Swiss Steel erzielt nach Coronataucher wieder Gewinn

Frank Koch
Swiss Steel-CEO Frank Koch. (Foto: Swiss Steel)

Emmenbrücke – Der Stahlhersteller Swiss Steel hat sich im vergangenen Jahr weiter vom Coronataucher erholt. Der Umsatz stieg im zweiten Pandemiejahr kräftig. Zudem landete das Unternehmen wieder in den schwarzen Zahlen.

Insgesamt kletterte der Umsatz auch aufgrund höherer Rohstoffpreise überdurchschnittlich um 40 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2020 mit einem starken pandemiebedingten Rückgang der Nachfrage habe die Gruppe von der starken Markterholung nach Aufhebung der Coronamassnahmen in ihren wichtigsten Absatzbranchen profitiert, teilte Swiss Steel am Dienstag in einem Communiqué mit.

Sowohl in der Autoindustrie, als auch im Maschinen- und Anlagebau sei es aufwärts gegangen. So konnte Swiss Steel die Verkäufe steigern: Der Absatz von Stahl nahm um gut ein Fünftel auf 1863 Kilotonnen zu. «Nicht nur die Absatzmenge ist erheblich gestiegen, auch die Preise haben sich deutlich erhöht, was eine hohe Marge und eine solide Rentabilität zur Folge hatte», schrieb der Konzern.

Zudem trieb der Anstieg der Rohstoffpreise im Schlussquartal den Durchschnittserlös pro Tonne auf 1972 Euro nach oben. Ein Jahr zuvor hatte eine Tonne im Schnitt 1358 Euro gekostet.

Lieferengpässe stören Auftragsvolumen
Der Umsatzanstieg verteilte sich auf alle Produktgruppen. Das stärkste Wachstum habe es bei Qualitäts- und Edelbaustahl gegeben. Diese Produktgruppe war im Vorjahr besonders durch Coronarückgang der Nachfrage in der Automobilindustrie und im Anlagen- und Maschinenbau betroffen.

Nach dem steilen Aufschwung bis zum Sommer haperte der Geschäftsgang allerdings in der zweiten Jahreshälfte. Lieferkettenstörungen bei den Kunden aus der Autoindustrie beeinträchtigten das Auftragsvolumen von Swiss Steel.

Zusätzlich belasteten die in jüngster Zeit stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise die operative Leistung und Rentabilität der Gruppe. Swiss Steel reagierte auf diese Entwicklungen mit einer Anpassung der Produktionsmengen im vierten Quartal 2021.

Rückkehr in die schwarzen Zahlen
Dennoch landete das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) mit 191,6 Millionen Euro wieder klar in den schwarzen Zahlen. Im Vorjahr hatte Swiss Steel noch einen bereinigten EBITDA-Verlust von 68,9 Millionen Euro hinnehmen müssen. Damit hat der Konzern die eigenen Ziele von 150 bis 180 Millionen übertroffen.

Unter dem Strich erzielte der Stahlkocher einen Gewinn von 50,3 Millionen Euro nach einem Riesendefizit von 310,2 Millionen Euro vor einem Jahr.

Vorsichtiger Optimismus
Für das laufende Jahr zeigte sich Swiss Steel vorsichtig optimistisch, dass die Erholung weitergehe. Die Gruppe rechnet für das Gesamtjahr 2022 mit einem bereinigten EBITDA zwischen 160 und 200 Millionen Euro.

Die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine seien noch nicht bestimmbar. «Vorübergehende Lieferkettenstörungen werden wahrscheinlich zumindest bis zur zweiten Jahreshälfte 2022 anhalten», schrieb Swiss Steel. Ferner haben die extremen Preisturbulenzen und -erhöhungen auf den Energie- und Rohmaterialmärkten wieder zugenommen.

Zudem ereignete sich ein schwerer Unfall im Werk in Ugine. Infolgedessen seien die Schmelz- und Giessanlagen derzeit nicht in Betrieb und würden voraussichtlich erst Ende des zweiten Quartals 2022 wieder anlaufen.

Das Walzwerk und weitere nachgelagerte Aktivitäten hätten indes schon kurz darauf die Produktion wieder aufgenommen. Diese erhebliche Betriebsunterbrechung habe wesentliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Swiss Steel, hiess es gleichwohl. (awp/mc/ps)

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