Skiferien werden 2020 teurer

Ski
(Photo by Emma Paillex on Unsplash)

Basel – Anfang des Jahres hat die Bank Cler die Preise für die Skisaison 2019 analysiert. Nun geht es in die zweite Runde: 2020 werden Skiferien durchschnittlich 6% teurer. Am meisten beeinflusst werden die höheren Preise durch die teureren Unterkünfte und die gestiegenen Preise von Skischulen. Für die Recherchen wird die Bank Cler von BAK Economics unterstützt.

Strandurlaub in Dubai? Städtetrip nach New York oder doch Skiferien in der Schweiz? Wenn man zu rechnen beginnt, merkt man schnell, dass die Kosten für diese unterschiedlichen Ferien gar nicht so gross sind. Im Gegenteil. Man kann mit Fernreisen teilweise sogar günstiger fahren als wenn man in der Schweiz bleibt. Auch die Skidestination Österreich lockt mit attraktiven Angeboten, die unter dem Preisniveau der Schweiz liegen. Die Schweiz kommt somit als Winter-Urlaubsgebiet immer mehr unter Druck. Könnte man zumindest meinen. Umso mehr erstaunt es, dass unser Vergleich aufzeigt: Skiferien werden in der Schweiz 2020 nochmals um ganze 6% teurer. Aber es gibt Trends, die bei einer rechtzeitigen Ferienplanung positiv zu Buche schlagen. Wie beispielsweise dynamische Skipass-Preise.

Das wurde verglichen
Berechnet wurde, was eine Woche Skiferien im Zeitraum vom 22. bis 29. Februar 2020 in verschiedenen Schweizer Skigebieten kostet, wenn man jetzt bucht. Der Vergleich wurde durchgeführt für eine Familie mit zwei Kindern (7 und 10 Jahre), die eine Ferienwohnung mietet; für ein Ehepaar, das ein 4-Sterne-Hotel bucht, und für eine Dreier-WG von Studenten, die ebenfalls eine Ferienwohnung mietet.

Es wurden 14 verschiedene Skiregionen ausgewählt: St. Moritz, Davos-Klosters, Flims-Laax-Falera und Arosa-Lenzerheide in der Südost-Schweiz; Andermatt-Sedrun und Engelberg-Titlis in der Zentral-Schweiz; Gstaad, Jungfrau-Region und Adelboden-Lenk im Berner Oberland; Zermatt, Aletsch Arena, Verbier und Saas-Fee im Wallis und Airolo im Tessin.

So wurde verglichen
In der Analyse wurden die Kosten für eine Skiwoche zwischen den verschiedenen Ferienorten verglichen. Folgende Kosten wurden dabei berücksichtigt: 8-Tages-Skipass, 7-Nächte-Unterkunft in einer Ferienwohnung bzw. beim Ehepaar im Hotel, Ski-Verleih (Ski-Schuhe und Skier) sowie Kurtaxe. Bei den Familien haben wir zudem eine Halbtages-Ski-Schule für die Kinder für 5 Tage einberechnet. Was nicht beachtet wurde, sind variable Kosten für Essen, Unterhaltung und die Anreise.

Dynamische Skipass-Preise – ein Trend wird salonfähig
Bereits Anfang des Jahres konnte festgestellt werden, dass dynamische Skipass-Preise im Trend sind. Das, was beim Buchen von Flügen längst zur Normalität geworden ist, bieten nun auch immer mehr Skigebiete an: Skipässe sind günstiger, wenn sie weit im Voraus gekauft werden. Der Grund: Die Skiregion hat so eine höhere Planungssicherheit für ihre Einnahmen. Trotz der dynamischen Preise hat sich das Preisniveau der Skipässe in unserem Jahresvergleich von 2019 zu 2020 um 5% erhöht.

Skipass: Airolo, Gstaad und Verbier am günstigsten
Bei den Preisen für einen Skipass schneidet Airolo am besten ab. Mit 268 CHF für 8 Tage, ist das Skifahren hier am günstigsten. Allerdings muss sich der Skifahrer hier mit 30 Pistenkilometern zufrieden geben. Auf Platz zwei bzw. drei liegen Verbier und Gstaad mit 325 CHF bzw. 392 CHF pro Erwachsenen. Die teuersten Regionen sind Saas-Fee und Zermatt mit 487 CHF bzw. 492 CHF. Der Preisunterschied zwischen günstigstem und teuerstem Skipass beträgt somit mehr als 80%. Im Mittelfeld (Jungfrau-Region, Aletsch Arena, Engelberg-Titlis) liegen die Preise um 350 CHF. Deutlich wird bei dem Vergleich eines: Bei den meisten international renommierten Skiregionen zahlt man einen Aufpreis für den Namen.

