BLS baut bis Ende 2030 rund 40 Vollzeitstellen ab
Bern – Die BLS hat am Dienstag den Abbau von rund 40 Vollzeitstellen angekündigt. Zudem schliesst sie fünf Reisezentren und spart beim Service. Ursache sei der zunehmende Kostendruck im öffentlichen Verkehr.
Den Personalabbau will die BLS nach Möglichkeit über Fluktuationen oder interne Wechsel abfedern, wie sie in einer Mitteilung schrieb. Beschlossen ist weiter die Schliessung der Reisezentren in Seftigen, Hasle-Rüegsau, Ins, Münsingen und Zollikofen.
Ausserdem schränkt die BLS die Öffnungszeiten der Schalter an den Wochenenden ein. Künftig will sie sonntags nur noch die Reisezentren in Spiez und Interlaken West ganzjährig öffnen sowie jenes in Kandersteg während der Sommersaison. Grund dafür sei, dass immer mehr Billette über digitale Kanäle gekauft würden.
Ab 2028 nur noch sporadische Kontrollen
Weitere Sparmassnahmen betreffen die Begleitung der Züge und den Unterhalt. Auf der Linie Bern-Langnau-Luzern setzt die BLS ab 2028 nur noch auf sporadische Kontrollen. Die Linie Spiez-Zweisimmen will sie nur noch tagsüber ständig begleiten.
Auch die Aussenreinigung der Züge wird von durchschnittlich alle 14 Tage auf einmal im Monat reduziert, wie das Unternehmen weiter schrieb.
Mit den Massnahmen will die BLS in den Jahren 2027 und 2028 je rund fünf Millionen Franken einsparen. Damit reduziere sich die von Bund und Kantonen finanzierte Abgeltung für den regionalen Personenverkehr auf jährlich rund 150 Millionen Franken.
Gewerkschaften sind unzufrieden
Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) kritisierte die Massnahmen am Dienstag. Der Kostendruck der Kantone und des Bundes habe nun erste und einschneidende Konsequenzen bei der BLS, schrieb der SEV in einer Mitteilung. Der Druck fordere Opfer beim Personal, und auch die Kunden und Kundinnen würden nicht verschont bleiben.
Auch der Personalverband Transfair äusserte sich kritisch. Leidtragend sei das Personal. Es dürfe nicht «die Zeche für die Sparmassnahmen zahlen». Bund und Kantone würden nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Bahnunternehmen wie die BLS gerieten so zunehmend unter Druck. (awp/mc/pg)