Valora kürzt nach SBB-Ausschreibung Prognose

Michael Mueller
Valora-CEO Michael Mueller. (Foto: Valora)

Muttenz – Der Detailhändler Valora stellt am heutigen Investorentag seine neuen Ziele vor. Die Ergebnisziele für 2019 werden gesenkt, als Folge der neuen SBB-Verträge und der Rechnungslegung IFRS 16. Ab 2021 wird wieder mit einer deutlichen Gewinnsteigerung gerechnet.

Für das laufende Jahr stellt Valora einen Betriebsgewinn von 89 Millionen Franken in Aussicht. Im Jahr 2020 soll ein Ergebnis in einer „ähnlichen Grössenordnung“ resultieren, teilte Valora am Mittwochmorgen mit. Zuvor war das Unternehmen für 2019 von einem EBIT zwischen 96 und 104 Millionen Franken ausgegangen.

SBB-Vertag und IFRS 16 belasten
Im April hatte Valora von der SBB den Zuschlag für die Bewirtschaftung von 262 Kiosk- und Convenience-Flächen erhalten und Renovationskosten in Höhe von 60 Millionen Franken angekündigt. Mit dem geplanten Umbau werde bereits frühzeitig begonnen, was die Belastung im laufenden Jahr erhöhe, begründet Valora die Kürzung der Prognosen. Ausserdem würden nicht zahlungswirksame Faktoren aus der Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 das Ergebnis belasten.

Insgesamt sieht sich das Unternehmen im laufenden Jahr aber auf Kurs. Die Aussenumsätze nahmen bis Ende Mai zwar um 0,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken ab, was hauptsächlich auf die Wechselkursentwicklung zurückzuführen sei. Bei den Produktekategorien entwickle sich das Food-Geschäft weiterhin stark, womit der Rückgang im Pressegeschäft kompensiert werde, heisst es.

Neue Mittelfrist-Ziele
Gemäss den neuen Mittelfristzielen will Valora den Aussenumsatz bis 2025 um jährlich 2 bis 3 Prozent steigern. Neben zusätzlichen Verkaufsstellen soll auch die weitere Fokussierung auf Nahrungsmittel zum Sofortverkehr das Wachstum weiter beleben. Der höhere Anteil von Food und Getränken im Sortiment, soll sich auch positiv auf die Margen auswirken. So wird mit einem Anstieg der Bruttogewinnmarge um 0,5 Prozentpunkte und der EBIT-Marge um 0,2-Prozentpunkte pro Jahr gerechnet.

Nach einer Phase mit erhöhten Investitionen sollen ab 2021 auch die Gewinne wieder deutlich ansteigen. So stellt Valora ab 2022 eine Steigerung des Gewinns pro Aktie um jährlich 7 Prozent in Aussicht. Keine Abstriche soll bis dahin bei der Ausschüttung gemacht werden: Dank der soliden Bilanz sei die attraktive Dividende für die Aktionäre in den nächsten Jahren gesichert, lässt sich CEO Michael Mueller in der Mitteilung zitieren.

Aktie gibt nach
An der Börse werden die neuen Ziele wenig erfreut zur Kenntnis genommen. Bis Börsenschluss verloren die Aktien bei überdurchschnittlichen Volumen 3,4 Prozent. Damit geben die Titel wieder einen Teil der Kursgewinne ab, die sie nach dem positiven Ausgang der SBB-Ausschreibung im Aprilverbucht hatten.

In einem ersten Kommentar bezeichnet der ZKB die neuen Mittelfristziele als „erreichbar“. Der zuständige Experte kündigt an, seine Gewinnschätzungen leicht zu reduzieren, bestätigt aber das Rating „Übergewichten“. (awp/mc/pg)

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