Uhrenexporte sinken im Dezember und auch im Gesamtjahr 2015

Uhren
(Foto: injenerker - Fotolia.com)

(Foto: injenerker – Fotolia.com)

Biel – Die Schweizer Uhrenexporte sind im Dezember erneut zurückgegangen und liegen damit im Gesamtjahr unter dem im Jahr 2014 erreichten Wert. Während die hiesige Uhrenindustrie im wichtigsten Absatzmarkt Hongkong weiterhin mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen hat, scheint sich die Lage auf dem chinesischen Festland zu verbessern.

Im Monat Dezember nahm das Exportvolumen gegenüber der Vorjahresperiode nominal um 3,8% auf 1,74 Mrd CHF ab, während real ein Minus von 5,6% resultierte, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) und der Verband der Schweizer Uhrenindustrie (FH) am Dienstag mitteilten. In den Monaten November (nominal -5,6%), Oktober (-12%) oder September (-7,9%) hatte die Branche gar noch deutlichere Export-Einbussen verzeichnet.

Wie erwartet gelang es der Uhrenindustrie im Gesamtjahr 2015 nicht, das Rekordvolumen von 22,25 Mrd CHF aus dem vorangegangenen Jahr zu übertreffen. Die Schweizer Uhrenexporte gingen 2015 nominal um 3,3% auf 21,52 Mrd CHF zurück (real: -4,7%) und rutschten damit unter die 22 Mrd-Marke.

Exportrückgang bei Edelmetall-Uhren
Die Exporte von Uhren der Kategorie Edelmetall sanken im Berichtsmonat mit 4,8% auf 641 Mio CHF am stärksten; gemessen am Stückvolumen brachen die Exporte gar um 21% ein. Insbesondere die Ausfuhren von Platin-Produkten hätten sich schlecht entwickelt, schreibt der Uhrenverband dazu.

In der Kategorie Stahluhren sank das Volumen in Franken gemessen um 3,0% auf 620 Mio und in Stücken um 1,5%. Ein kleines Plus von 0,3% auf 225 Mio verzeichneten die Stahluhren, jedoch entwickelten sich auch hier die Stückzahlen (-6,4%) rückläufig.

Wie bereits im Vormonat sanken die Exporte von Uhren im Preissegment «200 bis 500 CHF» im Dezember stark, und zwar um 14%. Derweil hat sich die Lage bei teuren Uhren mit Exportpreisen von «3’000 CHF und mehr» stabilisiert (-3,7%). Gar ein Export-Plus von 1,6% bzw. 3,5% resultierte in den Preiskategorien «500 bis 3’000 CHF» und «bis 200 CHF».

China fängt sich
Mit Blick auf die verschiedenen Absatzmärkte scheint sich der zuletzt gesehene Trend hin zu einer Verbesserung in Festlandchina zu bestätigen. Die Uhrenexporte nach China nahmen im Dezember nämlich um 5,5% zu, wobei dies auch dank der tieferen Vorjahresbasis möglich gewesen sei, schreibt der Verband. Ein erneut starkes Wachstum wurde in Grossbritannien (+26%) erreicht, und auch nach Singapur (+8,6%) oder in die Arabischen Emirate (+9,6%) legten die Ausfuhren von Schweizer Uhren gut zu.

Demgegenüber bleibt die Situation in Hongkong schwierig, das Exportvolumen nahm im Dezember um deutliche 21% ab. Schwach haben sich auch die Ausfuhren in die USA (-5,5%) entwickelt, während Frankreich (-8,6%) unter dem Schock der Terroranschläge gelitten haben dürfte. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.