Carigiet kommt ins Landesmuseum Zürich

Alois Carigiet

(Fotograf: Jules Geiger. © Fotostiftung Graubünden/Alois Carigiet Erben)

Zürich – Maler, Grafiker, Bühnenbildner – und Bündner. Die Ausstellung «Alois Carigiet. Kunst, Grafik & Schellen-Ursli» versammelt Carigiets künstlerisches Werk, seine Kinderbücher und unverkennbaren Plakate. Ob Bühnenbildner für das Zürcher Cabaret Cornichon, Maler von Wandfresken in Schaffhausen und Chur oder Werbegrafiker: die Ausstellung zeigt einen Querschnitt des vielseitigen Schaffens des Künstlers mit Bezug auf seine rätoromanische Herkunft – selbstredend in allen vier Landessprachen.

Es ist eine Wiederbegegnung mit einem der bekanntesten Schweizer Künstler, auch 30 Jahre nach seinem Tod hat er nichts von seiner Popularität eingebüsst. Die Ausstellung «Alois Carigiet. Kunst, Grafik & Schellen-Ursli» zeigt Facetten seiner künstlerischen Arbeiten und stellt sie in einen kulturhistorischen Kontext. Dank der Zusammenarbeit mit der Lia Rumantscha ist es die erste Ausstellung im Landesmuseum, deren Texte in allen vier Landessprachen verfasst sind.

Ausgewählte Entwürfe, Skizzen, Zeichnungen sowie vertiefende Texte und Hörstationen seiner Kinderbücher laden Kinder und Erwachsene ein, sich in die farbenfrohe und abenteuerliche Welt von Schellen-Ursli, Flurina, Maurus und Madleina & Co. zu vertiefen. Berge lassen sich erklimmen und die taktile Wahrnehmung an Tierfellen testen: spielerische Elemente schaffen Bezüge zum Werk Carigiets. Neben Vorstudien, Fotografien und Buchausgaben sind erstmals auch Entwürfe eines siebten Kinderbuchs zu finden: Die unfertige Geschichte erzählt von einem Gemskitz, das Kinder aus einer Gerölllawine retten.

Der Kunstmaler
In einem separaten Raum wird ein aussagestarker Querschnitt seiner frühen und teilweise unbekannten Gemälde gezeigt. Unverkennbar ist seine Bildsprache, die stark von der Zeichnung geprägt ist und eigenwilligen Kompositionsprinzipien folgt.

Die vom Bündner Kunstmuseum Chur ausgewählten Gemälde und Zeichnungen zeigen die Hauptmotive seines künstlerischen Werkes: Landschaften, Tier- und Menschbilder, Ansichten von Häusern und Dörfern.

Den Durchbruch als freier Kunstmaler schafft er dank eines Wandbildes im Zürcherischen Muraltengut. Weitere Aufträge, wie die Bemalung des Bündner Grossratsaals in Chur und die Fassade am Steiner Rathausplatz folgen. Zwei bisher nie gezeigte Entwürfe für das Haus zum Schwarzen Adler und eine Projektskizze für die vier Häuser am Rathausplatz sind ein weiteres Highlight der Ausstellung.

Der Gebrauchsgrafiker
Der gelernte Dekorationsmaler und autodidaktisch weitergebildete Gebrauchsgrafiker hat über 100 Plakate, Prospekte und Neujahrskarten gestaltet. Zwischen 1923 und 1939 illustrierte er in seinem Zürcher Atelier politische und kommerzielle Plakate sowie Werbung für das Ferienland Schweiz.

Stilbildend sind seine Plakate für den Schweizer Verkehrsverein (heute Schweiz Tourismus), für die Landesausstellung 1939 oder auch für Modegeschäfte PKZ und Fein-Kaller. Weniger bekannt, aber gleichsam bedeutend, sind seine Bühnenausstattungen, die er für das Stadttheater Zürich und ab 1934 für das legendäre Cabaret Cornichon geschaffen hat. In einem separaten Raum werden Fotografien, Plakate und Programmhefte gezeigt. An einer Hörstation lassen sich die Lieder von Zarli Carigiet, seinem berühmten Bruder und Schauspieler, und vielen andern bekannten Schauspieler des Cornichons abspielen.

Das Buch zur Ausstellung
Zur Ausstellung erscheint im Orell Füssli Verlag eine Publikation: das Buch von Hans ten Doornkaat ist eine kompakte Einführung in das Gesamtwerk.

«Schellen-Ursli» als Film
Seit dem Spätsommer 2014 arbeitet der Schweizer Regisseur und Oscar-Preisträger Xavier Koller an der Verfilmung des Schellen-Urslis. Noch vor dem Kinostart werden im Landesmuseum Requisiten des Films, Kostüme und ein Trailer samt Fotos des Making-of zu sehen sein. (mc/pg)

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