Standortpromotion: Weniger Firmen-Ansiedlungen 2014

Konjunktur CH

Bern – Die gezielte Ansiedlung von innovativen und wertschöpfungsintensiven Firmen liefert den Kantonen wichtige Impulse für ihre Wirtschaftsstruktur und fördert Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Im 2014 schufen 274 angesiedelte Firmen mindestens 780 neue Arbeitsplätze. In den nächsten drei Jahren sollen dadurch insgesamt rund 3000 Stellen entstehen. Zusätzlich wurde die Informationsvermittlung für ausgewählte ausländische Investoren weiter fokussiert und die Koordination unter den Akteuren verbessert, wie die Konferenz Kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren (VDK) am Donnerstag mitteilte.

Ansiedlungen von Firmen aus dem Ausland führen über längere Sicht im Inland zur Schaffung von Arbeitsplätzen und generieren Wertschöpfung, sei dies direkt in Form von Löhnen, Steuern, Zinsen und Dividenden oder indirekt über den Bezug von Vorleistungen und Investitionsgütern oder über die erhöhte Konsumnachfrage. Ansiedlungen können zudem die regionale Wirtschaftsstruktur positiv beeinflussen, beispielsweise mittels Know-how Transfer, und dazu beitragen, gezielt Lücken in Wertschöpfungsketten zu schliessen. Das alles ist verbunden mit einem hohen volkswirtschaftlichen Nutzen.

Rückgang bei den Ansiedlungszahlen
Das Generalsekretariat der Konferenz Kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren (VDK) erhebt für die ganze Schweiz einmal pro Jahr die Zahlen für Ansiedelungen von Unternehmen aus dem Ausland sowie von den im Berichtsjahr neu geschaffenen Arbeitsplätzen. Die VDK stützt sich auf die Eingaben der kantonalen Wirtschaftsförderungen ab, erfasst werden die Ansiedlungen mit wesentlichem Beitrag der Standortpromotion (durch Bund, Regionen und Kantone). Im 2014 siedelten sich auf diese Weise 274 Unternehmen in der Schweiz an (-8 % gegenüber 2013), dabei sind im Berichtsjahr mindestens 780 Arbeitsplätze entstanden (-20 % gegenüber 2013). In den nächsten drei Jahren sollen nach Angaben dieser angesiedelten Firmen geschätzt insgesamt rund 3000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Strategie für mehr Qualität anstelle von Quantität      
Der Rückgang der Ansiedlungszahlen dürfte einerseits auf die Ausrichtung der verschiedenen Standortpromotionsorganisationen zurückzuführen sein, die Schweiz als erstklassigen Standort für ausgewählte, wertschöpfungsintensive Unternehmen zu positionieren. Damit steht die Qualität und nicht die Anzahl der Ansiedlungen im Vordergrund. Anderseits liegen die Gründe auch im verschärften globalen Standortwettbewerb sowie bei den Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung von einzelnen Standortfaktoren der Schweiz (bspw. die Unternehmenssteuerreform, der Frankenkurs oder die Personenfreizügigkeit mit der EU). Auch ist zu berücksichtigen, dass es sich bei Direktinvestitionen oft um längerfristige Projekte handelt und nicht alle Leistungen der Standortpromotion quantifizierbar sind, so zum Beispiel im Bereich der Informationsvermittlung über die Vorteile des Wirtschaftsstandortes Schweiz.

Verschiedene Akteure – ein gemeinsames Ziel   
Als Träger der kantonalen Wirtschaftsförderung führen die Kantone auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnittene Standortpromotionsmassnahmen durch, dies teilweise auch in regionalen Zusammenschlüssen. Auf nationaler Ebene unterhalten die Kantone gemeinsam mit dem Bund das Mandat „nationale Standortpromotion“. In deren Auftrag fördert Switzerland Global Enterprise (S-GE) die Informationsvermittlung über den Unternehmensstandort Schweiz („Imaging“), da eine zentrale Organisation effizienter, einheitlicher und kohärenter über den Unternehmensstandort Schweiz informieren kann. In Ergänzung dazu findet eine gezielte Identifikation von geeigneten Ansiedlungs-Projekten („Prospecting“) statt, die den Kantonen zur Weiterbearbeitung zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren kommt der „nationalen Standortpromotion“ eine wichtige Koordinations- und Klammerfunktion im gesamten Standortpromotionssystem zu, etwa mittels Aus- und Weiterbildungen. Diese werden für die Standortförderer der Kantone und Regionen sowie für das Personal auf den Swiss Business Hubs durchgeführt und fördern auch die gegenseitige Information sowie die Koordination unter den Akteuren.

Einheitlicher Auftritt der Schweiz im Ausland  
Die „nationale Standortpromotion“ trägt ausserdem dazu bei, den Auftritt der Schweiz im Ausland einheitlicher zu gestalten. So treibt sie beispielsweise die Einbindung von digitalen Vermarktungsinhalten der Kantone und Regionen voran und baut die Informationsaktivitäten gezielt aus, um dem gestiegenen Informationsbedarf ausländischer Investoren noch besser Rechnung zu tragen. Mit diesen Grundlagenarbeiten über nationale Standortfaktoren können die Kantone entlastet und Effizienzgewinne realisiert werden.  (VDK/mc/ps)

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