Schweizer Startup BioCopy revolutioniert die Impfstoffentwicklung

Schweizer Startup BioCopy revolutioniert die Impfstoffentwicklung
Physiker und Biochemiker Günter Roth. (Foto: BioCopy)

Aadorf TG – BioCopy, ein Schweizer Startup, revolutioniert die Impfstoffentwicklung. Ziel von BioCopy ist molekulare Änderungen neuer oder mutierter Erreger innerhalb von 2 Tagen zu identifizieren. Mit diesem Impfstoff-Vorläufer kann dann zeitnah ein angepasster, optimaler Impfstoff bereitgestellt werden. Dies ermöglicht einen wirksamen aber vor allem schnellen Schutz vor zukünftigen Pandemien und sich schnell ändernden Virenstämmen.

Impfungen sind die beste Vorbeugung vor Epidemien. Doch bestimmte Impfstoffe wie derzeitige Influenza-Impfstoffe sind teils wenig wirksam oder verlieren an Wirksamkeit, wenn der Erreger sich ändert. Viren zum Beispiel verändern ihre Oberfläche häufig und so schnell, dass die heutigen gängigen Methoden zur Impfstoff-Entwicklung schlicht zu langsam sind. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Impfstoffe für den Vertrieb bereit sind – etwa 6 Monate nach der Stammbestimmung – können sich die Viren bereits massgeblich verändert haben.

Das Startup BioCopy revolutioniert die Impfstoffentwicklung. Molekulare Änderungen neuer oder mutierter Erreger sollen in Zukunft innerhalb von 2 Tagen identifiziert werden. Mit diesem Impfstoff-Vorläufer kann dann zeitnah ein angepasster, optimaler Impfstoff bereitgestellt werden. Dies soll einen wirksamen aber vor allem schnellen Schutz vor kommenden Pandemien und sich schnell ändernden Virenstämmen ermöglichen.

Die BioCopy-Kopiertechnologie ist weltweit einzigartig und durch 12 Patente geschützt. Die Basis der Innovation ist ein Biomolekül-Kopierer, der vom Grundgedanken her dem Prinzip des Fotokopierens ähnelt – nur dass die Pixel aus DNA und Protein bestehen.

Funktioniert wie ein Fotokopierer
«Unser Gerät, unsere Erfindung, funktioniert wie ein Fotokopierer, nur dass wir nicht Farben kopieren, sondern von DNA biomolekulare Kopien in Form von DNA, RNA und Protein anfertigen», sagt Physiker und Biochemiker Günter Roth, Gründer von BioCopy. «Im Prinzip kann man jede DNA dazu verwenden und je nach Kopierprogramm und Test kann man was Besonderes daraus machen. Nehmen wir virale DNA und das Blut eines Überlebenden, dann können wir Impfstoffkomponenten, aber auch Marker für Diagnostik und Therapie ableiten und zudem sagen «wie gut ist diese Person gegen den Virus geschützt».

Es funktioniere wie beim Fotokopierer: man kann alles kopieren, Werbung, Einladungen, Gemälde und nun bei BioCopy Allergietests, Impfstoffe, Schnelltests, Gentherapien und vieles mehr. «Mehr als 50 Anwendungen sind bereits skizziert», erklärt Roth.

40 Bestandteile und Varianten des Covid-19-Virus
BioCopy hat einen COVID-19-Array (Chip) produziert, der knapp 40 Bestandteile (Proteine) und Varianten (Mutationen) des aktuellen COVID- 19 Virus enthält. Daraus lässt sich potenziell ableiten, an welcher Variante des Virus man erkrankt war (oder geimpft wurde), wie hoch der potenzielle Schutz gegen andere Varianten ist, wie lange der Schutz bestehen dürfte und ob Antikörper aus Blut als Hyperimmunserum (Therapeutikum) für andere Erkrankte eingesetzt werden können.

Darüber hinaus sind neben klassischen Kontrollen auch weitere Bestandteile von SARS, MERS, weitere humane Coronaviren (die Schnupfen erzeugen) und andere Erkältungsviren auf dem Chip enthalten und werden als Kontrolle gleich mitvermessen.

Das Besondere der BioCopy-Lösung: Der immunologische Test wird eine sehr detaillierte Diagnostik einer Infektion mit dem SARS-CoV-19 ermöglichen u.a. analysieren, ob neutralisierende Antikörper vorhanden sind. Im nächsten Jahr können damit Antworten auf folgende wichtige Fragen gegeben werden: „Bin ich gegen COVID19 geschützt und wenn ja, gegen welche Variante und wie gut bin ich geschützt?“. Dies wird auch im Zusammenhang von erwarteten Impfungen von besonderem Nutzen sein.

So gross wie eine Kaffemaschine
Das Gerät selbst ist so gross wie eine Kaffeemaschine und erlaubt das Vermessen von einigen wenigen Datenpunkten innerhalb von einer halben Stunde. Das Gerät ist damit sozusagen ein Prototyp für ein Schnelltestgerät.

