Kunstmuseum Liechtenstein: Lens-Based Sculpture

Kunstmuseum Liechtenstein: Lens-Based Sculpture

Duane Hanson, Man with Camera, 1991, Sammlung ARTSQUARE, Art (© The Estate of Duane Hanson, courtesy Galerie Perrotin and Van de Weghe Fine Art, New York, Foto: Guillaume Ziccarelli, © 2014.)

Vaduz – In der Ausstellung Lens-Based Sculpture wird das Verhältnis von Fotografie und Skulptur zum ersten Mal aus der Perspektive der Skulpturgeschichte dargestellt. 200 Exponate von mehr als 70 internationalen Künstlerinnen und Künstlern zeigen, wie sich die moderne Skulptur unter dem Impuls der Fotografie vom jahrtausendealten Prinzip der Statue löste und in eine neue künstlerische Praxis verwandelte, der die gesamte Wirklichkeit mit ihren vielfältigen taktilen, räumlichen und medialen Phänomenen zum plastischen Material wird.

Die Kamera dient als primäres Werkzeug der Bildhauerei, als Skizzenblock und Hilfsmittel zur Übersetzung von  räumlichen und strukturellen Wiedergaben in Masse und Form. Neben den Werken von Umberto Boccioni, Marcel Duchamp und Raymond Duchamp-Villon, die den Ausgangspunkt für Lens-Based Sculpture markieren, bilden den Kern der Schau Skulpturen, die seit den 1960er-Jahren entstanden sind. Das Spektrum reicht von der hyperrealistischen bis zur immateriellen Plastik, von der skulpturalen Rauminstallation bis zur fiktiven Skulptur, von der performativen Skulptur bis zur Spurensicherung und zu fotomedialen Untersuchungen in Form skulpturaler Apparate.

Ungewöhnliche Präsentationsformen
Werke u.a. von Tony Cragg, VALIE EXPORT, Gilbert & George, Duane Hanson, Rebecca Horn, Joan Jonas, Edmund Kuppel, Ron Mueck, Bruce Nauman, Giuseppe Penone, Roman Signer und Kiki Smith zeigen, in welchem Masse Fotografie und Film das skulpturale Schaffen in Richtung neuer experimenteller und sozialer Kontexte erweitert haben. Für Lens-Based Sculpture, kuratiert von Bogomir Ecker, Raimund Kummer, Friedemann Malsch und Herbert Molderings, entwickeln Künstler und Kunstwissenschaftler gemeinsam ungewöhnliche Präsentationsformen. So wird die Rekonstruktion von Duchamps Porte Gradiva (1937) erstmals in ihrer ursprünglichen Form, als durchschreitbarer Türdurchgang, gezeigt. Ausserdem integrieren die Bildhauer Ecker und Kummer zwei Denkräume: Einem Archiv ähnlich, multimedial und dicht bestückt, eröffnen sie zusätzliche Einblicke in die komplexe künstlerische Recherche zu den Phänomenen von Lens-Based Sculpture. Die Ausstellung ist eine Koproduktion mit der Akademie der Künste, Berlin, und dem Kunstmuseum Liechtenstein. (KML/mc/hfu)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.