Warum Bildschirmarbeit ins Auge gehen kann

Warum Bildschirmarbeit ins Auge gehen kann
Augenarzt Dr. med. Richard Nagy bei einer Untersuchung im Lux Augenzentrum in Zürich Opfikon. (Foto: Lux Augenzentrum)

In der heutigen Zeit arbeiten sehr viele Menschen den ganzen Tag lang am PC. Auf Dauer führt die Arbeit jedoch zu grösseren Problemen mit den Augen. Sie sind das empfindlichste menschliche Organ und müssen jeden Tag sehr viele Informationen aufnehmen. Deshalb sollten die Augen immer ein wenig geschont werden. Das ist auch dann möglich, wenn am Bildschirm gearbeitet wird.

Dauerhaft konzentriertes Sehen ist schädlich
Die menschlichen Augen sind so beschaffen, dass mit ihnen in die weite Ferne geblickt werden kann. Aber auch kleinste Details können direkt aus der Nähe betrachtet werden. Die erforderliche Sehschärfe wird automatisch für jede Entfernung korrekt eingestellt. Das gelingt nur, weil die Augäpfel und die Pupillen eine hohe Flexibilität aufweisen. Bei der Arbeit am PC-Monitor herrscht immer ein gleichbleibender Abstand. Das ist für die Augen nicht gut, weil sie an Flexibilität verlieren.

Dieses Problem lässt sich jedoch ganz einfach verringern. Es reicht aus, wenn hin und wieder in eine andere Richtung geblickt wird. Der Blick kann durch den Raum schweifen. Idealerweise kann auch kurzzeitig aus dem Fenster in weiter Ferne geschaut werden. Auch das entlastet die Augen im erheblichen Masse.

Austrocknung der Augen vermeiden
Wer ständig konzentriert auf die kleine Schrift am Monitor blickt, vergisst mitunter das Blinzeln. Beim Schliessen und Öffnen der Augenlider wird jedes Mal die Tränenflüssigkeit gleichmässig verteilt. Diese schützt die Augen vor Staub und anderen Verunreinigungen. Wird nicht genug geblinzelt, trocknet die Oberfläche der Augen aus. Dann setzt sich Staub darauf ab und dieser wird durch die nächsten Lidbewegungen verrieben. Dadurch tritt eine Reizung der Hornhaut auf. In kleineren Rissen siedeln sich Bakterien an und es entstehen im schlimmsten Fall Entzündungen. Aber auch dann, wenn sich keine Entzündungen bilden, führen trockene Augen zu Schmerzen, die bis in den Kopfbereich strahlen.

Gegen das Austrocknen der Augen kann eine künstliche Tränenflüssigkeit helfen. Es reicht aus, im Abstand von einigen Stunden, einen Tropfen davon in die Augen zu geben. Aber auch ein Spaziergang draussen führt zu einer Linderung. Jeder, der häufig unter trockenen oder brennenden Augen leidet, sollte laut Dr. med. (H) Richard Nagy, Augenspezialist für trockene Augen regelmässig die Augen überprüfen lassen, damit die geeignete Therapie verordnet wird und andere Augenerkrankungen ausgeschlossen werden.

Regelmässige Kontrollen beim Augenarzt
Wer ständig an einem Bildschirm arbeiten muss, sollte ohnehin mindestens einmal jährlich einen Augenarzt aufsuchen. Denn nicht nur trockene Augen führen zu Problemen. Durch die Bildschirmarbeit können auch Verschlechterungen der Sehkraft auftreten. Diese sollten immer rechtzeitig erkannt werden. Dann gibt es Möglichkeiten, entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Bei der Kontrolle führt der Augenarzt folgende Untersuchungen durch:

  • Sehtest
  • Nähere Betrachtung der Augen
  • Netzhautkontrolle
  • Sehnervkontrolle

Die Untersuchung ist schnell erledigt. Hat die Sehschärfe stark nachgelassen, verschreibt er auch eine passende Sehhilfe. Diese führt bei der Arbeit zu einer sehr starken Entlastung. Er kann bei Bedarf auch eine spezielle Brille für die Bildschirmarbeit verordnen. Mit einer solchen Brille müssen die Augen nicht mehr so stark angestrengt werden bei der Arbeit.

Den Arbeitsplatz optimieren
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, einen Bildschirmarbeitsplatz zu optimieren. Vorteilhaft ist ein Monitor, der sich auch schräg stellen lässt. Zudem ist eine Höhenverstellung des Schreibtisches oder des Bildschirms empfehlenswert. Dadurch lässt er sich in die individuell beste Position bringen.

Auch die Lichtverhältnisse sollten stimmen. Steht der Monitor direkt vor einem Fenster, dann muss bei der Arbeit immer direkt in die Sonne geblickt werden. Steht er an der gegenüberliegenden Wand, scheint die Sonne auf den Bildschirm und erschwert das Ablesen. Manchmal muss einfach ausprobiert werden, wo der Monitor am besten aufgestellt werden kann.

Fazit
Die Arbeit am Bildschirm bedeutet eine hohe Belastung für die Augen. Daher sollte der Blick immer wieder durch den Raum oder aus dem Fenster schweifen, um die Augen zu entspannen. Zudem muss eine Austrocknung der Augen vermieden werden. Auch regelmässige Kontrollen beim Augenarzt sind wichtig. (Lux/mc/ps)

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