Förderung vom Land Baden-Württemberg
Für die Entwicklung eines Covid-19-Diagnostik-Geräts dem sog. Bportable, wurde BioCopy am 22. September vom Land Baden-Württemberg unter einer grossen Anzahl von Einreichungen für eine Förderung mit einem sechsstelligen Betrag ausgewählt. Ziel der Ausschreibung ist es, innovativen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen, die bei der Bekämpfung der aktuellen Pandemie besonders grossen Nutzen versprechen.

Der Verwaltungsrat:
Im Board von BioCopy sitzen gewichtige Fachleute. So etwa der Wiener Uni-Professor Alexander von Gabain, Mitbegründer des erfolgreichen Impfstoffentwicklers Intercell AG und VR des Impfstoffherstellers Valneva. Er hatte den Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis entwickelt und erfolgreich von der Forschung bis zur weltweiten Vermarktung begleitet. Rainer Boehm ist ehemaliger Pharma-Chef von Novartis und Mediziner sowohl mit den Anwendungen als auch Märkten vertraut. Auch namhafte Schweizer sind vertreten.

Etwa der Basler Pascal Brenneisen (Novartis, Sandoz) sowie als Berater Markus Dürr, Veterinär und ehemaliger Gesundheitsdirektor des Kantons Luzern und Verwaltungsratspräsident der Suva.

Die Investoren:
BioCopy verfügt über ein gut abgestütztes Schweizer Investorennetzwerk. Erstinvestor ist Thomas Langer. Die Mehrheit der Investoren sind selbst vom Fach oder themennah. (BioCopy/mc/ps)

Über BioCopy
BioCopy ist ein junges Entwicklungsunternehmen mit Holding- Sitz in Aadorf in der Schweiz. Die Forschungseinheit (BioCopy GmbH) ist in der BioMedRegion Freiburg (D) in Emmendingen und die für das Lizenzgeschäft zuständige BioCopy AG in Basel. Dahinter steht ein mehrfach prämiertes Team mit mehr als 20 Experten und Spezialisten, die über ein breites Know-how verfügen (Biologie, Physik, Ingenieurwesen und Mikrosystemtechnik (MST) und Wirtschaft). CEO und Hauptgründer von BioCopy ist der promovierte Biochemiker und Physiker Günter Roth, der bereits vor 10 Jahren mit der Firma CureVac gemeinsam publiziert hat und dessen Ideen schon zwei weitere Firmen hat entstehen lassen. www.biocopy.ch
Firmeninformationen bei monetas

2 thoughts on “Schweizer Startup BioCopy revolutioniert die Impfstoffentwicklung

  1. Sehr geerter Herr Günter Roth

    «BioCopy revolutioniert die Impfstoffentwicklung» ein Schweizer Startup mit Sitz in Aadorf – ein äusertst interessantes Thema für unsere Volkshochschule in Frauenfeld. So frage ich Sie direkt an, ob Sie bereit wären und es Ihnen auch möglich wäre, an unserer Volkshochschule ein Referat zu halten. Wir würden uns sehr freuen, Sie als innovativer Ostschweizer Unternehmer, bei uns in Frauenfeld begrüssen zu dürfen.

    Wer sind wir:
    Eine kleine, feine Volkshochschule in Frauenfeld. Wir organisieren im Jahr 16 Referate, Themen querbeet ausgewählt.
    Bereits im Jahr 1919 wurde das Volksbildungsheim in Frauenfeld gegründet, das erste dieser Art in der Schweiz. Daraus folgte 1929 die Gründung der ersten Volkshochschule. In den 70er Jahren ist diese leider aus dem Bildungsangebot verschwunden. Vor sechs Jahren entstand die Idee, mit einer Interessengemeinschaft ein solches Angebot wieder einzuführen. Am 1. Oktober 2019 gründeten wir dann den Verein „Volkshochschule Frauenfeld“, genau 100 Jahre nach der Gründung des ersten Volksbildungsheimes der Schweiz.

    Wie organisieren wir ein Referat:
    – Der Anlass wird in der Kantonsbibliothek oder im Rathaus, in Frauenfeld organisiert.
    – Die Referate finden jeden zweiten Dienstagabend zwischen Oktober und Juni statt, beginnen um 19:30 Uhr und dauern bis ca. 21:00 Uhr.
    – In der Volkshochschule werden während oder am Ende eines Referates gerne Fragen gestellt oder diskutiert.
    – Ein Mitglied unseres Vorstandes wird Sie betreuen: begrüssen, vorstellen und am Ende verabschieden.

    Selbstverständlich bezahlen wir auch ein Honorar, allerdings in einem etwas bescheidenen Umfang, da wir noch eine kleine und neue Institution sind.

    Für Ihr Interesse, oder noch schöner, für eine Zusage, würden wir uns ausserordentlich freuen.

    Beste Grüsse

    Rosemarie Ensslin
    Volkshochschule Frauenfeld
    Programm
    [email protected]
    http://www.vhsf.ch

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