Ypsomed steigert Umsatz – schreibt aber weniger Gewinn

Simon Michel
Ypsomed-Konzernchef Simon Michel. (Foto: Ypsomed)

Burgdorf – Das Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed hat im Geschäftsjahr 2020/2021 den Umsatz gesteigert, schreibt aber nach wie vor nur wenig Gewinn. Die Burgdorfer befinden sich im Umbruch, wobei etwa die selbst entwickelte Insulinpumpe «Ypsopump» künftig Erfolg bringen soll.

Der Umsatz von Ypsomed stieg laut Communiqué vom Mittwoch um 2,4 Prozent auf 403,7 Millionen Franken. Dagegen ging das Betriebsergebnis (EBIT) um 4,3 Prozent auf 9,3 Millionen Franken zurück, während sich der Gewinn gar auf 5,8 Millionen halbierte. Damit verfehlte Ypsomed die Erwartungen der Analysten insbesondere auf Ergebnisstufe.

Dividende erhöht
Die Dividende hebt Ypsomed wie versprochen deutlich an. Und zwar werden der Generalversammlung vom 30. Juni eine Ausschüttung von 1,16 Franken je Aktie vorgeschlagen, nachdem im letzten Jahr 20 Rappen ausbezahlt wurden. Ein Franken davon gilt als Sonderausschüttung.

Anfang Jahr einigte sich Ypsomed im Rechtsstreit mit dem US-Unternehmen Insulet, für das man früher die Insulinpumpe «Omnipod» in Europa vertrieben hatte, auf die konkrete Höhe der Entschädigung zur Vertragsauflösung. Daraus fliessen zusätzliche 36 Millionen US-Dollar der Gruppe zu.

Um das Wachstum voranzutreiben, beantragt Ypsomed zudem die Schaffung von genehmigtem Aktienkapital für die Ausgabe von maximal 1 Million neuer Aktien. Und auch der Verwaltungsrat wird erweitert. Zur Wahl wird Betül Susamis Unaran vorgeschlagen, die Chief Strategy and Digital Officer der Zur Rose Gruppe ist. 

«Ypsopump»-Ausbau stockt
Im operativen Geschäft treibt Ypsomed das weltweite Roll-out der «Ypsopump» weiter voran. In Europa, Kanada und Australien ist die Pumpe bereits auf dem Markt. Für den wichtigsten Diabetesmarkt USA gewann Ypsomed letzten Herbst den US-Pharmakonzern Eli Lilly als Vertriebspartner.

Allerdings habe sich der kommerzielle Umsatz mit der Pumpe im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent reduziert, da es in Zeiten von Corona schwierig war, neue Patienten für den Gebrauch dieser Pumpe zu rekrutieren. Im Geschäft mit Pen-Nadeln ging der Umsatz gar um 15 Prozent zurück, auch wegen ungünstiger Währungseffekten.

Weiter zulegen konnte Ypsomed im Pen- und Autoinjektoren-Geschäft. In der entsprechenden Sparte Delivery Systems nahm der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 10 Prozent auf 211,2 Millionen Franken zu.

Wachstum erwartet
Ypsomed investiert weiter in künftiges Wachstum. Im vergangenen Jahr habe der Geldfluss für Investitionen in Sachanlagen 59,2 Millionen Franken betragen. Geld sei etwa für Kapazitätserweiterungen im neuen Produktionswerk Schwerin und auch für den Weiterausbau der Kapazitäten an den Schweizer Standorten verwendet worden.

Im neu angelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 soll der Umsatz zweistellig wachsen. Zudem will Ypsomed den EBIT verdoppeln oder im besten Fall gar verdreifachen. Dabei sei mit einem stärkeren zweiten Halbjahr zu rechnen, heisst es.

Wachstum von rund 20 Prozent erwartet Ypsomed im Geschäft mit Injektionssystemen. Zudem zeigt man sich davon überzeugt, dass sich für Insulinpumpen ein Nachholeffekt einstellt, sobald sich die Coronalage normalisiert. (awp/mc/pg)

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