Temenos-Aktien tauchen nach Umsatzwarnung

David Arnott
David Arnott, scheidender Temenos-CEO. (Foto: Temenos)

David Arnott, CEO Temenos. (Foto: Temenos)

Zürich – Die Aktien des Bankensoftware-Herstellers Temenos tauchen am Dienstag nach einer überraschend veröffentlichten Umsatzwarnung für das abgelaufene Jahr. Analysten zeigen sich enttäuscht. Einer senkt deshalb gleich das Kursziel für die Aktie. Es gibt aber auch beruhigende Stimmen.

Bis 09.35 Uhr verlieren Temenos 16% auf 31,00 CHF, während der Gesamtmarkt (SPI) um 0,09% zulegt. Bei Handelseröffnung hatte das Minus sogar rund 24% betragen. Gehandelt sind bislang gut 1,2 Mio Titel, was fast dem sechsfachen eines durchschnittlichen Handelstages entspricht. Im vergangenen Jahr hatte sich die Aktie indessen mit einem Plus von 41% überdurchschnittlich entwickelt und bis am Vorabend um weitere 4% gewonnen.

Fundamentales Geschäftsfeld unverändert intakt
Neu stellt das Temenos-Management für das abgelaufene Jahr einen Umsatz von 466 Mio bis 476 Mio USD in Aussicht. Bislang wurden 489 Mio bis 512 Mio angepeilt. Trotz der schwachen Entwicklung bei den Lizenzerlösen sei das fundamentale Geschäftsumfeld unverändert intakt, betonte das Management am Dienstagmorgen in einer Mitteilung.

Enttäuschendes Asien-Geschäft
Vontobel-Analyst Panagiotis Spiliopoulos schreibt in einem ersten Kommentar dennoch von einer «klaren Enttäuschung», was die Lizenzeinnahmen in Asien betreffe. Die dortigen Lizenzeinnahmen seien rund 14 Mio USD unter den Erwartungen ausgefallen. Ausserdem seien im vierten Quartal keine grossen Deals abgeschlossen worden, obwohl sich das Management diesbezüglich zuversichtlich gezeigt habe.

Warten auf grössere Abschlüsse
Während das Management nur von einem Timing-Problem spricht, dürften einige Anleger laut Spiliopoulos auf grössere Abschlüsse warten, bevor sie wieder überzeugter sind. Der Vontobel-Analyst bekräftigt in der Folge zwar seine Kaufempfehlung, reduziert jedoch das Preisziel auf 44 von 50 CHF.

Ähnlich klingt es bei anderen Experten. So bezeichnet UBS-Analyst Michael Briest die Lizenzeinnahmen als «sehr enttäuschend». Etwas unter seinen Erwartungen ist auch die Guidance für 2015. Für das laufende Geschäftsjahr stellt das Unternehmen eine Umsatzsteigerung im Geschäftsbereich Lizenzen von mindestens 10% und eine Margenverbesserung von wenigstens 100 Basispunkten in Aussicht. Die Analysten hätten im Schnitt höhere Wachstumsraten erwartet.

Nicht überbewerten
Der Experte der ZKB will die Neuigkeiten auf der anderen Seite nicht überbewerten und hält sie für «nur leicht negativ». Zwar seien die Lizenzeinnahmen unter den Erwartungen ausgefallen. Positiv sei hingegen, dass keine signifikanten Geschäftsmöglichkeiten verloren gegangen seien und für das laufende Jahr mit einer Margenexpansion gerechnet werde. (awp/mc/pg)

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