Unterkünfte sind im Vergleich zum Vorjahr teurer
In unserem Vergleich sind die Skiregionen gegenüber dem Vorjahr um 6,8% teurer geworden. Dieser Preisanstieg wird wahrscheinlich durch die gestiegene Nachfrage nach Winter-Logiernächten in der Schweiz beeinflusst. Der Trend von 2017 (+3%) und 2018 (+4%) dürfte sich fortsetzen. Zermatt wie auch Verbier liegen bei den Unterkünften auf dem Niveau von Anfang 2019. Adelboden-Lenk hingegen ist massiv teurer geworden. Das kann daran liegen, dass die Nachfrage für die betroffene Woche im 2020 höher ist, als sie es in der Vergleichswoche im 2019 war. Private Airbnb-Anbieter können dabei die Preise verzerren.

Grössere Unterschiede bei den Preisen wie auch Leistungen der Skischulen
2 Stunden pro Tag, 4 Stunden pro Tag, mit oder ohne Kinderbetreuung über den Mittag usw. – die verschiedenen Angebote erschweren den Vergleich der Skischulen untereinander. Aussagekräftig ist jedoch der Vorjahresvergleich: Die Skischulpreise sind insgesamt um satte 14,3% teurer geworden. Auffallend ist, dass das gleiche Angebot in allen Regionen mehr kostet als Anfang 2019. Spitzenreiter bei den Preiserhöhungen sind Adelboden-Lenk mit +25,4% (2019: 378 CHF, 2020: 474 CHF) und Zermatt mit +23,8% (2019: 800 CHF, 2020: 990 CHF).

Schwankungen im Ski-Verleih
Wer keine eigenen Skier hat, sondern welche ausleiht, zahlt im Schnitt ebenfalls mehr. 3,7% sind die Preise gegenüber Anfang 2019 gestiegen. Es gibt dabei je nach Destination jedoch Unterschiede. Während die Preise in Verbier um 12,7% gesunken sind, verzeichnen sie in der Aletsch-Arena einen Anstieg von 19,9%. Tipp: Wer Geld sparen möchte, mietet seine Skier bei einem lokalen Anbieter bei sich zu Hause.

Eine gute und umfassende Planung zahlt sich aus
Einzig die Skipass-Preise zu berücksichtigen macht bei einem Tagesausflug Sinn, hingegen nicht bei einer Woche Skiferien. Deshalb haben wir nachfolgend die Gesamtpreise für eine Woche Skiferien analysiert. Grundsätzlich bleibt es spannend, wie sich die dynamischen Skipass-Preise im Markt über die nächsten Jahre weiterentwickeln werden. Wer wird es künftig in welcher Form einsetzen und wer springt wieder davon ab? Eines ist klar: Durch frühzeitiges Buchen von Unterkunft und Skipass spart man Geld. Und mit den dynamischen Preisen verstärkt sich dieser Hebel.

So viel wird gesamthaft bezahlt
Familien – Grösstes Sparpotential bei der Unterkunft:
Rund 2000 CHF klaffen die Preise für eine Woche Skiurlaub auseinander. Für Familien sind die Aletsch-Arena mit CHF 3207 und Airolo mit CHF 3598 am preiswertesten. Im Fall der Aletsch-Arena wegen naheliegender Dörfer wie Mörel oder Fiesch, wo die Ferienwohnungen tendenziell günstiger sind. Wer dort übernachtet, nimmt die grosse Gondel, um ins Skigebiet zu kommen und spart dabei einiges an Geld. Am teuersten sind die Unterkünfte in Zermatt mit 5258 CHF und Verbier mit 5379 CHF.

Ehepaar – Hotelpreise mit gewaltigen Preisdifferenzen: Die Preisunterschiede sind bei Ehepaaren noch grösser als bei Familien, nämlich 2660 CHF. Verbier ist mit 5203 Spitzenreiter CHF, Airolo mit 2541 CHF am günstigsten, gefolgt von Engelberg-Titlis mit 3162 CHF. Der grosse Preistreiber ist das Hotel. In Airolo kostet eine Woche 1205 CHF, wobei hier nur ein 3-Sterne-Hotel zu finden ist. Am zweitgünstigsten ist Engelberg-Titlis, wo das 4-Sterne-Hotel bei 1905 CHF für 7 Tage liegt. In Verbier bezahlt man mit 3991 CHF mehr als doppelt so viel wie in Engelberg.

Studenten-WG – Das Bündnerland hat die höchsten Preise: Geht man mit zwei Studienkollegen für eine Woche in die Skiferien, ist es mit 978 CHF ebenfalls in Airolo am günstigsten, hier allerdings dicht gefolgt von der Aletsch-Arena mit 1024 CHF, Engelberg-Titlis mit 1090 CHF, Andermatt-Sedrun mit 1108 CHF und Adelboden-Lenk mit 1122 CHF. Im Bündnerland bezahlt man zwischen 1335 CHF und 1444 CHF. Am teuersten ist die Studenten-WG in Gstaad mit 1531 CHF. (Bank Cler/mc/pg)

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