Zahl der offenen Stellen in der Schweiz steigt leicht

Zahl der offenen Stellen in der Schweiz steigt leicht

Zürich – In der Schweiz hat die Zahl der offenen Stellen im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal leicht zugenommen. Dies spreche für eine Stabilisierung des Schweizer Arbeitsmarkts in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, heisst es im Adecco Group Swiss Job Market Index.

Gegenüber dem dritten Quartal ist die Anzahl der offenen Stellen um 1,8 Prozent gestiegen, wie dem am Donnerstag veröffentlichten Arbeitsmarktindex des Personalvermittlers Adecco und der Universität Zürich zu entnehmen ist. Im Vergleich zum vierten Quartal 2024 ging der Index um 2,4 Prozent nach oben.

Der moderate Anstieg bedeute, dass mehr Firmen einen Stellenaufbau als einen Abbau planen, so die Mitteilung zum Index weiter. Insgesamt seien die Beschäftigungsaussichten jedoch nach wie vor verhalten. Eine Trendwende am Schweizer Arbeitsmarkt, wo die Arbeitslosigkeit seit einigen Monaten zunimmt, sehen die Adecco-Experten noch nicht.

Gesundheitspersonal gesucht
Die stärkste Zunahme bei den offenen Stellen wurde im Gesamtjahr 2025 laut dem Index mit 10 Prozent in der Kategorie Hochschulberufe Gesundheit, also bei Ärztinnen und Ärzten sowie auch Pflegefachkräften, gemessen. Das dürfte mit dem anhaltend hohen Personalbedarf im Gesundheitswesen zusammenhängen, hiess es dazu.

Ein solides Stellenwachstum gegenüber dem Vorjahr gab es auch im Bereich Führungskräfte (+6 Prozent). Getragen wurde dieses von der Stellenentwicklung der Untergruppen Geschäftsführung, Vorstände, leitende Verwaltungsbedienstete und Angehörige gesetzgebender Körperschaften. Dabei konzentrierte sich der Anstieg vor allem auf die erste Jahreshälfte.

Ein weiteres Stellenplus war bei Fachkräften für persönliche Dienstleistungen (+4 Prozent) wie etwa in der Geburtshilfe, bei Hauswartangestellen oder Schutzkräften und Sicherheitsbediensteten zu sehen. Einen leichten Anstieg bei den offenen Stellen verbuchten auch Fachkräfte in Handwerk und Industrie (+2 Prozent).

KI entwickelt sich zum Jobkiller
Den grössten Rückgang verzeichneten hingegen mit 20 Prozent die Fachkräfte KV, Verwaltung und Handel. Und auch bei den Informatik-Hochschulberufen (-18 Prozent), wo die Suche nach Entwicklern und Software-Analytikern oder Datenbankenspezialisten erfasst wird, war die Entwicklung stark rückläufig. Ein Minus von 10 Prozent ergab sich bei den Hochschulberufen Wirtschaft.

Wie eine Studie des KOF Instituts aufzeige, sei der Rückgang in den Verwaltungs-, Informatik- und Wirtschaftsberufen teilweise auf den vermehrten Einsatz von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) zurückzuführen, hält Adecco fest. KI könne viele Aufgaben in diesen Berufsgruppen automatisieren oder helfen, diese effizienter zu erledigen, was die Nachfrage nach Fachkräften senke. Laut der Studie mache KI aber höchstens ein Fünftel des beobachteten Rückgangs aus. (awp/mc/ps)

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