Nemosia erhält 150’000 CHF für die Früherkennung von neurologischen Degenerationen

Nemosia erhält 150’000 CHF für die Früherkennung von neurologischen Degenerationen
Awa Diagne, Mitgründerin und CEO von Nemosia

Zürich – Nemosia entwickelt den ersten erfolgreichen NMDA-Tracer (N-Methyl-D-Aspartat) für die Früherkennung neurologischer Degenerationen. Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET)-Tracer des Zürcher Startups diagnostizieren neurologische Erkrankungen wie Alzheimer oder Multiple Sklerose, bevor eine Person sichtbare Symptome zeigt. Durch die Erkennung subklinischer Anzeichen für den Ausbruch und das Fortschreiten der Krankheit ermöglicht das ETH-Spin-off eine frühzeitige Erkennung und trägt dazu bei, die Entwicklung von Medikamenten, eine effiziente Patientenrekrutierung und personalisierte Therapien voranzutreiben. Nemosia wird die CHF 150’000 verwenden, um die Kommerzialisierung ihrer Lösung vorzubereiten.

Neurologische Degenerationen sind eine der grössten medizinischen Herausforderungen dieses Jahrhunderts. Meistens werden diese Erkrankungen erst diagnostiziert, wenn Symptome auftreten − in einem Stadium, das keine Chance auf eine frühzeitige Behandlung oder gar Heilung lässt. Mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung steigt die Zahl der Patienten, die an neurologischen Degenerationen leiden, und damit auch die Belastung für die Betroffenen, die Pflegekräfte, die Regierungen und die nationalen Gesundheitssysteme. Im Jahr 2007 wurden allein in der Schweiz die Ausgaben für die Alzheimer-Krankheit auf über 6 Milliarden Franken geschätzt, und die weltweiten Ausgaben werden bis 2030 voraussichtlich auf Billionen von Dollar ansteigen.

Nemosia geht davon aus, dass in den nächsten 10 Jahren Gehirnscans zur Routineuntersuchung der Bevölkerung gehören werden, selbst wenn keine sichtbaren Symptome einer neurologischen Störung vorliegen. Die anfänglichen Zielindikationen für ihren ersten NMDA-Tracer sind Multiple Sklerose, Alzheimer und die Parkinson-Krankheit. Sie haben auch einen zweiten Cannabinoidrezeptor-Tracer in ihrer Pipeline, der auf Krebs und ALS (Amyotrophe Lateralsklerose/Lou-Gehrig-Krankheit) abzielt.

Früherkennung von Krankheiten vorantreiben
PET ist ein nicht-invasives bildgebendes Verfahren, das empfindlicher ist als ein MRT und in der Lage ist, Prozesse auf Zell- und Molekülebene zu quantifizieren. Glutamat ist der häufigste Neurotransmitter im Gehirn und bindet an NMDA-Rezeptoren. Mit den PET-Tracern von Nemosia lassen sich gezielt Rezeptoren im Gehirn abbilden, die als Biomarker und Treiber des Krankheitsverlaufs fungieren. Dieser Ansatz ermöglicht es dem Biotech-Startup, Prozesse auf Zellebene zu quantifizieren, lange bevor es zu strukturellen Veränderungen im Gehirn kommt. Mit ihrer innovativen Lösung kann Nemosia die Früherkennung von Krankheiten, die Entwicklung von Medikamenten und Therapien vorantreiben.

Das in Zürich ansässige Unternehmen Nemosia wurde von Awa Diagne (CEO), Prof. em. Dr. Ametamey (Chief Scientific Officer), Dr. Hazem Farouk (Director Clinical Development), Dr. Ahmed Haider (Director R&D) und Daniel Tay (Director IT & Analytics) gegründet. Das Startup ist ein Venture Leader Biotech 2021.

3 Millionen Seed-Runde geplant
In den kommenden Monaten plant Nemosia eine Seed-Runde in Höhe von CHF 3 Millionen, den Start der klinischen Entwicklung in Zusammenarbeit mit der Harvard Medical School und die Vervollständigung des Advisory Boards mit Industrieexperten. Das ETH-Spin-off wird die CHF 150’000 von Venture Kick für Toxizitäts- und GMP-Studien (Good Manufacturing Practice) verwenden, um die Kommerzialisierung von Nemosias Vorläufern und tritiierten Liganden vorzubereiten. „Venture Kick war eine fantastische Erfahrung für uns: Die Finanzierung ermöglichte uns nicht nur die Beschaffung der Materialien für den Proof of Concept, sondern Venture Kick unterstützte uns auch mit Experten-Coaching, um unsere Geschäftsstrategie zu stärken‟, sagt Awa Diagne, Mitgründerin und CEO von Nemosia. (Venture Kick/mc/hfu)


Nemosia


Über Venture Kick
Die philanthropische Initiative Venture Kick stellt Schweizer Startups bis zu CHF 150’000 an Startkapital zur Verfügung und bietet darüber hinaus einen gut strukturierten unternehmerischen Weg zum Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens. Startups pitchen in drei Stufen vor Expertenjurys, um eine Finanzierung zu erhalten. Dabei bekommen sie direktes Feedback und Zugang zu einem internationalen Netzwerk von erfolgreichen Unternehmern und Investoren.
Seit dem Start im Jahr 2007 hat Venture Kick 800+ Schweizer Startup Projekte mit CHF 36+ Millionen unterstützt. Das Programm aus finanzieller Unterstützung, Training und Netzwerk hat zur Gründung von 592 Unternehmen geführt. Heute zählt Venture Kick ein Portfolio von 450 aktiven HightechUnternehmen und 50 Exits. Die Alumni-Firmen haben insgesamt CHF 4,2 Milliarden von führenden Schweizer und internationalen Investoren angezogen. Die unterstützten Startups haben 8’105 Arbeitsplätze geschaffen und repräsentieren 53 Unternehmen, die in den TOP 100 Swiss Startups 2020 gelistet sind.
Im Jahr 2021 wird Venture Kick CHF 5,5 Millionen an Startup-Projekte im Ideenstadium auszahlen, um 86 neue Schweizer Wissenschaft auf globale Märkte zu bringen.
Die Venture Kick Stiftung wird unterstützt von der Gebert Rüf Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, HauserStiftung, André Hoffmann, Hansjörg Wyss, Martin Haefner, Fondation Pro Techno, ESA BIC Switzerland und Swisscom. Mehr Informationen finden Sie auf venturekick.ch

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