Schweizer Jungunternehmen erhalten im ersten Halbjahr weniger Geld

Schweizer Jungunternehmen erhalten im ersten Halbjahr weniger Geld
(Bild: https://pixabay.com/photos/startup-whiteboard-room-indoors-3267505/)

Zürich – Schweizer Startups haben im ersten Halbjahr 2026 insgesamt weniger Kapital erhalten. Während Unternehmen aus dem Hardware-Sektor gefragt waren, fiel es solchen aus der Biotech-Branche schwerer.

Zwischen Januar und Juni flossen insgesamt rund 1,3 Milliarden Franken an hiesige Gründerfirmen, wie die Investorenvereinigung SECA am Dienstag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Minus von 16 Prozent.

«Der Aufschwung des vergangenen Jahres erwies sich nicht als nachhaltig», sagte Co-Autor Stefan Kyora von Startupticker.ch an einem virtuellen Mediengespräch. Die Zahl der Finanzierungsrunden sei mit 123 allerdings stabil geblieben.

Bei den Sektoren gab es aber Veränderungen. Konkret sammelten Hardware-Firmen mit mehr als 324 Millionen Franken so viel Geld ein wie noch nie. Das Volumen lag damit über 60 Prozent höher als im bisher stärksten Halbjahr.

Produkte für Rechenzentren oder Raumfahrt
Die geförderten Hardware-Start-ups sind laut den Studienautoren unter anderem im Bereich der Rechenzentren oder der Raumfahrt aktiv. Sie profitierten vom Interesse der Investoren an Deep-Tech-Firmen. Beliebt waren im ersten Semester allerdings auch Cleantech-Unternehmen und solche im Gesundheitswesen-IT-Bereich.

Grosse Biotech-Investments blieben hingegen – anders als im Vorjahr – weitgehend aus. Die Geldsumme belief sich dort nur auf rund 184 Millionen Franken – ein Rückgang von 74 Prozent. «Es handelt sich dabei um eine normale Schwankung», meinte Co-Autor Thomas Heimann von der SECA. Im Vorjahr waren die Finanzierungen bei Biotech-Firmen noch überdurchschnittlich hochgesprungen.

Darüber hinaus dominierten neu bei den zehn grössten Finanzierungsrunden «etabliertere Unternehmen» mit teilweise hohen Umsätzen, darunter das digitale Gesundheitsunternehmen Oviva, die KI-Softwarefirma BLP Digital und die Satellitenfirma Swissto12. Dies zeigt laut dem Bericht, dass die Schliessung von grösseren Finanzierungsrunden gerade für kleinere Firmen herausfordernd bleibt.

Investoren bleiben positiv
Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate äusserten sich Schweizer Risikokapitalinvestoren optimistischer als im Sommer vor einem Jahr. Besser waren etwa die Erwartungen zum Umfeld, der eigenen Investment-Aktivität sowie der Zahl der Exits, also einem Ausstieg der Gründer oder Investoren durch einen Verkauf der Anteile oder einen Börsengang.

Dies sei ein Hinweis auf eine «sich abzeichnende Belebung» des Risikokapitalmarktes, so die Autoren. Ausserdem sei der Anteil der Venture-Capital-Manager, die sich im Fundraising befinden, gestiegen.

Der Swiss Venture Capital Report wird gemeinsam mit dem Online-Newsportal Startupticker.ch und in Kooperation mit Startup.ch herausgegeben. Er erfasst sämtliche veröffentlichten Risikokapitalinvestments in Schweizer Startups. (awp/mc/ps)

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