Jeder vierte Schweizer ist ein Weihnachtsmuffel

Jeder vierte Schweizer ist ein Weihnachtsmuffel
Repräsentative Comparis-Befragung zu Weihnachtsgeschenken: Jeder vierte Schweizer ist ein Weihnachtsmuffel

Zürich – Jede vierte Person in der Schweiz findet Weihnachten unwichtig. Und 22 Prozent wollen keine Geschenke kaufen. Weihnachtsfans lassen sich dagegen nicht lumpen: Fast die Hälfte der Haushalte mit einem Einkommen von bis zu 4’000 Franken hat ungeplante Mehrausgaben wegen des Festes. Und egal, ob ein Konsumkredit bzw. Leasing abgezahlt wird oder eine Betreibung ins Haus geflattert ist: Die Kaufbereitschaft an Weihnachten ist nicht signifikant tiefer als bei den Personen, die keine ausserordentlichen finanziellen Verpflichtungen haben. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von comparis.ch.

Glühweinstände, festliche Beleuchtung und besinnliche Klänge in Einkaufszentren: Die weihnachtliche Dauerberieselung spiegelt das Empfinden der meisten Schweizerinnen und Schweizer wider: Für 75 Prozent der Erwachsenen ist das Fest eher oder sehr wichtig. Doch ein Viertel kann mit Weihnachten wenig bis nichts anfangen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Online-Vergleichsdienstes comparis.ch. Selbst in Familien mit Kindern im gleichen Haushalt ist Weihnachten für 19 Prozent eher oder ganz unwichtig. Bei Einpersonenhaushalten beträgt dieser Anteil sogar 34 Prozent.

Mehr Leute mit tiefem Einkommen finden Weihnachten wenig wichtig
Der Anteil der Weihnachtsmuffel ist bei Wenigverdienern deutlich höher als bei Vermögenderen: Rund einem Drittel der Personen mit einem Brutto-Haushaltseinkommen bis 4’000 Franken ist Weihnachten eher oder ganz unwichtig, sowie knapp mehr als einem Viertel bei Personen mit höherem Einkommen.

«Weihnachten ist ein Fest für Familien und Gutverdienende», kommentiert Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. «Kinder sind zunehmend auch ein Kostenfaktor. Darum ist es nicht erstaunlich, dass Familien, die Weihnachten als wichtig empfinden, oft über ein hohes Bruttoeinkommen verfügen.»

Romands neigen deutlich mehr zu Spontanausgaben als Deutschschweizer
Allerdings sind die Weihnachtsfans im Gegenzug auch bei tiefen Einkommen zu ungeplanten Mehrausgaben wegen des Festes bereit. 42 Prozent der Personen mit einem Bruttohaushaltseinkommen von bis zu 4’000 Franken haben wegen des Fests ungeplante Mehrausgaben. Grundsätzlich haben anteilig deutlich mehr Welsche (63 Prozent) Spontanausgaben zu Weihnachten als Deutschschweizer (46 Prozent). Bei Haushalten mit Kindern haben 62 Prozent unvorhergesehene Mehrausgaben, bei solchen ohne Kinder nur 46 Prozent.

Dieses Verhältnis zeigt sich auch bei der Haushaltsgrösse: Bei drei oder mehr Personen unter demselben Dach fallen bei 60 Prozent ungeplante Mehrausgaben an. Bei den Einpersonenhaushalten beträgt dieser Anteil 40 Prozent, bei Zweipersonenhaushalten 48 Prozent.

«Je mehr Kinder im selben Haushalt, desto wahrscheinlicher sind Mehrausgaben für das Weihnachtsfest», sagt Michael Kuhn. «Besonders erstaunlich ist: Viele Familien haben keinen Budgetplan. Und auch Familien mit Budgetplan kalkulieren die Weihnachtskosten oft nicht mit ein.»

Weihnachtsfans geben trotz Schulden Geld mit vollen Händen aus
Weihnachtsfans lassen sich von einer klammen Finanzlage nicht beirren. Ob ein Konsumkredit bzw. Leasing abgezahlt wird, oder eine Betreibung ins Haus geflattert ist: Die Kaufbereitschaft an Weihnachten ist nicht signifikant tiefer als bei den Personen, die keine ausserordentlichen finanziellen Verpflichtungen haben. Kuhn: «Das Bedürfnis sich etwas zu schenken, ist unabhängig von der finanziellen Lage – kann aber Auswirkungen auf die Höhe der Ausgaben für Geschenke haben.»

«Auffallend ist, dass überdurchschnittlich viele Haushalte mit mehr als drei Personen Leasings, private Darlehen oder einen Privatkredit abzahlen. Dieselbe Gruppe also, für die Weihnachten besonders wichtig ist und die Absicht stark, Geschenke zu kaufen», so Kuhn. «Es scheint die Devise zu gelten: Weihnachten ist nur einmal im Jahr, also geniessen wir es. Auch wenn danach der Gürtel enger geschnallt werden muss.»

Romands haben bei den Weihnachtsgeschenken die Nase vorne
Einen Geschenkkauf planen 74 Prozent der erwachsenen Schweizerinnen und Schweizer. 22 Prozent planen keine gekauften Geschenke. Und 4 Prozent sind unschlüssig. «Es scheint allerdings einen gesellschaftlichen Druck zum Kauf von Weihnachtsgeschenken zu geben», glaubt der Comparis-Experte. Von den Personen, die Weihnachten als eher unwichtig bezeichnen, wollen trotzdem 53 Prozent Geld für Geschenke ausgeben (24 Prozent bei Personen, die Weihnachten als unwichtig einordnen).

Zudem ist der Anteil der Geschenkkäufer bei den Jungen (82 Prozent) klar höher als bei den über 55-Jährigen (61 Prozent).

Und auch beim Geschenkkauf gibt es analog der Spendabilität einen Röschtigraben. In der Deutschschweiz wollen 71 Prozent Weihnachtsgeschenke kaufen. In der Romandie sind es mit 81 Prozent deutlich mehr.

Geschenke werden am liebsten bar bezahlt
42 Prozent der Befragten geben an, Weihnachtsgeschenke meistens bar zu bezahlen. Bei der Bezahlung mit Debitkarten beträgt dieser Wert 36 Prozent und Kreditkarten 28 Prozent. PayPal und andere Online-Direktzahlungen werden von 11 Prozent der Personen meistens genutzt. Die Vorauskasse nutzen 8 Prozent meistens. Twint sowie Apple und Samsung Pay spielen bei den Weihnachtseinkäufen mit 5 bzw. 2 Prozent Nennung als häufiges Zahlungsmittel kaum eine Rolle. (Comparis/mc/kbo)

Comparis

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