Bestandesaufnahme Gurlitt: «Entartete Kunst» – Beschlagnahmt und verkauft

Bestandesaufnahme Gurlitt: «Entartete Kunst» – Beschlagnahmt und verkauft
Otto Mueller, Bildnis Maschka Mueller (Ausschnitt), vor 1925, Leimtempera auf Jute, auf Leinwand doubliert, Kunstmuseum Bern, Legat Cornelius Gurlitt 2014. (© Kunstmuseum Bern)

Bern – Das Kunstmuseum Bern eröffnet die Ausstellung Bestandsaufnahme Gurlitt. «Entartete Kunst» – Beschlagnahmt und verkauft. Nachdem das Kunstmuseum Bern 2014 überraschend von Cornelius Gurlitt (1932–2014) in seinem Testament als Universalerbe eingesetzt wurde, stellen das Kunstmuseum Bern und die Bundeskunsthalle in Bonn nun unter dem Ausstellungstitel Bestandsaufnahme Gurlitt zeitgleich Teile dieses umfangreichen Bestandes erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor.

Unter dem Titel «Entartete Kunst» – Beschlagnahmt und verkauft liegt der Schwerpunkt der Berner Ausstellung auf der von den Nationalsozialisten verfemten Moderne, während Bonn den Fokus auf den NS-Kunstraub und die Folgen legt.

Das Kunstmuseum Bern zeigt rund 160 Werke, von denen die meisten während der Aktion «Entartete Kunst» 1937 und 1938 in deutschen Sammlungen beschlagnahmt worden sind. Diese Bestände umfassen hauptsächlich Arbeiten auf Papier, darunter herausragende Werke des Expressionismus, des Konstruktivismus und des Verismus. Vertreten sind Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc und Otto Dix. Gleichzeitig werden in der Ausstellung die politischen Vorgänge thematisiert, die zur Diffamierung der Moderne als «entartet» und deren Zerstörung und Verkauf führten.

Besonderes Augenmerk liegt auf den Schicksalen der von Feme und Verfolgung betroffenen Künstlerinnen und Künstler. Die einschneidenden historischen Ereignisse werden in direkte Beziehung zur historischen Figur Hildebrand Gurlitts (Vater von Cornelius) in all ihrer Widersprüchlichkeit gesetzt: Dokumente und Schriften aus seinem Nachlass geben Aufschluss über den Werdegang vom Museumsdirektor und Verfechter der Moderne zu einem der wichtigsten Kunsthändler im «Dritten Reich». Überdies bietet die Ausstellung im Rahmen der Werkstatt Provenienzforschung die Möglichkeit, das durch den «Kunstfund Gurlitt» prominent gewordene Feld der Provenienzforschung kennenzulernen. In der Ausstellung wird der SRF-Dokumentationsfilm «Gurlitts Schatten» durchgehend gezeigt.

Kuratorenteam

  • Dr. Nina Zimmer, Direktorin Kunstmuseum Bern – Zentrum Paul Klee
  • Dr. Matthias Frehner, Direktor Sammlungen Kunstmuseum Bern – Zentrum Paul Klee
  • Dr. Nikola Doll, Leiterin Provenienzforschung Kunstmuseum Bern
  • Prof.(em.) Dr. Georg Kreis, Historiker, Universität Basel

Die Bonner Ausstellung wird anschliessend vom 13. April – 1. Juli 2018 im Kunstmuseum Bern gezeigt. Das Kunstmuseum Bern möchte allen Interessierten die Möglichkeit geben, die Ausstellung Bestandsaufnahme Gurlitt zu besuchen. Daher ist an den Eröffnungstagen, am 2. und 3. November, der Eintritt in die Ausstellung jeweils frei.

Neu bietet das Kunstmuseum die Möglichkeit an, Eintrittstickets für die Ausstellung Bestandsaufnahme Gurlitt via Reservix online zu erwerben: www.kunstmuseumbern.ch/GurlittTickets. (Kunstmuseum Bern/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.