Andermatt Music feiert Goethe

Andermatt Music feiert Goethe
(zvg)

Andermatt – Dreimal zog es Johann Wolfgang von Goethe in die Urner Berglandschaft, die ihn sichtlich beeindruckte. Zum Saisonstart würdigt Andermatt Music die Reisen des grossen Dichters ins Gotthardmassiv. Geboten wird während zwei Tagen am 13. und 14. August 2022 ein Liederabend mit ausgiebigem Rahmenprogramm. Der vielgefragte Luzerner Tenor Mauro Peter interpretiert Schuberts Goethe-Vertonungen, welche als Sternstunde der Liedkunst gelten. Begleitet am Piano wird er von Joseph Middleton. Die Goethe Tage sind als Wochenend-Festival gedacht und werden künftig in jeder Saison erklingen.

«Goethe und Andermatt», das ist fast eine Liebesbeziehung: «Mir ist’s unter allen Gegenden, die ich kenne, die liebste und interessanteste…», schrieb Goethe. Dreimal beehrte der vielleicht bekannteste Dichter aller Zeiten das Gotthardmassiv und Andermatt. Und er befand sich dabei nicht auf Durchreisen. Seine Besuche in Andermatt waren geplant, er ist eigens für Erkundigungen zum Knotenpunkt der Innerschweiz angereist. Seine dritte Gotthard-Reise führte ihn auch nach Stäfa an den Zürichsee. Dort entdeckte er die Geschichte zur Wilhelm Tell-Saga. Obwohl zuerst beabsichtigt, konnte er sich dem Stoff nicht eingehend widmen und empfahl ihn seinem Freund Friedrich Schiller, der sein berühmtes dramatisches Werk daraus erschuf. Aber Goethe war so fasziniert, dass er die Originalschauplätze der Tell-Geschichte persönlich erkunden wollte. Vor allem die Landschaft, Gesteine, Kristalle, Fauna und Flora weckten sein Interesse. Die Natur der Bergwelt inspirierte ihn sehr. «Vielen ist gar nicht bewusst, dass Andermatt derart in der DNA des grossen Dichters verankert ist. Mit den Goethe Tagen wollen wir seine Reisen nach Andermatt neu entdecken und gleichzeitig Goethes Bezüge zur Musik beleuchten», kündigt Intendantin Lena-Lisa Wüstendörfer an.

«Von Herzen zu Herzen»
Im Zentrum der ersten Goethe Tage steht ein Liederabend unter dem Titel «Von Herzen zu Herzen» mit den Goethe-Vertonungen von Franz Schubert, welche von der Fachwelt als Meilensteine der Liedkunst gewürdigt werden. Der Innerschweizer Tenor Mauro Peter, gefeiert vom Publikum der Oper Zürich, der Mailänder Scala bis zu den Salzburger Festspielen, wird dabei vom Briten Joseph Middleton begleitet, der als exzellenter Pianist für Liederabende gilt.

«Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind». Diese fast magischen Worte aus Goethes «Erlkönig»-Ballade bilden ein Highlight von Schuberts Vertonungen der Goethe-Gedichte. Aber auch eine Tragik verbirgt sich hinter den so wertvollen Kompositionen. Denn Schubert hat Zeit seines Lebens um Goethes Aufmerksamkeit und Gunst gebuhlt. Nie ist es zu einem persönlichen Treffen gekommen und Briefe des grossen Komponisten an den genialen Dichter sind unbeantwortet geblieben.

Rahmenprogramm mit Streichquartett, Podium und Ausstellung
Ein Podium widmet sich dem 225-Jahr-Jubiläum von Goethes dritter Gotthardreise. Unter der Moderation der Musikjournalistin Patricia Moreno diskutieren Dr. Margrit Wyder, Präsidentin der Goethe-Gesellschaft Schweiz, Christian Haltner, Gemeindepräsident von Stäfa und Dramaturg Andreas Baumgartner. Das Streichquartett Camerata Uri wird südlich des Gotthards auf dem Gemeindegebiet von Airolo ein Konzert geben. In der ehemaligen Festung der Kristallkaverne Sasso San Gottardo werden Werke von Schubert und Mozart gespielt. Und dem Publikum wird die weltweit erste Ausstellung zum Thema: «Goethe am Gotthard – Höhepunkte seiner Reisen durch die Schweiz» geboten. (mc/pg)

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