Engadin: Corona-Teststrategie funktioniert, braucht aber die Unterstützung aller

Coronatest
(Photo by JC Gellidon on Unsplash)

St. Moritz –  Die Resultate der Hotel- und Flächentests in St. Moritz belegen gemäss den Verantwortlichen, dass systematisches Testing das aktuell beste Mittel gegen die Ausbreitung des Coronavirus und seiner Mutationen ist. Die Teststrategie des Kantons Graubünden verdiene deshalb die Unterstützung aller – auch die des Bundes. 

Trotz der beiden Häufungen von Corona-Infektionen in zwei St. Moritzer Hotels hat sich das Virus in der breiten Bevölkerung und unter den Gästen des Ortes nicht weiter ausgebreitet. Dies belegen die Auswertungen des Flächentests in St. Moritz vom Dienstag. Die Ansteckungsquote liegt gleich hoch, wie sie vor den Feiertagen war. 

Zusätzliche Schutzmassnahmen wieder aufgehoben
Als Folge hat der Kanton die zusätzlichen Schutzmassnahmen zum Freitag wieder aufgehoben, so dass St. Moritz und das Engadin die Wintersaison fortsetzen und ihren Gästen weiterhin sichere und schöne Wintertage bieten können. Die Taskforce Corona II Engadin ruft die Bewohner und Gäste der Region auf, sich weiterhin strikt an die Schutzvorschriften zu halten und auf nicht notwendige Kontakte mit anderen Personen zu verzichten. 

Mit regelmässigen Coronatests beim Personal und teilweise auch bei den Gästen haben die beiden am Wochenende unter Quarantäne gestellten St. Moritzer Hotels ihre Verantwortung als Gast- und Arbeitgeber wahrgenommen und ihre Gäste und Mitarbeitenden, aber auch die breite Bevölkerung vor einem grösseren Ausbruch der Corona-Infektion geschützt. 

Das sofortige Einschreiten der Behörden und die Quarantäne für die beiden Betriebe waren zwar drastisch, haben sich aber als richtig erwiesen. Gleichzeitig wurde auch ein Flächentest durchgeführt, welcher weitere angesteckte Personen identifizierte, aber auch belegte, dass die Gemeinde St. Moritz nicht stärker von der Pandemie betroffen ist als beim Flächentest Anfang Dezember. 

Testen ist eine Alternative zum Lockdown 
Auf Empfehlung der Taskforce und des Kantons haben auch zahlreiche Betriebe ausserhalb St. Moritz damit begonnen, ihre Mitarbeitenden zu testen, um weitere Ansteckungen entdecken zu können. Dabei ist nach den bisherigen Erfahrungen damit zu rechnen, dass rund ein Prozent der Getesteten angesteckt und gleichzeitig ansteckend ist, ohne das selber zu wissen. 

Als nächster Schritt steht die Einführung regelmässiger Unternehmenstests an. Diese sollen im ganzen Kanton gezielt, das heisst abgestimmt auf das Risikoprofil der einzelnen Mitarbeitenden, durchgeführt werden. Die Taskforce und die Gemeinden von Südbünden unterstützen dieses Projekt aktiv. Sie fordern die Unternehmen der Region auf, sich an dieser mehrmonatigen Massnahme zu beteiligen. 

Bund soll mitfinanzieren
Noch offen ist aber die Finanzierung der gesamten Testkosten. Da zahlreiche Unternehmen bereits jetzt vor schwersten wirtschaftlichen Problemen stehen, dürfen diese Kosten nicht auf sie abgewälzt werden. Der Kanton engagiert sich bereits stark in Entwicklung und Umsetzung des Projektes. 

Die Taskforce fordert nun den Bund auf, den Kanton Graubünden und seine Unternehmen bei diesem wegweisenden Projekt zu unterstützen. Regelmässig und systematisch getestete Unternehmen können sicherer betrieben werden, was die Schweiz rascher aus einem Lockdown führen kann als jede andere einzelne Massnahme. Die Kosten der Tests sind im Vergleich zu einem Lockdown verschwindend. Es müsste im Interesse des Bundes liegen, das Projekt in Graubünden nun unkompliziert zu finanzieren und die Lehren daraus in der ganzen Schweiz anzuwenden. (Engadin St. Moritz Tourismus/mc/hfu)

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