Uster: VR stimmt erhöhtem TICO-Kaufangebot zu

Geoffrey Scott

Geoffrey Scott, CEO Uster Technologies.

Zürich – Die Toyota Industries Corporation (TICO) erhöht ihr Übernahmeangebot für die Uster Technologies und will den Aktionären nun netto 44 CHF je Uster-Aktie bezahlen. Bisher hatte TICO 38 CHF je Aktie geboten. Ausgehend vom verbesserten Angebot will der Uster-Verwaltungsrat den Aktionären nun die Annahme des Angebots empfehlen. TICO und Uster haben am Montag eine entsprechende Transaktionsvereinbarung unterzeichnet, wie die beiden Parteien am Dienstag mitteilten. Uster hat am Dienstag zudem seine Jahreszahlen bekanntgegeben.

Als kontrollierender Mehrheitsaktionär will TICO an der Generalversammlung dem Antrag des Verwaltungsrates für eine Dividende von 2,50 CHF zustimmen, wie es weiter heisst. Die Dividende werde nicht vom erhöhten Angebotspreis abgezogen. TICO will nun das öffentliche Pflichtangebot für alle ausstehenden Aktien von Uster am 29. Februar starten. Das japanische Unternehmen hält derzeit bereits 50,3% der Stimmrechte und des Aktienkapitals von Uster.

Starker Anstieg aller Kennzahlen
Uster Tech hat gleichzeitig zum erhöhten Angebot vorzeitig das Geschäftsergebnis 2011 bekannt gegeben. Demnach stieg der Umsatz um fast 45% auf 192,5 Mio CHF. Dank der starken Marktposition könne das Unternehmen die Mehrheit der Aufträge in Schweizer Franken verrechnen, so dass der Wechselkurseffekt auf ein Minimum reduziert werden konnte, heisst es. Das operative Ergebnis (EBITA) legte derweil um 64% auf 56,6 Mio CHF zu, entsprechend erhöhte sich die EBITA-Marge auf 29,4% (26,0%). Das Nettoergebnis stieg um 75% auf 36,2 Mio CHF an.

CEO Geoffrey Scott kommentiert in der Mitteilung: «Das ausgezeichnete Ergebnis, das wir 2011 erwirtschafteten, ist das Resultat unserer führenden Position in einem Hightech-Nischenmarkt, unserer konsequenten Kundenorientierung und hohen Innovationskraft.»

Starker Nachfrageanstieg bei Faser- und Garnprüfungssystemen
Der neue Rekordumsatz sei auf den grossen Erfolg der dritten Generation von Uster Garnreinigern und den starken Nachfrageanstieg bei Faser- und Garnprüfungssystemen zurückzuführen, heisst es. Im Bereich der Baumwollklassierung seien die «guten Geschäftsbeziehungen» in den wichtigen Märkten USA und China weiter ausgebaut worden, und Uster habe sich neue Aufträge in anderen Baumwollregionen wie Indien, Afrika und Zentralafrika gesichert. Die Nachfrage nach Prüfsystemen sowohl für Textillabors, als auch für Textilproduzenten sei als Folge der volatilen Rohstoffpreise stark gewesen.

Das Gewinnwachstum resultiere hauptsächlich auf der «weiter verbesserten operativen Leistung der Gruppe basierend auf dem schlanken Geschäftsmodell». Der Cash Flow aus operativer Tätigkeit sei primär zum weiteren Abbau der Nettoschulden auf noch 40,7 Mio CHF verwendet worden. Dies unterstreiche die ausgeprägte Fähigkeit der Gruppe, liquide Mittel zu generieren.

Eher vorsichtig für 2012
Der Bestand an liquiden Mitteln stieg derweil auf 28,8 Mio CHF an, die Konversionsrate der generierten freien flüssigen Mittel gemessen am EBITA betrug somit 95,4%. Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit erreichte 54,0 Mio. Diese Mittel seien vorwiegend für Investitionen in neue Produktionsanlagen und den Schuldenabbau verwendet worden.

Gehaltene Profitabilität erwartet
Für das laufende Geschäftsjahr 2012 gibt sich der Konzern vorsichtig. Man erwarte in Übereinstimmung mit den Branchenkennern, dass 2012 in der Textilindustrie ein konjunktureller Abschwung einsetzen werde, heisst es. Hingegen rechnet das Management mit einer «weicheren Landung» als in der Krise 2009. Daher erwartet die Geschäftsleitung 2012 einen «Umsatzrückgang bei einer auf hoher Profitabilität gehaltener EBITA-Marge». (awp/mc/pg)

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