VP Bank Spotanalyse Deutschland: ifo – Konjunkturaussichten trüben sich aufgrund des Iran-Krieges ein
Vaduz – Die vom ifo-Institut befragten Unternehmen senken den Daumen. Der mit dem Iran-Krieg einhergehende Energiepreisanstieg belastet den wirtschaftlichen Ausblick. Insbesondere die weiteren Geschäftsaussichten werden deutlich schlechter eingeschätzt als noch im Vormonat. Der entsprechende Index für den weiteren Geschäftsverlauf fällt von 90.2 auf 86, was der stärkste monatliche Rückgang seit mehr als drei Jahren ist. Hierin manifestieren sich die Folgen des Krieges.
Von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank
Die Stimmungseintrübung betrifft sowohl Dienstleister als auch Industrieunternehmen. Im Dienstleistungssektor ist allerdings der Pessimismus ausgeprägter als im verarbeitenden Gewerbe. Dies war bereits gestern beim Einkaufsmanagerindex beobachtbar. Gerade etwa im Hotel- und Gaststättengewerbe zeigen höhere Energiepreise rasch ihre negativen Konsequenzen. Bleibt mehr Geld für das Tanken und für das Heizen liegen, wird weniger häufig oder gar nicht mehr auswärts gegessen. Es bleibt aber auch weniger Geld etwa für das Urlaubsbudget übrig.
Wie groß die konjunkturellen Schäden des Energiepreisanstieges letztlich tatsächlich sein werden, hängt entscheidend von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten ab. Bei einem raschen Ende des Krieges und einem freien Warenfluss durch die Straße von Hormus blieben die wirtschaftlichen Blessuren überschaubar.
Anders sieht es im Falle einer Eskalation und eines länger anhaltenden Konflikts aus. Dann müsste von deutlichen konjunkturellen Rückschlägen ausgegangen werden. Positiv hingegen ist, dass die deutsche Bundesregierung mit ihren höheren Rüstungs- und Infrastrukturausgaben gegensteuert. Die Binnenwirtschaft wird zumindest mit öffentlichen Ausgaben gestützt. (VP Bank/mc/hfu)