neuen Arbeitsplätze mit einem satten Plus von fast 40 Prozent. Das positive Ergebnis bei den Arbeitsplätzen kann als Ausdruck für die Standortpromotions-Strategie gewertet werden, welche nicht etwa eine Vielzahl von neuen Firmen, sondern die Schaffung von wirtschaftlichem Mehrwert für die Schweiz in den Vordergrund stellt. Die neu angesiedelten Firmen streben gemäss Studienerkenntnissen rasch eine lokale Verankerung an und sind deswegen besonders daran interessiert, bereits ansässige Arbeitnehmende zu rekrutieren.

Life Science als Branche im Aufwind  
Bei der Verteilung der Neuansiedlungen auf die einzelnen Branchen bleibt festzustellen, dass es auch hier im Vergleich zu den Vorjahren zu keinen grossen Veränderungen gekommen ist. Der Life Science-Bereich gewinnt allerdings in der Tendenz der letzten Jahre beim Branchenmix zahlenmässig an Bedeutung. Dies deutet darauf hin, dass die Schweiz in diesem Bereich als kompetitiver Standort dasteht. Dafür sprechen ein interessantes industrielles und exzellentes wissenschaftliches Umfeld, was in verschiedenen Regionen der Schweiz immer wieder zu wertschöpfungsstarken Projekten führt.

Neues Mandat „nationale Standortpromotion“ mit S-GE: Verstärkter Fokus auf Branchen in Zielländern   
Diese Entwicklungen sind denn auch in die strategische Neuausrichtung der nationalen Standortpromotion, welche Switzerland Global Enterprise (S-GE) im Auftrag des Bundes und der Kantone durchführt, aufgenommen worden. Ein verstärkter Fokus bei der Akquisition von neuen Firmen auf ausgewählte Branchen in den Zielländern soll die Standortpromotion im Ausland noch wirksamer machen. Im Vordergrund der Anstrengungen stehen Wertschöpfung und Innovation, nicht Quantität. Dabei wird auch auf die Promotion der Schweiz als qualitativ hoch entwickelter Wirtschaftsstandort gesetzt. Deshalb sind die Anstrengungen im Bereich „Imaging“ in den letzten zwei Jahren mit einer gezielten Qualitätsoffensive bewusst verstärkt worden.

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