Kickstart 2022: 43 Scaleup-Finalisten arbeiten an Entwicklung innovativer und nachhaltiger Kooperationen

Kickstart 2022: 43 Scaleup-Finalisten arbeiten an  Entwicklung innovativer und nachhaltiger Kooperationen
Katka Letzing, Co-Founder und CEO, Kickstart Innovation. (Foto: Elaine Pringle Photography)

Zürich – Kickstart zählt zu den grössten europäischen Innovationsplattformen und schliesst die Lücke zwischen Startups, Unternehmen, Städten, Stiftungen und Universitäten, um Partnerschaften und tiefgreifende technologische Innovationen zu forcieren. Seit der Gründung im Jahr 2015 hat Kickstart mehr als 400 Startups unterstützt und mehr als 200 Deals in Form von Piloten und kommerziellen Projekten aus über 80 Ländern realisiert, wobei bisher mehr als 2 Mrd. CHF an Investitionen aufgebracht wurden, darunter Planted, Huma und Labster.

Kickstart hilft Partnern bei der Identifizierung von Schlüsselthemen und bietet Möglichkeiten für Open Innovation. Eine exklusive Anzahl der besten nationalen und internationalen Startups und Scaleups wird jedes Jahr für die Teilnahme am zehnwöchigen Programm ausgewählt. Dieses ermöglicht kollaborative Innovationspartnerschaften und kommerzielle Deals in Form von Proof-of-Concepts, Piloten und kommerziellen Projekten mit Kickstart-Partnern, zu denen führenden Organisationen und Unternehmen wie AXA, Coop, Swisscom, die Mobiliar, PostFinance, Sanitas, die Stadt Zürich, der Kanton Waadt, Credit Suisse, Galenica, CSS Insurance und weitere gehören.

Finanzen und Versicherungen

Zu den Later-Stage-Startups im Finanz- und Versicherungsbereich, die Unternehmen und KMU den Weg in eine nachhaltigere Zukunft aufzeigen, gehört Doconomy aus Schweden. Das Unternehmen ist ein weltweit führender Anbieter von CO2-Analysen für Einzelpersonen und Firmen, die somit Verantwortung für ihren ökologischen Fussabdruck übernehmen können. Ebenfalls ausgewählt wurde das deutsche Scaleup The Climate Choice, eine Softwareplattform für die Dekarbonisierung von Lieferketten. Finmarie aus Deutschland will das unzureichend genutzte Marktpotenzial von 7,8 Mrd. Euro erschliessen, das sich daraus ergibt, dass Frauen eher sparen anstatt zu investieren. Ziel ist es, das Leben von Millionen von Frauen in ganz Europa auf diese Weise zu verbessern und ihnen den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit zu ebnen.

Smart Cities

50 % der Weltbevölkerung leben heute in Städten, und bis 2050 wird ein Anstieg auf 68 % prognostiziert. Dies führt zu einer Überbeanspruchung der Infrastruktur, die Nachhaltigkeitsprobleme und andere grosse Herausforderungen mit sich bringt. Alle 10 Startups, die in diesem Jahr Teil des Kickstart Smart Cities Verticals sind, arbeiten daran, ein stärker kreislauforientiertes Wirtschaftssystem aufzubauen. Dazu gehören LEDCity, ein Schweizer Cleantech-Startup, das ein intelligentes Plug-and-Play-Beleuchtungssystem entwickelt. Dieses spart im Vergleich zu herkömmlichen Systemen bis zu 90% des Energieverbrauchs ein. Das britische Unternehmen Naked Energy ist innovativ auf dem Gebiet der Solarkollektoren und kombiniert die Vorteile aus Solarthermie und Photovoltaik und kann dadurch eine Solartechnologie mit einer der weltweit höchsten Energiedichte anbieten.       

Angesichts der Tatsache, dass bis 2030 schätzungsweise eine Milliarde Menschen aufgrund der Zunahme automatisierter Arbeitsabläufe und der Schaffung von mehr als 133 Millionen neuen Stellen umgeschult werden müssen, sind Startups wie das in den USA ansässige Unternehmen SkyHive und Leadbacker aus Österreich in dem Kickstart Vertical New Work and Learning von Bedeutung. SkyHive nutzt Echtzeitdaten und Kompetenz-Analysen, um Menschen dabei zu unterstützen, über traditionelle Stellenbezeichnungen hinauszublicken. Leadbacker ist eine der führenden KI-gestützten Plattformen zur Personalentwicklung.

