VP Bank Spotanalyse: Neueste Inflationsdaten dürften Fed zu Zinserhöhung veranlassen
von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank
Die US-Inflationsrate bleibt im August unverändert bei 3.4 %. Für die US-Notenbank bringt die Inflationsentwicklung gemischte Nachrichten. Die gute ist: Die Jahresteuerungsrate bleibt unverändert und die Kerninflationsrate sinkt sogar von 2.5 % auf 2.4 %. Letztere lässt die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise aussen vor.
Die schlechte Nachricht: Im Monatsvergleich nimmt der Teuerungsdruck aufgrund der höheren Energiepreise zu (+0.4 %). Auch unter Herausrechnung der Energie- und Nahrungsmittelpreise liegt er monatliche Preisniveauanstieg mit 0.3 % höher als im Vormonat (+0.2 %).
Die Fed will sich kaum den Vorwurf gefallen lassen, nicht rechtzeitig reagiert zu haben. Daher wird sie wohl am kommenden Mittwoch den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3.75 % bis 4 % erhöhen.
Wir waren von gleichbleibenden Zinsen ausgegangen. Doch im gegenwärtigen Umfeld macht wohl die leicht höhere Kernteuerungsrate von 0.3 % einen grossen Unterschied.
Die Furcht ist, dass sich die höheren Energiepreise in das breite Preisniveau hineinfressen. Der Anstieg um 0.3 % kann als erste Indikation für Zweitrundeneffekte gewertet werden. Gerade deshalb dürften die US-Währungshüter handeln. (VP Bank/mc/pg)