Transocean einigt sich mit Klägern und BP im Fall «Deepwater Horizon»

Ölbohrplattform Deepwater Horizon
Ölbohrplattform Deepwater Horizon, Explosion vom 20.04.2010.

Explosion der Ölbohrplattform Deepwater Horizon vom 20. April 2010.

Zug – Der Offshore-Ölbohrspezialist Transocean hat sich in der juristischen Aufarbeitung des Ölbohrunglücks von 2010 im Golf von Mexiko mit einer Klägergruppe sowie mit BP geeinigt. Per Saldo kostet dies unter 100 Mio USD, wobei noch Anwaltskosten für die Gegenpartei in noch zu bestimmender Höhe hinzukommen. Transocean sieht in diesem Zusammenhang die Beziehungen zu BP auf dem Weg der Normalisierung.

Gemäss einem Abkommen mit einem Plaintiff’s Steering Committee (PSC) zahlt Transocean an zwei verschiedene, vom PSC vertretene Klägergruppen insgesamt rund 212 Mio USD. Hinzu kämen noch Anwaltskosten, welche allerdings von einem Gericht erst noch festgelegt werden müssten, teilte Transocean in der Nacht auf Donnerstag mit. Dieses Abkommen mit dem PSC bedürfe indes noch der Zustimmung des Bezirksgerichts von Louisiana.

Die eine Klägergruppe umfasst private Kläger und lokale Behörden, welche möglicherweise Transocean unter maritimem Recht auf Schadenszahlungen verklagen könnten. Die zweite Klägergruppe besteht aus privaten Klägern, welche sich mit BP bereits auf die Begleichung von wirtschaftlichen Schäden geeinigt hatten. Ein Teil dieser BP entstandenen Kosten hat BP wiederum bei Transocean eingeklagt. Es sei beabsichtigt, diese Zahlungen mittels «cash on hand» zu begleichen. Eine von einem Gericht bestimmte Person wird die Geldbeträge den einzelnen Klägern zuweisen.

Rechtsunsicherheiten substanziell beseitigt
Die zweite Einigung betrifft die BP Exploration & Production Inc. sowie die BP America Production Co. Diese ist nicht von einer Genehmigung eines Gerichts abhängig. Die Einigung sieht die Begleichung von Transocean entstandenen Schäden durch BP vor sowie umgekehrt. Per Saldo verpflichtet sich BP zu einer Zahlung an Transocean in der Höhe von 125 Mio USD für rechtliche Unkosten. Alle gegenseitigen Klagen zwischen BP und Transocean werden einvernehmlich zurückgezogen und BP wird auch seine Ansprüche auf Transocean zustehende Versicherungsleistungen aufgeben.

Der Unfall in Macondo Well ist laut Transocean auf verschiedenste Ursachen und auf die Fehler unterschiedlicher Beteiligter zurückzuführen, einschliesslich Transocean. Die Industrie könne daraus lernen und die Sicherheit im Geschäft mit Tiefsee-Ölbohrungen weiter verbessern.

Mit der nun abgeschlossenen Vereinbarung werde ein substanzieller Teil der verbleibenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Unfall beseitigt. Transocean-CEO Jeremy Thigpen zeigt sich in der Mitteilung zuversichtlich, dass damit ein «signifikanter Schritt nach vorn» in der Erneuerung der Partnerschaft mit BP getan sei. Auch wenn der Rechtstreit nun zu einem Ende komme, sei es wichtig, die 11 Menschenleben, die der Unfall gekostet hat, nicht zu vergessen, lässt er sich weiter zitieren. (awp/mc/ps)

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