STMicroelectronics weiter tiefrot – Ende für ST-Ericcson lastet schwer

Carlo Bozotti
Carlo Bozotti, ehemaliger CEO und Chairman STMicroelectronics.

Carlo Bozotti, CEO und Chairman STMicroelectronics.

Genf – Europas grösster Halbleiterhersteller STMicroelectronics hat das siebte Quartal in Folge einen Verlust geschrieben. Neben einem schwächeren Geschäft mit Handychips lastete das Aus für das defizitäre Gemeinschaftsunternehmen ST-Ericsson auf der Zwischenbilanz. Unter dem Strich stand für die Zeit zwischen April und Ende Juni ein Minus von 152 Millionen US-Dollar, nach einem Verlust von 75 Millionen Dollar im Vorjahr, wie das Unternehmen am späten Montagabend mitteilte.

Der Umsatz fiel um knapp fünf Prozent auf 2,05 Milliarden Dollar. Mit Nokia und Blackbery setzen zwei angeschlagene Handyhersteller auf Chips von ST-Micro. Da beide im Wettbewerb mit Apple oder Samsung das Nachsehen haben, leidet auch der Halbleiterkonzern unter deren rückläufigen Verkäufen. Unternehmenschef Carlo Bozotti will daher künftig mehr Kunden unter den Autobauern oder Herstellern von Spielkonsolen finden.

Reissleine gezogen
Im März hatten Ericsson und STMicroelectronics entschieden, beim seit Jahren defizitäre Joint-Venture ST-Ericsson die Reissleine zu ziehen. Nächsten Monat soll es aufgelöst werden, nachdem einige Unternehmensteile noch Unterschlupf bei ihren ehemaligen Müttern gefunden haben.

Die Bruttomarge bei STMicroelectronics erreichte im vergangenen Quartal 32,8 Prozent und lag damit leicht über den Erwartungen der Analysten. Bozotti versprach mit Blick auf das dritte Quartal eine «schrittweise Verbesserung» bei der Marge. Allerdings sieht er auch erhebliche Risiken: Als Zielkorridor nannte der Vorstand 33,5 Prozent – plus oder minus zwei Prozentpunkte.

Auftragslage nach und nach verbessert
Die Auftragslage habe sich im zweiten Quartal nach und nach verbessert, allerdings habe sich die Nachfrage bei Chips für Smartphones zum Ende hin abgeschwächt, sagte der Manager.

Auch Dialog Semiconductor berichtete jüngst über ein abflauendes Geschäft mit Chips für mobile Endgeräte. Der im Dax notierte Halbleiterspezialist Infineon hatte bereits im Jahr 2010 sein Geschäft mit Handychips an Intel verkauft. (awp/mc/upd/ps)

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