Volg mit ehrgeizigen Wachstumsplänen

Volg

Winterthur – Am Dorfladen soll kein Weg vorbeiführen: Die Detailhandelsgruppe Volg sieht in der ländlichen Verwurzelung ihrer Läden einen bleibenden Trumpf im harten Kampf um Kunden. Die Zeichen stehen auf Expansion. Geschäftsführer Ferdinand Hirsig kann sich vorstellen, dass zu den bestehenden 890 Verkaufsstellen, die Volg beliefert, in den nächsten Jahren noch 200 dazukommen könnten. Dafür müsste Volg zum Teil andere Anbieter verdrängen, wie Hirsig in Winterthur sagte.

Volg hat es aber auch auf Dörfer abgesehen, die heute keinen Dorfladen mehr haben, oder wo der Betrieb eines Geschäfts zum Beispiel wegen Nachfolgeproblemen in absehbarer Zeit zu Ende gehen wird. Dazu wird die Expansion in die Romandie und ins Oberwallis, wo 2011 je ein Volg-Laden öffnete, weitergetrieben.

Dass das Konzept trotz teilweise höherem Preis zieht, ist für Volg keine Frage. «Vor zehn Jahren hiess es, der Dorfladen sei tot», sagte Hirsig. Doch Volg habe nun die fünf besten Jahre hinter sich. «Im Gegensatz zu den Discountern Aldi und Lidl, die meistens vor den Ortschaften stehen, können unsere Kunden zu Fuss oder mit dem Velo kommen», sagte Hirsig.

Umsatz steigt
Der Detailhandelsumsatz der Gruppe, die im Franchise-System 547 Volg-Läden betreibt, unter den Namen «frisch-nah-günstig» und «visavis» agierende freie Detaillisten beliefert und die Agrola-Tankstellenshops versorgt, stieg 2011 um 2,5% auf 1,33 Mrd CHF. Konkurrenten Migros und Coop haben 2011 an Umsatz eingebüsst, Denner stagnierte.

Grösster Wachstumsschub in Tankstellenläden
Den stärksten Wachstumsschub lieferten die Tankstellenläden mit einem Umsatzplus von 15,5% auf 157,5 Mio CHF. Doch auch in den Dorfläden stieg der Umsatz um 0,9% auf 1,170 Mrd CHF. Bei 4% mehr Kunden und einigen zusätzlichen Läden mehr bedeutet dies zudem, dass die Pro-Kopf-Ausgaben pro Kunde gesunken sind. Dass mehr Kunden kamen, ist für Hirsig aber entscheidend: «Man kann erst predigen, wenn die Leute in der Kirche sind», sagte er. Die Kundentreue sei weiterhin hoch.

Grosses inländisches Sortiment
So lockte der dank tiefen Eurokurs florierende Einkaufstourismus die Volg-Stammkunden nur wenig ins grenznahe Ausland. Von 14 besonders exponierten Läden haben laut Hirsig drei einen Einnahmenrückgang von 1% verbucht, die anderen hielten die Umsätze oder legten gar zu.

Am stärksten konkurrenzierte das Ausland Volg bei Produkten für die Körperpflege. Die heiss diskutierte Frage, ob wegen des tiefen Euros Importprodukte verbilligt werden sollten, hat laut Verwaltungsratspräsident Werner Beyer auch Volg beschäftigt und zu Preissenkungen bei 550 Artikeln geführt, was das Sortiment um 2,1% billiger machte. Allerdings sind Importprodukte bei Volg weniger wichtig als bei anderen Anbietern: 70% des Angebots kommen aus der Schweiz.

Gut gestartet
Volg ist gemäss eigener Einschätzung gut ins Jahr 2012 gestartet. Der Umsatz liegt per Mitte März um 4% höher als vor zwölf Monaten. Seit Anfang Jahr beliefere Volg neu auch 32 Mini-Marché-Läden, hiess es am Dienstag weiter. Aber auch aus eigener Kraft sei man gewachsen: die Umsätze der bisherigen Läden hätten um 1% zugelegt. (awp/mc/pg)

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