Weko spricht Busse von 4,5 Mio Franken gegen Galenica aus

Rafael Corazza
Rafael Corazza, ehemaliger Weko-Direktor. (Foto: Weko)

Bern – Die Wettbewerbskommission (Weko) hat die Untersuchung betreffend die Kommerzialisierung von elektronischen Medikamenteninformationen mit einer Sanktion von gut 4,5 Mio Franken gegen HCI Solutions AG, eine Tochtergesellschaft der Galenica Gruppe, abgeschlossen.

Die Weko gelangte zum Schluss, dass HCI im Bereich der Kommerzialisierung von elektronischen Medikamenteninformationen in der Schweiz eine marktbeherrschende Position inne- und diese missbraucht hat. Sie habe Konkurrenten den Zugang zum Markt erschwert und von ihren Handelspartnern den Kauf gekoppelter Dienstleistungen erzwungen, schreibt die Weko in einer Mitteilung.

„Verschliessung des Marktes“
So habe HCI Solutions AG einerseits seit 2012 in ihre Verträge mit den Softwarehäusern systematisch Klauseln aufgenommen, die zum Ziel hatten, die Verwendung von Datenbanken anderer Anbieter zu verhindern. Diese Anbieter konnten sich nicht auf dem Markt etablieren. Andererseits habe HCI den Pharmaherstellern die Aufnahme deren Medikamenteninformationen in ihre Datenbanken nur gekoppelt mit weiteren Dienstleistungen angeboten. Diese Verhaltensweise habe zu einer Verschliessung des Marktes für andere Anbieter solcher Dienstleistungen geführt.

Galenica geht vor das Bundesverwaltungsgericht
Galenica selbst erachtet die Verfügung der Weko als „sachlich und rechtlich falsch.“ Galenica Santé und HCI Solutions würden die Verfügung deshalb an das Bundesverwaltungsgericht weiterziehen, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. (mc/pg)

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