Straumann steigert 2014 Umsatz und Gewinn

Marco Gadola

Marco Gadola, CEO Straumann

Basel – Der Dentalimplantat-Hersteller Straumann hat im Geschäftsjahr den Umsatz erhöht und den Betriebs- sowie Reingewinn überdurchschnittlich gesteigert. Dabei erzielte das Unternehmen Volumensteigerungen und Effizienzgewinne und profitierte darüber hinaus vom Wegfall von Sondereffekten und einem Steuereffekt. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz organisch in ähnlichem Ausmass zunehmen wie im Berichtsjahr. Und die EBIT-Marge soll ebenfalls organisch über 20% bleiben. Um die Auswirkungen des starken Frankens abzufedern, setzt das Management auf strikte Kostenkontrolle.

Im Geschäftsjahr 2014 wuchs der Umsatz um 4,5% auf 710,3 Mio CHF. In Lokalwährungen (LW) sowie organisch betrug der Zuwachs 6,4%. In Europa (+3,2% organisch) stiegen die Umsätze dabei unterdurchschnittlich, in den USA (+7,8%) lagen sie deutlich höher und in den Regionen Asien/Pazifik und «Rest der Welt» (je +14%) stiegen die Verkäufe gar zweistellig, wie das Unternehmen am Freitag mitteilt. «Organisch» heisst dabei wechselkurs- und akqusitions- bzw. devestitionsbereinigt.

In Europa habe die anhaltende Konjunkturschwäche die Nachfrage gebremst. Demgegenüber habe man in Nordamerika das Marktwachstum übertroffen und entsprechend Marktanteile gewonnen. Im Marktbereich Asien/Pazifik habe vor allem die Nachfrage in Japan und China für starkes Wachstum gesorgt.

Kostenkontrolee und Steuereffekte
Auf Betriebsgewinnebene (EBIT) sorgten Kostenkontrolle, eine verbesserte Fixkostenabdeckung und ein höherer Umsatz für deutliche Fortschritte. Der EBIT stieg überdurchschnittlich um 28% auf 148,3 Mio CHF und die entsprechende Marge verbesserte sich um 3,9 Prozentpunkte auf 20,9%. Beim Reingewinn kam laut Mitteilung noch ein positiver einmaliger Steuereffekt in Zusammenhang mit der brasilianischen Neodent von hinzu, so dass er um 56% auf 157,8 Mio CHF stieg.

Straumann hat im Berichtsjahr mit der Umsatzentwicklung in LW und der EBIT-Marge im Rahmen die eigene Guidance erfüllt, die Erwartungen von Analysten wurden hingegen teils deutlich übertroffen. Der Free Cash-Flow sank hingegen auf 128,4 Mio von 139,2 Mio. Der Anstieg des Umlaufvermögens habe trotz deutlich verbesserter Rentabilität die Cash-Flow-Generierung beeinträchtigt, heisst es hierzu.

Unveränderte Dividende
Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 3,75 CHF je Aktie vor.

«Obwohl mit den jüngsten Währungsentwicklungen dunkle Wolken am Horizont aufgezogen sind, können wir auf das Jahr 2014 mit der Gewissheit zurückblicken, an den richtigen Themen zu arbeiten», lässt sich CEO Marco Gadola in der Mitteilung zitieren. Straumann verfüge über eigene Technologien wie Roxolid und SLActive, mit denen man sich von der Konkurrenz abhebe, sowie über neue Produkte wie das konische «Bone Level Tapered»- Implantat, mit dem man den Umsatz steigern und Kunden gewinnen könne.

Weiteres Wachstum erwartet
Für das laufende Jahr erwartet das Management, dass sich der weltweite Implantatmarkt 2015 weiter erholen und dass das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erzielen wird. Der in Schweizer Franken ausgewiesene Umsatz werde von den jüngsten Wechselkursturbulenzen jedoch beeinträchtigt werden.

Wechselkurseffekte kompensieren
Man werde aber versuchen, die Investitionen gleichmässig auf die Wachstumsmärkte und andere strategische Projekte zu verteilen. Gleichzeitig würden umfangreiche Massnahmen ergriffen, um die Folgen der Frankenaufwertung zu mildern. Hierzu zählten Lohnkürzungen in der Schweiz sowie strikte Anstellungs- und Reiserestriktionen. Dies werde dem Unternehmen helfen, 2015 das Ziel einer EBIT-Marge von mindestens 20% (organisch) zu erreichen. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich die Wechselkurse mehr oder weniger auf dem Niveau der letzten Wochen halten.

Im Detail geht das Management derzeit von einem EUR/CHF-Kurs von 1,05 und einem USD/CHF-Kurs von 0,92 aus. Auf dieser Basis werden Wechselkurseinbussen auf Umsatzebene von 55 Mio CHF prognostiziert, und beim EBIT von 31 Mio. In einer ersten Schätzung basierend auf den Wechselkursverhältnissen am 16. Januar wurde noch mit einem Umsatzminus von 75 CHF und einer EBIT-Belastung von 40 Mio gerechnet. (awp/mc/pg)

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