Strompreise 2015: Im Durchschnitt steigen Tarife für Haushalte um 5%

Stromzähler

Bern – Die Strompreise im Grundversorgungsbereich werden im 2015 durchschnittlich steigen. Das kommt aus den Berechnungen der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) hervor, welche die eingegangenen Tarife der Schweizer Netzbetreiber ausgewertet hat. Ein Durchschnittshaushalt bezahlt im nächsten Jahr 20.7 Rappen pro Kilowattstunde (Rp./kWh), d.h. 5% mehr als im laufenden Jahr. Für einen mittleren Betrieb beläuft sich der Tarif im 2015 auf 18.1 Rp./kWh, was einer Erhöhung von 2% entspricht. Diese Tariferhöhungen werden in erster Linie durch den Anstieg der Netzkosten und der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) verursacht.

Per 31. August 2014 mussten die rund 700 Schweizer Verteilnetzbetreiber ihre Elektrizitätstarife für das nächste Jahr ihren Kunden und der ElCom bekannt geben. Rund 570 Netzbetreiber, welche rund 96% der Endverbraucher in der Schweiz versorgen, sind dieser Pflicht nachgekommen, teilt die Eidgenösssische Elektrizitätskommission (elCom) mit.

Berechnungen der ElCom
Gemäss Berechnungen der ElCom (Status: Anfang September 2014) präsentiert sich die Situation wie folgt:

-Rund zwei Drittel der Stromversorger erhöhen die Tarife, während ein Drittel sie senkt oder unverändert lässt.

-Ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 4‘500 kWh pro Jahr bezahlt im nächsten Jahr durchschnittlich 20.7 Rp./kWh (rund 5% mehr als 2014). Damit steigt die jährliche Stromrechnung um 42 Franken auf 931 Franken.

-Ein mittlerer Betrieb mit einem Jahresverbrauch von 150‘000 kWh bezahlt im nächsten Jahr mit durchschnittlich 18.1 Rp./kWh (rund 2% mehr als 2014). Damit erhöht sich die jährliche Stromrechnung um 570 Franken auf 27‘125 Franken.
Die Tariferhöhungen sind grösstenteils auf das höherer Netznutzungsentgelt und den Anstieg der Bundesabgaben für die KEV (inkl. Abgabe zum Schutz der Gewässer und Fische) zurückzuführen. Für einen typischen Haushalt steigen die Netzkosten um 0.7 Rp./kWh auf 10.4 Rp./kWh und für einen mittleren Betrieb um 0.5 Rp./kWh auf 8.5 Rp./kWh. Zudem steigt die KEV per 1. Januar 2015 um 0.5 auf 1.1 Rp./kWh. Grund dafür ist die vermehrte Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Die Abgaben und Leistungen an die Gemeinwesen bleiben konstant und belaufen sich für einen Durchschnittshaushalt auf 1.0 Rp./kWh. Demgegenüber sinken die Energiepreise im Durchschnitt für die Haushalte um 0.2 Rp./kWh (3%) auf 8.3 Rp./kWh und für die mittleren Betriebe um 0.6 Rp./kWh (7%) auf 7.7 Rp./kWh.

Deutliche Preisunterschiede in der Schweiz
Innerhalb der Schweiz variieren die Preise zwischen den Netzbetreibern zum Teil erheblich. Gründe für unterschiedliche Netztarife können bspw. bei der Topographie des Versorgungsgebiets, beim Konsumprofil der Endverbraucher oder bei der unterschiedlichen Effizienz der Netzbetreiber liegen. Unterschiedlicher ökologischer Produktemix, günstige Lieferverträge oder Eigenproduktion sowie Kosten und Gewinn des Vertriebs der Netzbetreiber können Differenzen im Energietarif erklären. Beim Vergleich der Strompreise gilt es ferner zu beachten, dass es grosse individuelle Abweichungen geben kann, je nachdem, wie viel Strom ein Verbraucher zu welchem Zeitpunkt konsumiert (Verbrauchsprofil). Ab sofort können Konsumentinnen und Konsumenten die Tarife 2015 der einzelnen Gemeinden und Verteilnetzbetreiber auf der Strompreis-Webseite der ElCom www.strompreis.elcom.admin.ch abrufen und miteinander vergleichen. (ElCom/mc/ps)

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