Anzahl Firmenneugründungen steuert auf Rekordmarke zu

Anzahl Firmenneugründungen steuert auf Rekordmarke zu
(Bild: © Tierney / AdobeStock)

Zürich – Die Schweizer Startup-Branche lässt sich von der anhaltenden Corona-Krise nicht bremsen, im Gegenteil. Nach dem bereits starken Vorjahr ist im laufenden Jahr der Rekord von rund 50’000 Neueintragungen in das Schweizer Handelsregister in Griffweite. Das geht aus den Erhebungen und Hochrechnungen von STARTUPS.CH hervor. Gemäss der Online-Plattform für Firmengründungen sind vor allem Jungunternehmer im Bereich Immobilien, Bauwesen und Handwerk die Treiber des Gründer-Booms, aber auch das Geschäft mit Blockchain und Kryptowährungen zieht zahlreiche Jungunternehmer an. Davon profitiert die Zentralschweiz, allen voran der Kanton Zug.

Die Startup-Branche entwickelt sich trotz der anhaltenden Corona-Krise ausgesprochen erfolgreich. Im zu Ende gehenden Jahr steuert die Zahl der neu ins Schweizer Handelsregister eingetragenen Unternehmen auf eine neue Bestmarke zu und dürfte das derzeitige Rekordjahr 2020 übertrumpfen. Michele Blasucci, Gründer und CEO von STARTUPS.CH, rechnet gegenüber 2020 trotz hoher Vergleichsbasis mit einem starken Plus von 4 bis 5 Prozent.

Bauwesen und Krypto-Sektor treiben Boom an – Medien und Marketing weniger gefragt
Die Gründer und Jungunternehmer finden sich einerseits in traditionellen Branchen. So wussten zahleiche Handwerker die guten Konditionen im Bereich Immobilien und Bauwesen (tiefe Zinsen, intensive Bautätigkeit) für den Sprung in die Selbständigkeit zu nutzen. «Allein bei STARTUPS.CH hat die Zahl der neu eingetragenen Firmen in diesem Bereich per Ende November im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit rund 50 Prozent markant zugenommen», führt Michele Blasucci aus.

Andererseits drängen immer mehr Jungunternehmer in den stark wachsenden Sektor Blockchain und Kryptowährungen. Sie fokussieren sich primär auf Beratungsdienst-leistungen und den Handel mit Bitcoin, Ethereum und Co. «Zum Teil finden sich darunter Studierende, die den Handel als Nebenerwerb betreiben – wobei der eine und andere damit mehr verdient als in seinem Hauptjob», ergänzt Michele Blasucci.

Die Branchen Medien, Kommunikation und Marketing zogen hingegen deutlich weniger Jungunternehmer an. So verzeichnet STARTUPS.CH in diesem Bereich aktuell ein Minus von 15 Prozent an Neueintragungen im Vergleich zur Vorjahrjahresperiode. Der Grund liegt darin, dass viele Unternehmen in diesen Bereichen zurzeit sparen und somit weniger Nachfrage vorhanden ist.

Gute Entwicklung in allen Kantonen – Zug, Luzern und Basel locken mit attraktiven Steuern
Die Romandie (Neueintragung per 30. November im Vergleich zur Vorjahresperiode: +8%) gilt seit Jahren dank attraktiver Steuern und internationalem Flair als Hotspot der Start-up-Branche. Die bevölkerungsreichen Kantone Genf (+7%) und Vaud (+8%) konnte gleichermassen zulegen, das Wallis konnte gar um 14%.

Ähnliches lässt sich mit Blick auf die Zentralschweiz (+10%) beobachten. So lockt vor allem der Kanton Zug (+23%) als Crypto-Valley mit tiefen Steuern und innovationsfreundlichen Behörden ungebrochen Jungunternehmer aus aller Welt an.

Seit Basel-Stadt (+7%) auf Anfang 2019 die Steuern für juristische Personen deutlich gesenkt hat, zählt die Stadt am Rheinknie zusammen mit Zug und Luzern zu den steuergünstigsten Städten der Schweiz. Das macht sich bezahlt und schlägt sich in der Zahl an Neueintragungen entsprechend positiv nieder.

Das Tessin konnte sich mit einem Plus von 9 Prozent ebenfalls ein wenig vom starken Rückgang der letzten Jahre erholen.

Überraschenderweise verzeichnete der Kanton Bern ein Plus von rund 13 Prozent an Neueintragungen, der Kanton Zürich ein Plus von 6 Prozent, dies, obschon in den beiden Kantonen die höchsten Gewinnsteuersätze der Schweiz gelten.

Das zeigt, dass bei der Gründung eines Unternehmens der Steuersatz für die Wahl des Domizils nicht allein ausschlaggebend ist. (STARTUPS.CH/mc/pg)

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