Uhrenhersteller Zenith will in Le Locle jede zweite Stelle streichen

Uhrenhersteller Zenith will in Le Locle jede zweite Stelle streichen
Zenith "THE DEFY EXTREME ULTRAVIOLET", vorgestellt im Juli dieses Jahres. (Foto: Zenith)

Le Locle – Der Neuenburger Uhrenhersteller Zenith plant an seinem Standort in Le Locle einen massiven Stellenabbau. Rund 100 der 196 Arbeitsplätze und damit gut die Hälfte der Stellen sind gefährdet. Weltweit will die zum französischen Luxusgüterkonzern LVMH gehörende Marke rund 200 Stellen streichen.

Zenith bestätigte am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur AWP einen entsprechenden Bericht der Zeitung «Le Temps». Das Unternehmen habe im Rahmen einer geplanten strategischen Neuausrichtung ein Konsultationsverfahren für eine Massenentlassung eingeleitet, erklärte eine Sprecherin. Weitere Angaben werde Zenith erst nach Abschluss des Verfahrens machen.

Laut einer unternehmensinternen Quelle, die AWP zitierte, sind in der Uhrenmanufaktur in Le Locle rund 100 der insgesamt 196 Stellen betroffen. Weitere 101 Arbeitsplätze stehen im internationalen Vertriebsnetz auf dem Spiel.

Neuausrichtung auf oberstes Luxussegment
Zenith will sich künftig auf das oberste Luxussegment konzentrieren. Dies sei eine Frage des Überlebens, erklärte die Quelle. Die Produktionsmengen entsprächen nicht mehr der Nachfrage. Abgesehen von einem Aufschwung nach der Corona-Pandemie schreibe die Marke seit Jahren Verluste, obwohl sich einzelne Kollektionen gut verkauften.

Als Gründe nannte die Quelle den starken Franken, die Zölle und die geopolitischen Unsicherheiten. Hinzu kämen strukturelle Probleme. Die Produktions- und Vertriebsorganisation sei überdimensioniert und verursache hohe Kosten.

Gerüchte über einen Verkauf der defizitären Uhrenmarke hatte LVMH bereits im vergangenen Januar entschieden zurückgewiesen. Auch die von AWP zitierte Quelle aus dem Umfeld der Geschäftsleitung bestritt entsprechende Pläne. (awp/mc/pg)

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