Starrag erreicht 2018 Gewinnschwelle nur noch knapp

Starrag erreicht 2018 Gewinnschwelle nur noch knapp
Christian Walti, CEO Starrag Group. (Foto: Starrag)

Rorschacherberg – Der Werkzeugmaschinen-Hersteller Starrag hat ein schwieriges Geschäftsjahr 2018 hinter sich und deutlich weniger verdient als noch im Vorjahr. Die Dividende soll denn auch um einen Drittel gekürzt werden. An der Spitze des Verwaltungsrates übernimmt Walter Fust wieder das Ruder.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT fiel um über 27 Prozent auf 11,1 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die zuvor schon tiefe operative Marge sank damit noch einmal auf noch 2,9 Prozent. Bereits im vergangenen November hatte das Unternehmen gewarnt, dass das operative Ergebnis unter dem Vorjahr ausfallen werde.

Die Probleme von Starrag sind zumindest teilweise hausgemacht. So kam es bereits im ersten Semester an einem einzelnen Standort zu Verzögerungen bei der Abwicklung der im Übrigen munter sprudelnden Auftragseingänge. Dies zog Massnahmen zur Verbesserung der internen und externen Lieferkette nach sich, was mit entsprechenden Restrukturierungskosten verbunden war. Dennoch kamen im zweiten Semester entsprechende Probleme auch an anderen Standorten hinzu.

Neues Kostenprogramm lanciert
Da die ersten eingeleiteten Massnahmen 2018 noch nicht die gewünschten Resultate gebracht haben, wurden im dritten Quartal weitere eingeleitet, unter anderem die interimistische Neubesetzung der Leitung an zwei Standorten. Zu Verbesserung der operativen Abläufe wurde zudem das „Programm 21“ lanciert, welches bereits im laufenden Jahr Wirkung zeigen sollte.

Der Reingewinn fiel unter diesen Umständen um über 30 Prozent auf 8,4 Millionen Franken zurück. Den Aktionären soll entsprechend eine um einen Drittel gekürzte Dividende von 1,00 Franken je Aktie ausgeschüttet werden.

Bereits seit Ende Januar bekannt ist der Umsatz. Er ging um 4 Prozent auf 389 Millionen Franken zurück. Unter Ausklammerung positiver Währungseffekte lag das Minus bei 6 Prozent. Starrag erklärte diesen Rückgang mit den Verzögerungen in der Auftragsabwicklung und der geringeren Profitabilität einzelner Aufträge. Ausserdem habe die Verunsicherung der Märkte durch die intensivierten internationalen Handelskonflikte erheblich zugenommen, hiess es dazu im Januar.

Starker Anstieg des Auftragseingangs
Deutlich besser sah das Bild beim Auftragseingang aus. Dieser schoss um 32 Prozent auf 461 Millionen Franken in die Höhe, den zweitbesten Wert in der Geschichte des Unternehmens. Zu diesem markanten Anstieg trugen insbesondere die Märkte Luftfahrt und Transport mit mehreren Grossaufträgen bei. Der Bereich Industrie entwickelte sich ebenfalls positiv, wogegen der Markt Energie auf dem Vorjahresniveau verharrte.

Starrag verfügte per Ende 2018 mit einem Auftragsbestand von 366 Millionen über den höchsten Arbeitsvorrat der Geschichte. Damit sei eine stabile Grundauslastung von deutlich über einem Jahr gesichert.

Fust übernimmt das Präsidium wieder
Der Ausblick auf das laufende Jahr ist dennoch ambivalent. Man sehe den kommenden Monaten dank weiterhin intakter Absatzmärkte grundsätzlich optimistisch entgegen, heisst es. Der Auftragseingang dürfte sich normalisieren, das heisst zurückgehen, wogegen der Umsatz in Lokalwährungen gesteigert werden sollte. Dem positiven Volumeneffekt stehen allerdings höhere Restrukturierungs-, Personal- und Materialkosten gegenüber. Die EBIT-Marge dürfte deshalb auf dem tiefen Niveau verharren.

In dieser schwierigen Phase kommt es auch noch zu einem Wechsel an der Spitze. Verwaltungsratspräsident Daniel Frutig stellt sich der kommenden Generalversammlung nicht mehr zur Wiederwahl. Er wird abgelöst durch den Hauptaktionär Walter Fust, welcher zuletzt vor vier Jahren seinen Rücktritt als Präsident des Gremiums gegeben hatte. (awp/mc/pg)

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