Goethes Gotthard für inspirierte Grenzgänger
Andermatt – In Kooperation mit dem Museum Sasso San Gottardo bietet Andermatt Music Einblicke in Goethes Verhältnis zur Schweiz: Bereits zum vierten Mal finden am 4. und 5. Juli 2026 die «Goethe Tage Andermatt» statt. Unter dem Titel «Spurensuche: Goethe und seine Follower*innen» widmet sich die zweitägige Veranstaltung der nachhaltigen Wirkung von Goethes Gotthardreisen auf das Leben und Denken von Berühmtheiten und Bildungsreisenden. Das Herzstück des Festivals bildet ein Klavierwerk von Franz Liszt, das Stationen von Goethes Reise musikalisch nachzeichnet.
Das musikalische Programm der Goethe Tage 2026 knüpft direkt an die Schweizer Reisen des Dichters an, die ihn mehrmals nach Andermatt führten. Im Fokus des Konzerts steht der Komponist und Pianist Franz Liszt, der Goethes Reiseroute folgte und sich von denselben Landschaften inspirieren liess. Liszt unternahm eine vergleichbare Route über Hospental hinauf zum Gotthardpass und kehrte – ganz wie Goethe – wieder um, ohne den Pass Richtung Italien zu überschreiten.
In der Andermatt Konzerthalle interpretiert der Schweizer Pianist Oliver Schnyder Liszts bedeutenden Zyklus «Années de Pèlerinage – Suisse». Dieses Werk entstand aus den Erfahrungen, die Liszt auf seiner eigenen Schweizreise sammelte und deren Eindrücke er musikalisch verarbeitete. Besonders eindrücklich ist dabei etwa der Satz «Chapelle de Guillaume Tell», in dem Liszt die dramatische Naturkulisse und die mythische Aufladung der Region in Musik übersetzt.
Begleitet wird das Konzert von literarischen Texten, vorgetragen vom Schriftsteller Alain Claude Sulzer. Seine Rezitationen sind eigens auf das musikalische Programm und das Thema der Goethe Tage abgestimmt und schaffen eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Ein Wiederkehrer am Gotthard
Goethe besuchte das Urserntal mehrfach und hielt seine Eindrücke in verschiedenen Schriften fest. Dabei lobte er nicht nur die Landschaft, sondern auch den «trefflichen» Käse aus Ursern. Das Tal selbst bezeichnete er als «die liebste und interessanteste» Gegend, die er kenne. Diese aussergewöhnliche Wertschätzung macht deutlich, welche Bedeutung Andermatt für den Dichter hatte: als Ort der Inspiration und der schöpferischen Verdichtung.
«Bemerkenswert ist, dass Goethe seine Gotthardreisen stets von Norden her unternahm und nie die Passhöhe nach Süden überschritt», sagt Lena-Lisa Wüstendörfer, Intendantin von Andermatt Music. Der Gotthard blieb für Goethe somit nicht nur geografische Grenze, sondern auch ein symbolischer Ort, ein Zielpunkt seiner Erkundungen, an dem Naturerlebnis, Mythos und dichterische Imagination zusammenfanden.
4. Goethe Tage Andermatt: «Spurensuche – Goethe und seine Follower*innen»
Samstag, 4. Juli 2026
11 Uhr: Eröffnung Themenweg «Auf Goethes Spuren durch die Schöllenen»
- Mit Marcel Hähni (SRF Outdoor Reporter) & Gabriele Boner (Kulturreferentin Deutsche Botschaft)
- Treffpunkt: Restaurant Teufelsbrücke; keine Anmeldung erforderlich
- Im Anschluss wird ein Apéro offeriert
15.30 Uhr: Dorfrundgang – Auf Goethes Spuren durch Andermatt
- Führung von Dr. Margrit Wyder, Präsidentin der Goethe-Gesellschaft Schweiz
- Treffpunkt: Lobby des Radisson Blu Hotel Reussen, Andermatt; Dauer: rund 1 ½ Std
- Rückkehr zum Hotel spätestens um 17.30 Uhr
- Tickets in Höhe von CHF 10 sind vor Ort erhältlich (die Tickets für das Konzert sowie für das Sonntagsprogramm beinhalten die Führung)
19.30 Uhr: Konzert «Auf Schweizerreise» (Andermatt Konzerthalle)
Musik trifft Literatur: Der Pianist Oliver Schnyder spielt den ersten, der Schweiz gewidmeten Teil von Franz Liszts «Années de Pèlerinage». Auf seiner Reise von der Tell-Kapelle bis nach Genf begleitet ihn der Schriftsteller Alain Claude Sulzer
Sonntag, 5. Juli 2026
10.30 Uhr: Spurensuche – Goethes Follower*innen am Gotthard
- Dominik Muheim, Wortkunst & Comedy
- Michael Schwyter, Schauspiel
- Treffpunkt: Museum Sasso San Gottardo
- Preis: CHF 45. Weitere Informationen & Tickets auf der Website von Sasso San Gottardo
(Andermatt Music/mc/ps)
Andermatt Music
Andermatt Music bringt Musik jenseits festgetretener Pfade in die höchstgelegene Konzerthalle der Schweiz, die Andermatt Konzerthalle. Den Konzertbetrieb mit rund 20 Konzerten pro Jahr leitet seit 2022 die Schweizer Dirigentin und Musikwissenschaftlerin Lena-Lisa Wüstendörfer. Das Programm basiert dabei auf den drei Säulen «Swiss Orchestra – Schweizer Klassik», «World Stage – Weltbühne» und «Local Roots – Heimat Klänge». Neben dem Swiss Orchestra als Residenzorchester treten gefeierte Klassikstars, weltbekannte Orchester sowie herausragende Innerschweizer Formationen auf. Andermatt Music etabliert die Alpendestination als Magnet für Klassikfans und Gäste aus aller Welt sowie auch als kulturellen Treffpunkt der Innerschweiz. www.andermattmusic.ch