Isabelle Faust und ihre Stradivari spielen mit dem ZKO

Isabelle Faust und ihre Stradivari spielen mit dem ZKO
Isabelle Faust. (Foto Felix Broede)

Zürich – Isabelle Faust gehört zu den grossen Geigerinnen der Gegenwart. Ihr Klang hat Leidenschaft, er hat Biss und er elektrisiert. Aber er ist auch von einer entwaffnenden Wärme und Süsse, die den verborgenen Lyrismus der Musik sichtbar werden lässt. Am Dienstag, 6. Februar 2018 interpretiert sie unter der Ägide von Sir Roger Norrington, dem ehemaligen Principal Conductor des ZKO, Schumanns Violinkonzert.

Das Schumann-Violinkonzert war lange vom Pech verfolgt. Es wurde zu Lebzeiten des Komponisten nie aufgeführt und später von seiner Frau Clara nicht herausgegeben. Lange Zeit hielt man das Stück für vom Wahnsinn gezeichnet, da Schumann kurz nach den ersten Proben in eine Nervenanstalt eingeliefert wurde. Im Autograf gab es tatsächlich einige Takte, die allein von den Doppelgriffen her einfach nicht zu spielen waren. Der Geiger Joseph Joachim fertigte daher eine Spielpartitur an, in der die Unspielbarkeit umgangen wurde. Isabelle Faust hat sich vor zehn Jahren das erste Mal mit Schumanns Violinkonzert beschäftigt: «Damals gab es noch keine richtige Ausgabe. Um meine eigene Version zu finden, musste ich mir den Urtext in der Staatsbibliothek ansehen und die Spielpartitur von Joseph Joachim studieren, an der ich mich am Ende orientiert habe».

Am 6. Februar 2018 in Zürich wird Sir Roger Norrington das Konzert dirigieren, ein Künstler, dem es ebenfalls wichtig ist, sich mit der Geschichte der Musik auseinanderzusetzen. Sir Roger und Faust bilden ein spannendes Duo und werden sich auf den innerlichen Charakter des Werks einlassen. Die Künstlerin ist überzeugt: «Musik aktiviert emotionale Muskeln, die wir ansonsten eher vernachlässigen. Sie erreicht Sensoren, derer wir uns im Alltag nicht bewusst sind». Mit einer Sinfonie von Schubert und einem weiteren Werk Schumanns wird das ZKO diese These zusätzlich untermauern. (ZKO/mc/ps)

Veranstaltungsinformationen
Dienstag, 6. Februar 2018, 19.30 Uhr – Maag-Areal

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