Venture Kick: DeepPsy erhält 150’000 für Personalisierung psychiatrischer Behandlungen

DeepPsy
Das DeepPsy Team: Mateo de Bardeci (links) und PD Dr. med. Sebastian Olbrich. (Foto: zvg)

St.Gallen/Zürich/Lausanne – DeepPsy will die Behandlung von Patienten mit schweren depressiven Störungen verbessern. Das Startup nutzt eine neuartige Technologie, um die psychiatrische Behandlung zu verbessern, die im Allgemeinen auf Versuch und Irrtum beruht. Die Algorithmen von DeepPsy analysieren Gehirnströme und Herzaktivitätsdaten, um die Behandlung auf der Grundlage des individuellen biologischen Profils der Patienten zu personalisieren und zu optimieren. Das in Zürich ansässige Startup wird die 150’000 Franken verwenden, um das Produkt als Medizinprodukt zu zertifizieren, damit die Technologie in Kliniken und Spitälern eingesetzt werden kann.

Bei den meisten psychischen Störungen, insbesondere bei Depressionen, erfolgt die Entscheidung für eine bestimmte Behandlung nicht nach einem objektiven Kriterium. Stattdessen durchlaufen die Patienten einen langwierigen Prozess von Versuch und Irrtum, um eine wirksame Behandlung zu finden. Ärzte entscheiden aufgrund ihrer Intuition, ob ein Patient mit Depression mit Medikamenten, Psychotherapie oder transkranieller Magnetstimulation behandelt wird. Bessert sich der Zustand des Patienten nicht, wird eine neue Behandlung angestrebt.

Analyse von EEG und EKG
DeepPsy bringt Objektivität in die Behandlung von psychischen Störungen. Das Startup analysiert die Gehirnströme aus einem Elektroenzephalogramm (EEG) und die Herzaktivität aus einem Elektrokardiogramm (EKG), zwei nicht-invasive und sichere Verfahren. Die Technologie des Startups kann über eine benutzerfreundliche Webanwendung genutzt werden: Biologische Profile des Ansprechens und Nichtansprechens auf bestimmte Behandlungen werden durch wissenschaftlich erprobte Algorithmen berechnet, und die Ärzte erhalten einen detaillierten Bericht. Die Einbeziehung der Biomarker von DeepPsy in den Diagnoseprozess wird die Zeit bis zur Remission der Erkrankung erheblich verkürzen und damit das Leiden und die wirtschaftliche Belastung der Betroffenen verringern.

Millionen Menschen leiden an Depressionen
Etwa 25-30 % der Weltbevölkerung leidet im Laufe ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung, wobei die Zahlen in den entwickelten Ländern noch höher sind. Allein in Deutschland und der Schweiz leiden schätzungsweise 6 Millionen Menschen an Depressionen, was diese Erkrankung zu einer der häufigsten Ursachen für Behinderungen und Suizidalität macht. Indem DeepPsy eine personalisierte Behandlung ermöglicht, kann es vielen Menschen mit psychischen Störungen Linderung verschaffen.

DeepPsy wurde von Mateo de Bardeci (Co-CEO) und PD Dr. med. Sebastian Olbrich (Co-CEO) gegründet. Während das Startup derzeit seine Algorithmen zur Stratifizierung der Studienpopulation während der Medikamentenentwicklung einsetzt, besteht der nächste Meilenstein darin, das Produkt als Medizinprodukt zu zertifizieren, damit die Technologie in Kliniken und Krankenhäusern eingesetzt werden kann. Daher wird die Finanzierung von Venture Kick für die Einstellung eine Fachperson mit speziellen Kenntnissen im Bereich der Regulierung von Medizinprodukten verwendet.

„Die gesamte Venture Kick-Reise hat uns dazu gebracht, uns auf unsere Mission zu konzentrieren und unsere Bemühungen zu strukturieren. Vor allem die Venture Kick-Trainingseinheiten haben uns geholfen zu verstehen, was wirklich wichtig ist, um eine Startup-Idee zum Leben zu erwecken. Wir sind nun auf dem Weg, unsere Mission zu erfüllen und die Art und Weise, wie psychische Störungen behandelt werden, zu verbessern‟, sagt DeepPsy Co-CEO PD Dr. med. Sebastian Olbrich.

Mateo de Bardeci, Co-CEO von DeepPsy, fügt hinzu: „Die Venture Kick Reise hat uns inspiriert, uns für unsere Mission einzusetzen. Die Gemeinschaft der vielen Startups hat uns gezeigt, dass Lösungen für grosse Probleme Realität werden können. Die Gelder ermöglichten es uns, kritische Kosten zu decken, während die Coaching-Sitzungen uns halfen, die Prioritäten für die Umsetzung unserer Vision zu identifizieren. Mit der Unterstützung von Venture Kick ebnen wir nun den Weg für die Psychiatrie des 21. Jahrhunderts.» (Venture Kick/mc)

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