Food & Retail

Alle sechs Startups, die in diesem Jahr im Bereich Food & Retail dabei sind, arbeiten an einer Verbesserung der Kreislaufwirtschaft. Ein erkennbarer Trend in diesem Jahr betrifft das Thema nachhaltige Verpackungen. Hier gibt es Ansätze für eine Optimierung des Materials sowie der Lieferkette. Dies ist insofern vielversprechend, da die Lebensmittelindustrie die grösste Fertigungsindustrie in der EU ist. PlasticFri, ein GreenTech-Unternehmen aus Schweden, nutzt zum Beispiel eine bahnbrechende Technologie, um landwirtschaftliche Abfälle anstelle von Kunststoffen für die Herstellung von umweltfreundlichen Verpackungen einzusetzen. Das in Österreich ansässige Unternehmen Supaso stellt nachhaltige Isolierverpackungen aus recyceltem Altpapier für den Versand temperaturempfindlicher Waren her. Die vegane Schweizer Molkerei New Roots produziert und verkauft ethische, nachhaltige und gesunde Alternativen zu Käse und anderen Milchprodukten auf der Grundlage von 100% pflanzlichen und biologischen Zutaten.

Gesundheitswesen

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist für den Zugang zu einer personalisierten und vernetzten medizinischen Versorgung unerlässlich. Zu den Startups, die in diesem Jahr im Vertical Health & Wellbeing dabei sind, gehört medicalmotion, ein deutsches Deep-Tech-Startup, das die weltweit fortschrittlichste personalisierte und ursachenorientierte KI-gesteuerte multimodulare Plattform anbietet. Diese bekämpft Schmerzen im Körper an der Wurzel. TOM, die erste vollständig anonyme Therapielösung aus der Schweiz, bietet eine wertvolle Funktion für die Nachverfolgung der Medikation, welche die Patienten in die Lage versetzt, ihre Kompetenz hinsichtlich ihrer Medikation zu verbessern.

„Für uns als Unternehmen ist es eine einmalige Möglichkeit, an der Innovationskraft von Startups teilzuhaben. Es war toll, Teil des Kickstart-Auswahlprozesses zu sein und viele verschiedene Startups kennenzulernen. Da dies unser erstes Jahr ist, freuen wir uns auf zukünftige Kooperationen und die Weiterentwicklung unseres Unternehmens“, so Dr. Fabian Sommerrock, Head of Business Development and Cooperations bei Galenica.

„Wir begrüssen es, dass immer mehr Startups Nachhaltigkeit ganz klar im Zentrum ihrer Entwicklungen haben“, ergänzt Katka Letzing, CEO und Co-Gründerin von Kickstart Innovation. „Wir haben in diesem Jahr Bewerbungen aus 58 Ländern erhalten, die sich nicht nur auf potenzielle Proof-of-Concepts und kommerzielle Angebote konzentrieren, sondern auch auf strategische Investitionsmöglichkeiten, die im Vergleich zum letzten Jahr deutlich zugenommen haben, was die Innovationskraft der Schweiz weiter unterstützt.“

40% der finalen Pitches zum Thema Kreislaufwirtschaft

Die Teilnehmer durchlaufen ein intensives Auswahlverfahren. Dieses umfasst einen Alignment-Workshop, eine Partnersafari und Einladungen zu Pitches mit Unternehmen und Ökosystemexperten in der Jury. In diesem Jahr haben über 170 Juroren die Teilnehmer für die Endphase des Programms ausgewählt, wobei Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit im Vordergrund standen.

40% der finalen Pitches haben sich mit dem Thema der Kreislaufwirtschaft befasst, was eine Steigerung um 10% verglichen mit dem Vorjahr bedeutet. Zu den fünf wichtigsten SDGs, welche die teilnehmenden Unternehmen in ihren Pitches herausstellten, zählen Klimaschutz, Gesundheit und Wohlbefinden, Industrie, Innovation und Infrastruktur, nachhaltige Städte und Gemeinden sowie verantwortungsvoller Konsum und Produktion. Diese SDGs sind besonders wichtig, um Nachhaltigkeitslösungen für alle Kickstart Fokusbereiche zu gewährleisten, zu denen New Work & Learning, Finance & Insurance, Food & Retail, Smart Cities und Health & Wellbeing gehören.  Darüber hinaus werden im August Intrapreneurship-Teams bekannt gegeben, die verschiedene öffentliche und private Organisationen vertreten. (Kickstart/mc/hfu)

In diesem Jahr ausgewählte Startups: 43


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.