Ypsomed wächst profitabel und erhöht Dividende

Simon Michel
Ypsomed-CEO Simon Michel. (Foto: Ypsomed)

Ypsomed-CEO Simon Michel. (Foto: Ypsomed)

Burgdorf – Der Medizinaltechnikkonzern Ypsomed ist im per Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr profitabel gewachsen. Die Aktionäre sollen am Erfolg in Form einer höheren Dividende beteiligt werden. Im laufenden Geschäftsjahr sollen Umsatz und EBIT erneut gesteigert werden.

Der Umsatz legte um 9,9% auf 336,9 Mio CHF zu. Der starke Franken habe eine Einbusse von rund 21 Mio CHF verursacht, teilt der Berner Konzern am Freitag mit. Im Segment Delivery Devices, worunter Ypsomed die hergestellten Produktgruppen Pen-Systeme, Pen-Nadeln und Infusionssets zusammenfasst, stieg der Umsatz um 11% auf 168,9 Mio CHF und im Direkthandelsgeschäft mit Diabetesartikeln (Segment Diabetes Direct) um 10% auf 151,8 Mio.

Die Erlöse der Ypsomed-Tochter brachen hingegen auf 0,4 Mio CHF von 17,2 Mio im Vorjahr ein. Ypsotec habe sich in einem schwierigen und stark umkämpften Markt behaupten können und noch ein positives Ergebnis erzielt, heisst es dazu.

Kräftige Gewinnsteigerung über Markterwartung
Der Bruttogewinn verbesserte sich insgesamt um 20% auf 103,2 Mio CHF und die entsprechende Marge auf 30,6% von 28,0% im Vorjahr. Das Betriebsergebnis EBIT kam mit 44,4 Mio CHF 56% über dem Vorjahreswert zu liegen, womit sich hier eine Margensteigerung auf 13,2% von 9,3% ergibt. Der Reingewinn nahm auf 35,8 Mio CHF von 18,4 Mio zu. Neben dem Umsatzanstieg seien dafür auch die verbesserte Kosteneffizienz in der Produktion und im Vertrieb massgebend gewesen.

Mit den Zahlen hat Ypsomed die Erwartungen der Analysten im AWP-Konsens beim Umsatz leicht und beim EBIT und Reingewinn klar übertroffen.

Die Aktionäre sollen am Erfolg in Form einer höheren Ausschüttung beteiligt werden. Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 1,00 CHF je Aktie vor nach 0,60 CHF im Vorjahr.

Positive Entwicklung bei Delivery Dervices und Diabetes Direct
Im Segment Delivery Devices schoss der EBIT um 85% auf 24,9 Mio CHF in die Höhe. Hier hätten vor allem Mehrumsätze im Bereich der GLP-1-Produkte und Projekte für andere Plattformprodukte angeschoben. Ebenso sei die Produktion weiter optimiert und die Auslastung gesteigert worden, was zu einer Senkung der anteiligen Fixkosten führte.

Bei Diabetes Direct war einmal mehr die Insulin-Pumpe OmniPod das Zugpferd. Die Patientenbasis sei im Berichtsjahr um rund 40% ausgebaut worden. Rund die Hälfte des Umsatzwachstums in diesem Segment komme aus den neuen OmniPod-Vertriebsmärkten Norwegen, Schweden und Italien. Bei den Blutzuckermesssystemen sei mit den Produkten des Partners Bionime ein positives Mengenwachstum verzeichnet worden. Auch der Diabetesfachhändler DiaExpert sei in Lokalwährung im einstelligen Prozentbereich «überdurchschnittlich» gewachsen.

Der EBIT stieg in diesem Segment um 47% auf 19,2 Mio CHF. Alle Bereiche hätten zum Profitabilitätswachstum beigetragen. Neben einer besser ausgelasteten Aussendienst- und Vertriebsstruktur sei das Ergebnis zudem durch die Auflösung einer Rückstellung in Höhe von 0,7 Mio CHF positiv beeinflusst worden.

Für das neue Geschäftsjahr 2016/17 stellt das Management ein beschleunigtes Umsatzwachstum von rund 12% und eine EBIT-Steigerung auf rund 55 Mio CHF in Aussicht.

Von Analysten wird das Zahlenset als «stark» (CS) und «solide» (ZKB) beurteilt. Bei der Dividende sieht man die eigenen Erwartungen übertroffen. Der Ausblick wird als eher konservativ bzw. zurückhaltend bezeichnet

Die Ypsomed-Aktien rücken am Freitagnachmittag in einem festen Gesamtmarkt um 2,7% vor. Der Titel ist allerdings wenig liquide, nur etwa ein Viertel der Aktien ist frei handelbar. (awp/mc/upd/ps)

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